Was bedeutet die Partnerschaft zwischen Microsoft und Novell?

In einer überraschenden Erklärung haben Microsoft und Novell eine Partnerschaft angekündigt, in deren Zentrum die Interoperabilität zwischen Windows und dem freien Betriebssystem SuSE Linux steht, speziell im Umfeld von virtualisierten Systemen.

Die Zusammenarbeit betrifft aber auch OpenOffice.org und Microsoft Office (wo es darum geht, dass OpenOffice.org Microsofts neues Dateiformat Office Open XML verarbeiten kann), Samba sowie Microsoft .NET und Mono. Ein weiterer Punkt ist ein bis 2012 befristetes Patentabkommen, welches Klagen von Microsoft wegen Patentverletzungen durch SuSE-Linux-Entwickler ausschliesst.

Was die Partnerschaft konkret bedeutet, wird die Zukunft zeigen. Eingermassen missverständlich titelte NZZ Online heute: „Linux wird Windows-kompatibel“. Auch im Lead weckt die NZZ falsche Erwartungen:

„Nach Jahren der Rivalität haben Microsoft und Novell eine Zusammenarbeit beim freien Betriebssystem Linux vereinbart. Die amerikanischen Konzerne kündigten am Donnerstag gemeinsame Technologien an, damit Linux-Software auf Windows-Computern und umgekehrt laufen könne.“

Auch der folgende Satz bei Heise will richtig gelesen sein:

„Microsoft wird offiziell den Suse Linux Enterprise Server denjenigen Kunden empfehlen, die sowohl Windows- als auch Linux-Lösungen einsetzen wollen.“

Wer nun glaubt, dass Microsoft seinen Kunden Linux empfiehlt, verkürzt die Zusammenhänge unzulässig. Richtig ist vielmehr, dass Microsoft seinen Kunden – wenn sie denn unbedingt das ungeliebte Konkurrenz-Betriebssystem einsetzen wollen – die Distribution von Novell empfehlen wird, damit sie nur dieses eine Linux supporten müssen. Das stärkt primär SuSE-Linux innerhalb des Linux-Lagers und nur sekundär Linux als Ganzes.

Die bisher beste Interpretation des ganzen Deals findet sich bei Heise Open.

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