OLPC XO-3: Zukunftsvision oder Hirngespinst?

OLPC XO-3 (Studie)

Das knuddlige Design des sogenannten 100-Dollar-Laptops lässt leicht vergessen, dass der XO-1 (so die offizielle Modellbezeichnung) durchaus einige technische Innovationen zu bieten hat – beispielsweise das auch für den Tageslicht-Einsatz geeignete Display oder die Fähigkeit, mit anderen Geräten ein Mesh-Netzwerk zu bilden. Mit der Ankündigung des XO-2 wollte das OLPC-Projekt nochmals einen entscheidenden Schritt in die Zukunft machen: Der Laptop der zweiten Generation sollte keine Tastatur mehr besitzen, sondern zwei mit einem Scharnier verbundene Touchscreens.

OLPC XO-3 (Studie)

Inzwischen ist allerdings klar: Diesen futuristischen Tablet-PC wird es nie geben. Stattdessen wurde der XO-3 angekündigt, der bloss einen einzelnen Touchscreen besitzt. Aufmerksamkeit erregt dafür das ultradünne, flexible Kunststoffgehäuse sowie der Verzicht auf jegliche Anschlüsse (der Akku wird über Induktion geladen).

Die Fachwelt reagierte skeptisch, besonders angesichts des anvisierten Preises von unter 100 Dollar. Kann Nicholas Negroponte und sein Team tatsächlich ein Gerät produzieren, das ähnlich innovativ ist wie Apples iPad und zugleich günstiger als der heutige XO-1? Als “Impossible $75 Fantasy Tablet” bezeichnete etwa das Technik-Blog Gizmodo den XO-3 und frotzelte: “Well, I can’t wait to see the XO-4!” Hoffen wir also, dass Negroponte diesmal halten kann, was er verspicht – alles andere würde der Glaubwürdigkeit des Projekts “One Laptop per Child” schaden, und das kann niemand wollen.

XO-Contest prämiert Arbeiten über das OLPC-Projekt

Screenshot: Website des XO-Contest

Der sogenannte 100-Dollar-Laptop steht im Mittelpunkt des XO-Wettbewerbs, den OLPC Schweiz unter Schülern, Studenten, Hackern und Geeks ausschreibt: Die Aufgabe besteht darin, eine schriftliche Arbeit zu verfassen, die sich mit dem Projekt “One Laptop per Child” befasst. Das Thema ist grundsätzlich frei, bevorzugt werden jedoch Projekte aus den Fachrichtungen Informatik sowie Pädagogik.

Die XO-Rechner – die bekanntlich nicht auf dem freien Markt erhältlich sind – werden den Teilnehmern für die Dauer der Arbeit zur Verfügung gestellt, sofern das eingereichte Projekt von der Jury akzeptiert wurde. Dabei gelten drei Eingabefristen: 22. November 2009, 23. Mai 2010 und 22. August 2010. Die besten Arbeiten werden prämiert, publiziert und mit einem XO belohnt.

Bald 260’000 XO-Laptops in Uruguay

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Das Bildungsprojekt One Laptop per Child (OLPC) des MIT-Professors Nicholas Negroponte kann in Uruguay einen beispiellosen Erfolg verbuchen: Staatschef Tabaré Vázquez beschloss, das Projekt im eigentlichen Wortsinn umzusetzen und sämtliche Grundschüler mit einem persönlichen XO-Laptop auszustatten – Internet-Breitbandanschlüsse inklusive. 170’000 Geräte sind bereits ausgeliefert, bis im September sollen alle 260’000 Grundschüler ihren eigenen Rechner in den Händen halten. Details dazu gibt es im Tages-Anzeiger: „Doktor Vázquez verschreibt Wissen„.

Sugar on a Stick: Betriebssystem des OLPC von USB-Stick booten

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Sugar – so heisst das Betriebssystem des 100-Dollar-Laptops XO des Projektes One Laptop per Child (OLPC). Sugar basiert auf der Linux-Distribution Fedora, hat aber ein sehr eigenständige Benutzerführung, welche Kindern entgegenkommen soll. Die Konzepte kann man entweder hier nachlesen – oder gleich selbst ausprobieren, denn man braucht dazu keinen XO-Rechner zu kaufen (was ohnehin schwierig ist, weil er nicht auf dem freien Markt erhältlich ist). Stattdessen kann man Fedora inkl. Sugar auf einen USB-Stick installieren und dann seinen PC oder Mac von diesem Stick aus booten. Und das ist viel einfacher, als man denkt – dank dem Fedora LiveUSB Creator.

sugar2

Der Fedora Live USB Creator ist eine Software, die unter Windows, Mac OS oder Linux läuft. Sie erlaubt es, vollautomatisch einen bootfähigen USB-Stick zu erstellen, wobei Fedora entweder von einer Live CD kopiert oder direkt aus dem Internet heruntergeladen wird. Nebst diversen „normalen“ Fedora-Varianten steht auch die Option „Sugar on a Stick“ zur Auswahl. Ansonsten muss man nur den USB-Stick wählen, den man benutzen will, und die Grösse des Persistent Storage (Speicherbereich für Daten auf dem Stick) festlegen. Danach braucht man bloss noch Geduld, denn sowohl das Herunterladen einer Distribution als auch das Schreiben auf einen USB-Stick dauert ziemlich lange (typischerweise einige Stunden). Nach der erfolgreichen Installation sollte man unbedingt den USB-Stick nicht einfach abziehen, sondern regulär abmelden. Ausserdem muss man natürlich seinem Rechner sagen, dass er bevorzugt vom USB-Stick booten soll statt von der internen Festplatte.

Das Booten vom USB-Stick hat bei mir absolut problemlos geklappt, und auch Sugar lief problemlos. Für den Zugang zum Internet via WLAN musste ich lediglich das WAP2-Passwort eingeben und war sofort online. Die Software ist ganz klar auf Kinder ausgerichtet – sie ist in der Regel bunt und reduziert. Spannend ist das Konzept, dass man nie explizit speichern muss. Und was Sugar anstelle des traditionellen Desktops anbietet finde ich ebenso kreativ wie gelungen. Wer sich für GUIs und Usability interessiert, sollte sich dieses Erlebnis nicht entgehen lassen.

OLPC entlässt die halbe Belegschaft

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Nicholas Negroponte, der Begründer von One Laptop Per Child, hat im OLPC-Wiki die Reduktion seines Teams auf 32 Personen angekündigt, was ungefähr einer Halbierung entspricht. Als Grund führt er die wirtschaftlich schlechten Zeiten an, ohne aber weitere Details zu nennen. Zugleich betont er, dass OLPC weiterhin an der zweiten Generation des XO-Notebooks (siehe Foto) arbeiten und die Weiterentwicklung der Benutzeroberfläche Sugar der Community übergeben will.

One Laptop per Child: XO-1 Laptop endlich auch in der Schweiz erhältlich

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Der sogenannte 100-Dollar-Laptop XO-1 von One Laptop per Child (OLPC) ist ab dem 17. November 2008 über Amazon auch in der Schweiz erhältlich. Dies im Rahmen der Aktion „Give 1 Get 1“: Man zahlt für zwei Geräte, eines geht als Spende in die Dritte Welt, das zweite erhält man selbst. Details gibt es bei www.olpcnews.com, die Bestellung kann man unter www.amazon.com/xo/ tätigen.

OLPC Switzerland am Tag der Informatik in Zürich

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Seit Juni 2008 gibt es auch in der Schweiz einen Verein, der die Ziele des Projekts One Laptop per Child unterstützt. Gemäss Statuten heisst der Verein offiziell OLPC-ch, umgangssprachlich hat sich aber die Bezeichnung OLPC Switzerland durchgesetzt. Aktuell besitzt der Verein drei OLPC XO Rechner, die im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen eingesetzt werden – letztmals am gestrigen Tag der Informatik im Technopark Zürich, von dem das obige Video einen kleinen Eindruck vermittelt.

penguins4africa: Computer-Recycling im Dienste der Entwicklungszusammenarbeit

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„Free software is a matter of liberty, not price. To understand the concept, you should think of free as in free speech, not as in free beer.“

Mit dem berühmte Zitat von Richard Stallmann weisen Befürworter von freier Software regelmässig darauf hin, dass es bei Open Source nicht einfach nur darum geht, Geld zu sparen. Trotzdem ist freie Software natürlich nicht zuletzt eine Chance für Personen und Organisationen mit knappen Mitteln, um ebenfalls an der Informationsgesellschaft teilzuhaben.

Aber auch kostenlose Software braucht Hardware, um darauf zu laufen, und diese kostet nach wie vor Geld – auch wenn Computer immer billiger werden und mit Projekten wie One Laptop per Child (OLPC) Anstrengungen unternommen werden, speziell günstige Hardware für Schulen in Entwicklungsländern zu bauen. Eine weitere potentielle Quelle für billige Computer wäre das Recycling, zumal in der ersten Welt Unmengen von funktionstüchtigen Rechnern entsorgt werden, nur weil sie nicht mehr dem neusten Stand der Technik entsprechen.

imageGenau hier setzt das Projekt penguins4africa an: Eine Gruppe von Studierenden der Universität Bern sammelt ausgediente Rechner, stellt sie wo nötig in Stand, rüstet sie auf Linux um und vermittelt sie über die Partnerorganisationen Linuxola und World Links nach Afrika. Die Rechner werden in einem Client-Server-Verbund genutzt, bei dem ein einzelner leistungsfähiger Rechner mit Linux Terminal Server (LTS) ausgestattet wird, der dann bis zu zwanzig Clients bedient, welche nur noch minimale Hardware-Anforderungen erfüllen müssen.

Das Projekt penguins4africa wurde von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA und dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO im Rahmen der Aktion „Youth Too“ mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

Micropolis: SymCity für den OLPC XO

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Electronic Arts, Copyright-Inhaber für das Simulationsspiel SimCity, hat eine Linux-Portierung der Software unter der GPL v3 für das Projekt One Laptop Per Child (OLPC) freigegeben. Die GPL-Version heisst aus markenrechtlichen Gründen Micropolis und ist aus einer sehr frühen Version des Spiels entstanden. Somit sollte man bezüglich der Grafik nicht allzu viel erwarten, wie auch der obige Screenshot zeigt. Für die Zwecke des OLPC-Projekts ist Micropolis jedoch bestens geeignet, geht es hier doch nicht um Unterhaltung, sondern um Ausbildung.

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