E-Books: Warum Sie einen Tolino Vision kaufen sollten

Tolino Vision E-Book Reader

Wenn Sie dieses Blog lesen, dann sind Sie wahrscheinlich an frei nutzbaren Inhalten und offenen Standards interessiert. Was das mit einem E-Book Reader zu tun hat? Mehr als Sie denken.

Kurz gesagt: Im Gegensatz zum Kindle (dem E-Book Reader von Amazon) erlaubt es der Tolino (der E-Book Reader von Thalia), E-Books im EPUB-Format zu lesen. EPUB ist ein herstellerübergreifender, offener Standard und damit auch das bevorzugte E-Book-Format für freie Inhalte. Zudem erlaubt es der Tolino, kostenpflichtige E-Books nicht nur von einem einzigen Anbieter zu kaufen, sondern von jedem beliebigen E-Book Store. So kann man als Leser dafür sorgen, dass der Ertrag aus dem Bücherkauf an die lokalen Buchhändler und Verlage geht, die es für eine vielfältige, hochwertige Buchkultur unbedingt braucht. Wer einen Tolino Vision kauft, setzt also auch ein Zeichen gegen die Bestrebungen von Amazon, Buchhandel und Verlage überflüssig zu machen und als einziger Vermittler zwischen Autoren und Lesern den Büchermarkt komplett zu kontrollieren.

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BAV 2013: Wikipedia gehört zu den Top 10 Brands in der Schweiz

Wikipedia-Logo

Natürlich kann sich die Wikimedia Foundation dafür nichts kaufen, aber es ist trotzdem mehr als ein Achtungserfolg: Gemäss dem BrandAsset Valuator 2013 (einer internationalen Markenstudie des Agenturnetzwerks Young & Rubicam) gehört die Wikipedia in der Schweiz zu den zehn stärksten Marken (Platz 10). Nebst Google (Platz 3) ist es der einzige digitale Brand, der es in die Top 10 geschafft hat. Der BrandAsset Valuator befragt Schweizer Konsumenten zu 1’100 Marken und bewertet aufgrund der Antworten die Differenzierung, die Relevanz, die Wertschätzung und die Vertrautheit einer Marke.

Disclosure: Der Autor dieses Blogs arbeitet für die Y&R Group Switzerland AG, welche den BrandAsset Valuator in der Schweiz durchführt, war aber selbst nicht an der Studie beteiligt.

Crisis Mapping aus historischer Perspektive

Wenn man von Crisis Mapping spricht, dann denkt man in der Regel an Freiwillige, welche nach dem Crowdsourcing-Prinzip aktuelle Konflikte quasi in Echtzeit auf geografischen Karten abbilden. Die Präsentation von Taylor Owen zeigt sehr anschaulich, wie man Crisis Mapping auch auf Basis von historischen Daten betreiben und dadurch Erkenntnisse für die Geschichtsschreibung gewinnen kann – etwa über die Bombardierung Kambodschas durch die Vereinigten Staaten in den 1970er Jahren.

Kalifornien schafft Bibliothek mit frei zugänglichen digitalen Lehrmitteln

In der California Digital Open Source Library will der US-Bundesstaat Kalifornien in Zukunft digitale Lehrmittel für Studenten kostenlos und mit einer Creative-Commons-Lizenz bereitstellen. Dies sieht ein Gesetz vor, das kürzlich von Gouverneur Jerry Brown unterzeichnet wurde. Zugleich werden Mittel bereitgestellt, um 50 solcher Open Source Textbooks zu erstellen; die ersten Titel sollen in einem Jahr bereitstehen. Die Initative will primär dazu beitragen, die Kosten für ein Studium zu senken.

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opendata.ch 2012, Zürich

Die Stadt Zürich ist Gastgeberin für die zweite Schweizer Opendata-Konferenz am 28. Juni 2012. Zürich lanciert bei dieser Gelegenheit das erste Schweizer Open-Government-Data-Portal auf Gemeindeebene. Ausserdem werden an der Konferenz die Ergebnisse der ersten umfassenden OGD-Studie der Schweiz präsentiert, welche die Berner Fachhochschule durchgeführt hat; diese soll Entscheidungsträgern in Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft den Weg zur Nutzung von Open Government Data in der Schweiz aufzeigen. Am Nachmittag werden in vier parallelen Tracks zu den Themen „Mobilität“, „Gesundheit“, „Finanzen & Beschaffung“ sowie „Wissenschaft“ Impulsreferate von Experten aus dem In- und Ausland angeboten (u.a. von Rufus Pollock, dem Direktor der Open Knowledge Foundation UK).

OpenStax College: Lehrbücher mit Creative-Commons-Lizenz

Buchcover: PhysicsBuchcover: Sociology
Buchcover: BiologyBuchcover: Anatomy and Physiology

Lehrbücher sind meist ziemlich teuer. Unter dem Namen OpenStax College wurde deshalb an der Rice University eine Initiative ins Leben gerufen, welche Lehrmittel unter einer Creative-Commons-Lizenz veröffentlichen will: “Free, Open-Source, Peer-Reviewed, High-Quality Textbooks” sind das Ziel. Finanziert wird das Projekt von verschiedenen wohltätigen Organisationen (darunter auch die Bill & Melinda Gates Foundation). Technisch basiert das OpenStax College auf der Plattform Connexions. Im Podcast “Techwise Conversations” vermittelt Richard Baraniuk, Gründer und Leiter von Connexions, Hintergrundinformationen.

EPUB 3 – KF8 – iBooks: Der Kampf um E-Book-Formate geht in eine neue Runde

Screenshot von Apple iBooks Author

Schon heute gibt es bei den E-Books zwei Lager: Auf der einen Seite Amazon mit dem Kindle und E-Books im AZW-Format, und auf der anderen Seite die EPUB-Koalition. Das wird mit der nächsten Generation von E-Books nicht besser werden: Amazon hält an einem proprietären Format fest und führt das Kindle Format 8 (KF8) ein, während die International Digital Publishing Forum IDPF den EPUB-Standard in der Version 3.0 (EPUB 3) verabschiedet hat. Und als ob das nicht schon genug wäre, hat Apple in der vergangenen Woche ein weiteres Format lanciert, das nur mit der iBooks App auf dem iPad gelesen werden kann.

Das Absurde an dieser Entwicklung ist, dass die drei Formate letztlich gar nicht so verschieden sind. Sie alle schaffen die Voraussetzung dafür, dass E-Books mit multimedialen und interaktiven Elementen angereichert werden können. Und sie alle greifen auf Web-Technologien zurück, konkret auf HTML5. Dass Verlage und Leser in Zukunft mit mindestens drei verschiedenen Formaten leben müssen, hat also nicht primär technischen Gründe, sondern strategische: Sowohl Amazon als auch Apple streben ein geschlossenes System an, bei dem sie die alleinige  Kontrolle über Inhalte, Vertrieb, Hardware und Kundendaten haben, während beim EPUB-Standard sowohl die E-Reader (die Hardware) als auch die E-Books (der Content) aus unterschiedlichen Quellen bezogen werden können. 

Eines muss man Apple lassen: Die Lancierung des neuen E-Book-Formats für das iPad wurde äusserst geschickt eingefädelt. Der Fokus des Medien-Events im Guggenheim Museum lag ganz auf besseren Lernmaterialien für Schüler und Studenten. Zu diesem Zweck veröffentlichte Apple nicht nur die Version 2 der iBook App, sondern auch ein neues Tool zur Erstellung von multimedialen, interaktiven E-Books namens iBooks Author. Beide Programme sind sehr ansprechend, praxisorient, leistungsfähig – und kostenlos. Wer also wollte etwas gegen Apples Initiative einwenden? Dass bei dieser Gelegenheit klammheimlich ein neues E-Book-Format eingeführt wurde, das nur mit iBooks Author erstellt und nur mit der iBook App gelesen werden kann, ging dabei fast unter. Wenn Kritik geübt wurde, dann primär an der Lizenzvereinbarung von iBooks Author, wonach die damit erzeugten E-Books ausschliesslich über den Apple iBookstore verkauft werden dürfen. Das iBook-Ökosystem ist allerdings derart überzeugend, dass wohl viele Verlage bzw. Autoren diese Exklusivität akzeptieren werden, zumal sie 70 Prozent der Erträge erhalten, was ich persönlich ein sehr faires Modell finde. Man kann sogar nachvollziehen, dass Apple kein so attraktives Autoren-Tool wie iBooks Author verschenkt, ohne sich die Erträge aus den Buchverkäufen zu sichern. Dass allerdings bei dieser Gelegenheit ein proprietäres Format eingeführt wurde, ist sowohl für die Verlage als auch für die Leser unerfreulich – zumal mit EPUB 3 bereits ein geeigneter Standard existiert.

Die Wikipedia bekommt einen WYSIWYG-Editor

Prototyp des Visual Editors für MediaWiki

Eine der grössten Hürden für neue bzw. weniger routinierte Wikipedia-Autoren ist der archaisch anmutende Editor: Wer einen Artikel anlegen oder überarbeiten will, kommt kaum darum herum, sich in Wikitext (wie die spezielle Auszeichnungssprache der MediaWiki-Software heisst) einzuarbeiten. Im Zeitalter von WYSIWYG-Editoren ist das gewöhnungsbedürftig, auch wenn es gute Gründe dafür gibt. Wikitext ist über die Jahre zu einer ziemlich mächtigen Sprache herangewachsen, und entsprechend ist es nicht trivial, dafür einen benutzerfreundlichen und zuverlässigen Editor zu entwickeln. Wer mit WYSIWYG-HTML-Editoren arbeitet, kann dies gut nachvollziehen – auch diese produzieren nicht immer effizienten und fehlerfreien Code und sind zudem nicht immer so bequem in der Anwendung, wie man auf den ersten Blick glauben würde.

Trotzdem hat sich die Wikimedia Foundation an die Entwicklung eines visuellen Editors gewagt, denn die stagnierenden Benutzerzahlen der Wikipedia sind nicht zuletzt auf die zu komplexe Benutzeroberfläche zurückzuführen. Inzwischen ist ein erster Prototyp des Visual Editors verfügbar, der allerdings erst sehr grundlegende Funktionen bereitstellt (und damit noch weniger weit geht als der heutige Wikipedia-Editor):

Toolbar des Visual Editors

In der Visual Editor Sandbox kann man diesen Prototypen gefahrlos testen und Feedback an die Entwickler geben. Bis dieser Editor in der Wikipedia ausgerollt wird, dürfte es allerdings noch mindestens ein halbes Jahr dauern, wie man im Blog der Wikimedia Foundation nachlesen kann. Denn:

“It’s the biggest and most important change to our user experience we’ve ever undertaken.”

Calibre: Manager, Reader und Konverter für E-Books

Screenshot: Calibre auf Mac OS

Salopp formuliert ist Calibre für E-Books das, was iTunes für Audio- und Videoaufnahmen ist: Eine universelle Applikation, welche alle gängigen Aufgaben im Umgang mit diesem Medientyp meistert. Auch die Benutzeroberfläche von Calibre orientiert sich entfernt an iTunes.

Aber es gibt auch entscheidende Unterschiede: Denn während iTunes proprietäre Software ist, die primär den Zugang von iPods, iPhones und iPads zum iTunes Store sicherstellt, ist Calibre eine Open Source Software, die mit den Hardware-Readern diverser Hersteller zusammenarbeitet, diverse Quellen für E-Books erschliesst und die Konvertierung von E-Books in die verschiedensten Formate ermöglicht. Auch bei den Betriebssystemen ist Calibre universell, läuft es doch gleichermassen auf Windows, Mac OS und Linux.

Calibre muss man ganz einfach haben, wenn man einen E-Book-Reader besitzt. Es ist erstaunlich leistungsfähig – man darf sich einfach nicht von der etwas ungeschliffenen und teilweise leicht überladenen Benutzeroberfläche irritieren lassen.

OKCon 2011, Berlin

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Die Open Knowledge Conference (OKcon) findet am 30. Juni und 1. Juli 2011 zum sechsten Mal statt. Sie beschäftigt sich mit verschiedensten Aspekten von freiem Wissen und will dessen sozialen und ökonomischen Vorteile aufzeigen:

“Opening up access to content and data can radically increase access and reuse, bridge gaps, improve transparency and thus foster innovation and increase societal welfare.”

Hinter der Veranstaltung steht die Open Knowledge Foundation. Veranstaltungsort ist die Kalkscheune in Berlin.

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