c’t: Firefox schlägt Internet Explorer 7

Der Internet Explorer 7 ist derzeit als Release Candidate 1 verfügbar und steht somit kurz vor der Auslieferung. Die Zeitschrift c’t hat aus diesem Anlass in der aktuellen Ausgabe die neuste Version des Microsoft-Webbrowsers getestet. Das Ergebnis in einem Satz:

„Mit Release 7 wird Internet Explorer wieder halbwegs konkurrenzfähig.“

Das klingt wenig schmeichelhaft – und ist auch so gemeint. Bezogen auf die Funktionalität lautet das Fazit:

„Mit Internet Explorer 7 bringt Microsoft wieder einen alltagstauglichen Browser heraus, mehr – wie man es eigentlich vom weltgrössten Softwarekonzern erwartet hätte, der im Browser-Markt Boden gut machen will – aber auch nicht. […] Fairerweise muss man dem Entwicklerteam zugutehalten, dass es bei mehr oder weniger Null anfangen musste; der IE7 wurde in wesentlichen Teilen komplett neu geschrieben.“

Auch hinsichtlich Unterstützung von Standards fällt das Urteil nur mittelprächtig aus:

„Die Microsoft-Entwickler haben gute Arbeit dabei geleistet, das alte Wrack Internet Explorer 6 wieder flott zu machen. Das heisst nicht, dass ein wirklich guter Browser herausgekommen ist: Zumindest in Sachen Webstandards bleibt der Kronprinzip klar hinter der Konkurrenz zurück.“

Mit anderen Worten: Firefox – wo derzeit der Release Candidate 3 der Version 2.0 ansteht – ist weiterhin der bessere Browser.

Joomla! 1.5 als Beta-Version verfügbar

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Vom Open Source CMS Joomla! – das die Mambo-Entwickler nach dem Zerwürfnis mit Miro bzw. der Mambo Foundation ins Leben gerufen haben – ist die Beta-Version 1.5 verfügbar. Die Software wurde von Grund auf neu entwickelt und verfügt über ein neues API. Ziel der neuen Version war vorab die Optimierung in Sachen Usability, Stabilität und Skalierbarkeit. Weitere Verbesserungen betreffen die folgenden Punkte:

  • Internationalisierung (Double-Byte Characters, Schriftsysteme mit Laufrichtung von links nach rechts)
  • Integration von externen Applikationen via Web Services
  • Benutzer-Authentifizierung über LDAP-Server
  • Accessibility (behindertengerechte Websites)
  • Integration von Components und Extensions
  • Rückwärtskompatibilität zu früheren Joomla!-Versionen

Damit wird immer deutlicher, dass Joomla! der wesentlich lebendigere Zweig dieses Projekts ist und damit bestimmt, wohin sich dieses CMS entwickelt. Von Mambo sind seit der Abspaltung von Joomla! nur einige kleinere Updates erschienen, dort ist man derzeit bei der Version 4.6.1 angekommen.

Paint.NET 3.0 als Alpha-Version

Wer nach Open Source Grafikprogrammen sucht, stösst unweigerlich auf GIMP (GNU Image Manipulation Program). Die Software ist für Windows, Mac OS X und UNIX/Linux verfügbar und eine feste Grösse in der Szene. Sie zeichnet sich durch einen beachtlichen Leistungsumfang, aber auch ein eher eigenwilliges Bedienungskonzept aus. Wer Photoshop kennt, muss vieles neu lernen – daran kann auch die Sonderversion Gimpshop (mit Photoshop-kompatiblen Tastaturkürzeln) nur bedingt etwas ändern. Zudem öffnet GIMP für viele Teilaufgaben eigene Fenster, Paletten und Dialoge, was das Programm etwas umständlich und unübersichtlich macht.

Zumindest unter Windows gibt es mit Paint.NET eine prüfenswerte Alternative, die viele Alltagsaufgaben effizient erledigt und inzwischen weit mehr ist als die ursprüngliche geplante Alternative zu Microsoft Paint. Die kürzlich als Alpha-Release veröffentlichte Version 3.0 bringt zudem nochmals eine ganze Reihe von neuen Features (Feature-Liste und Download bei BetaNews). Wie der Name andeutet setzt Paint.NET die Installation des Microsoft .NET-Frameworks voraus.

Studie über Freie Software in der Schweiz

Anfangs Oktober wurde die aktuelle FOSS Studie Schweiz veröffentlicht. Die von SwissICT und /ch/open in Auftrag gegebene Studie untersucht die Verbreitung von Freier und Open Source Software (FOSS) in 300 befragten Unternehmen. Im Vergleich zu einer im Jahre 2003 durchgeführten Studie glauben heute die Verantwortlichen, dass mit Freier Software IT-Kosten gesenkt werden können, dass die Verfügbarkeit von FOSS-Dienstleistungen gestiegen ist und dass sich generell der Unternehmenseinsatz von FOSS verbessert hat. Die Studie kann auf der Website der Swiss Open Systems User Group als PDF heruntergeladen werden.

AJAX ohne J(avaScript)

„ZK is an open-source AJAX Web framework that enables rich user interface for Web applications with no JavaScript and little programming.“

Über 130 AJAX-Frameworks gibt es gemäss einer Präsentation von Tom M. Yeh, dem Begründer des ZK-Projekts. Trotzdem hat er das 131. Framework entwickelt, denn er findet alle anderen zu kompliziert, was die Entwicklung von Web-Applikationen mit AJAX-Oberflächen unnötig teuer mache.

Tatsächlich ist die Notation mit ZK erstaunlich einfach und für jeden nachvollziehbar, der schon mit HMTL oder XML gearbeitet hat. Um beispielsweise ein Feld anzuzeigen, das ausschliesslich ein Datum als Eingabe akzeptiert und gleich auch noch einen praktischen Datumswähler mitbringt, genügt der folgende Code:

<window title=“Geburtsdatum“ border=“normal“ width=“150px“>
<datebox id=“db“/>
</window>

Ausprobieren kann man das ZK-Framework auch ohne vertiefte Programmierkenntnisse auf der sehr anschaulichen Demo-Seite. ZK ist derzeit eines der aktivsten Projekte auf SourceForge und wird unter der GNU General Public Licence (GPL) angeboten.

IDC: Open Source als wichtigster Software-Trend seit 80er Jahren

In der Studie Open Source in Global Software: Market Impact, Disruption, and Business Models analysiert das Marktforschungs- und Beratungsunternehmen IDC die Auswirkungen von Freier Software auf die IT-Industrie. Insgesamt sei das Aufkommen von Open Source Software

„[…] the most significant all-encompassing and long-term trend that the software industry has seen since the early 1980s.“

Show des Freien Wissens, Berlin

Die Show des Freien Wissens, die am 16. September 2006 im Rahmen der Konferenz Wizards of OS stattfindet, will die Thematik von Open Source und Open Content unterhaltsam und massentauglich vermitteln. Der zugehörige Flyer bringt das Phänomen sehr schön auf den Punkt:

„Wikipedia ist die größte Enzyklopädie der Welt, mit weitem Abstand vor Brockhaus und Encyclopedia Britannica. OpenOffice kann alles, was gängige kommerzielle Office-Programme können, kostet aber keinen Cent und kann von jedem weiter entwikkelt werden, der Lust dazu hat. Googles Suchmaschine arbeitet komplett auf der Basis des freien Betriebssystems GNU/Linux, ebenso wie die Programme, mit denen der Animations-Welterfolg „Shrek“ produziert wurde. Immer mehr Musiker stellen ihre Songs kostenlos im Internet zur Verfügung, verdienen aber trotzdem Geld mit ihrer Musik. Seit neuestem kommen auch noch freie Filme dazu.

Wie kann das alles funktionieren? Was ist „freies Wissen“, wieso schreiben Menschen Computerprogramme, Songs und Texte, um sie dann zu verschenken? Warum produzieren sie Filme und stellen sie zum kostenlosen Abruf ins Internet? Warum bauen sie ein Funknetz auf, mit dem eine ganze Stadt Internet-Zugang hat, ohne dafür Geld zu verlangen?

[…]

Obwohl viele Projekte auf den ersten Blick unglaublich erscheinen mögen –
bei näherem Hinsehen wird deutlich, wie einleuchtend der Gedanke ist, der dahinter steht: Je mehr freies Wissen vorhanden ist, desto leichter können Menschen davon Gebrauch machen und desto wertvoller wird es für uns alle.“

OpenExpo, Zürich

Am 20. und 21. September 2006 findet in Zürich-Oerlikon die Free and Open Source Exposition OpenExpo statt. Sie hat zum Ziel, den Einsatz von Open Source Software in Unternehmen zu fördern und ist deshalb als Parallelveranstaltung zur topsoft angelegt, der Messe für Unternehmenssoftware in den Bereichen ERP, CRM und DMS. Träger der OpenExpo ist der Verein /ch/open.

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