OpenAlchemist: Schönes Strategiespiel aus der Tetris-Familie

OpenAlchemist Screenshot

Wenn man nur sehr flüchtig hinschaut könnte man OpenAlchemist mit dem Spieleklassiker Tetris verwechseln: Auch hier lässt man farbige Steine nach unten fallen mit dem Ziel, durch geschickte Positionierung den Stapel möglichst niedrig zu halten. Im Detail gibt es allerdings zahlreiche Unterschiede, wobei für mich der wichtigste Unterschied darin besteht, dass man nicht unter Zeitdruck steht. Man kann also die mehrfarbigen Doppelsteine auch erst nach reiflicher Überlegung versenken, was insofern wichtig ist, als es mehr braucht als nur Reihen aufzufüllen.

Ein schönes Spiel, das man rasch versteht und trotzdem lange spielen kann. Der Name mag etwas seltsam anmuten, er kommt aber von einem anderen Spiel, das hier Pate gestanden hat: Naturalchimie.

OpenAlchemist ist für Windows und Linux verfügbar. Der Code unterliegt der GPL, die Grafik einer Creative-Commons-Lizenz.

(via DimidoBlog)

Numpty Physics: Physik spielerisch erleben

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Numpty Physics ist ein Spiel, wie ich es liebe: einfache Idee, einfache Umsetzung, edukativ, experimentell und gewaltfrei. Im Prinzip geht es darum, dass der rote Ball den gelben Stern trifft, wobei man den roten Ball nur indirekt in Bewegung versetzen kann, etwa indem man ein Objekt zeichnet, das dann auf den Ball fällt und diesem den notwenigen Impuls verlieht. Die an eine Kinderzeichnung erinnernde Grafik ist weit entfernt vom hochgezüchteten Game-Design und gerade deshalb aussergewöhnlich.

Numpty Physics gibt es für Windows, Mac OS, Ubuntu Linux, OpenSolaris und einige andere Betriebssysteme. Es unterliegt der GPL.

wein8: Open-Source-Kartenspiel für Weinliebhaber

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Meine Liste mit Dingen, die zwar Open Source, aber nicht Software sind, braucht eine Ergänzung: wein8 ist nach eigenen Angaben das erste Open-Source-Kartenspiel der Welt. Zugleich übernimmt es das Prinzip der Wikipedia insofern, als jeder die Karten ergänzen und umtexten kann.

Das Spielkonzept von wein8 ist an sich nicht revolutionär: Es handelt sich um eine Variante von Anno Domini und es geht darum, Karten mit historischen Fakten in der richtigen chronologischen Abfolge abzulegen. Ungewöhnlich ist allerdings die URL pro Karte, über die man im Internet zusätzliche Informationen (z.B. Quellenangaben) zu den einzelnen Fakten abrufen kann. Diese Informationen sind in einem Wiki organisiert, so dass man sie selbst ergänzen und sogar ganz neue Fakten erfassen kann, die dann neue Karten ergeben.

Damit man wein8 spielen kann muss man es allerdings selbst physisch herstellen. Man kann hierzu ein PDF mit den Kartenvorder- und -rückseiten herunterladen, drucken, zusammenkleben und ausschneiden.

Insgesamt ist wein8 ein wirklich innovatives Konzept. Bedauerlich ist einzig die Beschränkung auf das Thema Wein, welches nur für eine beschränkte Gruppe von Spielern interessant und geeignet ist. Es wäre deshalb wünschenswert, dass man nicht nur neue Fakten, sondern auch neue Themengruppen im Wiki anlegen kann.

TORCS: Freie Fahrt mit dem freien Rennsimulator

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TORCS steht für The Open Racing Car Simulator. Dahinter verbirgt sich ein Autorennen mit GPL-Lizenz für Windows, Mac OS und Linux. Wie bei solchen Spielen üblich steht eine grössere Anzahl an Fahrzeugen und Strecken zur Auswahl, und auch sonst lässt sich das Fahrerlebnis in diversen Parametern dem eigenen Geschmack anpassen.

Für einen Gelegenheitsspieler und Twingo-Fahrer wie mich fühlt sich das Spiel solide, aber nicht herausragend an. Das Fahrverhalten ist (zumindest wenn mit den Cursor-Tasten steuert) gelegentlich etwas schwer kontrollierbar, besonders wenn man neben die markierte Strecke gerät – allerdings gibt es hier grosse Unterschiede zwischen den einzelnen Fahrzeugen und Strecken. Die Grafik ist attraktiv, kann aber mit dem, was man heute auf Game-Konsolen sieht, nicht mithalten. Allerdings haben mich die vielen unterschiedlichen Kameraperspektiven beeindruckt, die von der Cockpit-Ansicht über die Vogelperspektive bis hin zu einem TV-ähnlichen Rennerlebnis reichen.

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Zwei Details noch, die mir interessant erscheinen:

  • Die Physik der Fahrzeuge kann über den TORCS Car Setup Editor (vgl. Screenshot) verändert werden. Damit liesse sich wohl auch das oben kritisierte Fahrverhalten einzelner Wagen verbesseren. Allerdings: Es geht wie gesagt um Physik, und entsprechend besteht der Editor aus einer Vielzahl von Masken, über die man eine riesige Menge von numerischen Werten verändern kann, deren Bedeutung man nicht unbedingt versteht.
  • TORCS hat eine offene Architektur, so dass eigene Fahrzeuge und Strecken relativ einfach integriert werden können. Dies gilt auch für die computergesteuerten Gegner (sog. Roboter), mit denen sich ein menschlicher Spieler messen muss. Es hat sich offenbar eine Szene entwickelt, welche möglichst gute Roboter entwickelt und diese gegeneinander antreten lässt. Details erfährt man beispielsweise bei Wolf-Dieter Beelitz und beim TORCS Racing Board.

Enigma: Ein Kultspiel für Tüftler

Noch heute erinnere ich mich an ein Computerspiel auf meinem Atari ST namens Oxyd. Es war eine Kombination aus Geschicklichkeits- und Denkspiel, das Elemente von Memory und Kugellabyrinth in sich vereinte. Verglichen mit dem, was man heute auf Game-Konsolen zu sehen bekommt, war Oxyd ein absolut simples Spiel – aber ähnlich wie Tetris hat es das Zeug zum Klassiker.

Mit Enigma gibt es eine Neuauflage von Oxyd, die unter der GNU General Public Licence (GPL) steht. Das Game ist für Windows, Mac und Linux verfügbar und bietet dank unzähliger Levels Kurzweil für viele lange Winterabende. Denn sobald man sich auf Enigma einlässt, merkt man: It‘ simple – but not easy!

UltraStar Deluxe: Karaoke als Game

UltraStar Deluxe

UltraStar Deluxe ist eine Karaoke-Software, die den musikalischen Aspekt mit einem spielerischen verbindet: Ähnlich wie Singstar für die PlayStation 2 wird hier die Qualität der Darbietung durch den Computer analysiert, und es können sogar bis zu sechs Sänger gegeneinander antreten. Wie gut die Analyse durch den Rechner ist, kann ich mangels Gesangstalent schlecht beurteilen, aber das Konzept wirkt durchdacht und die Benutzeroberfläche überzeugt.

Anders als man vielleicht erwarten würde spielt UltraStar Deluxe keine MIDI-Files ab, sondern MP3-Songs. Da letztere keine Texte enthalten, müssen die Texte in einem zusätzlichen Text-File pro MP3-Song hinterlegt werden. Diese Text-Files können aus einem MIDI-File gewonnen (sofern man ein solches findet bzw. selbst erstellen kann) oder mit dem internen Editor von UltraStar Deluxe erstellt werden. Beide Methoden scheinen mir allerdings vergleichsweise umständlich und trüben den ansonsten positiven Eindruck dieser Software. Immerhin gibt es eine gute Anleitung zum Erstellen eigener Songs in deutscher Sprache.

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