Free Software Foundation fordert Ogg Vorbis statt MP3

Mit der Kampagne „Play Ogg“ macht sich die Free Software Foundation FSF für die Ablösung des MP3-Formats durch Ogg Vorbis stark. Vorbis ist nicht nur technisch überlegen, sondern vor allem frei von Patenten. Während beim Einsatz von MP3-Codecs in Hardware- und Software-Playern Lizenzgebühren fällig werden (bzw. Schadenersatzklagen drohen), können Vorbis-Codecs frei genutzt werden.

Die beiden grössten Hindernisse bei der Verbreitung von Ogg Vorbis ist der geringe Bekanntheitsgrad sowie der Umstand, dass nicht alle MP3-Player auch Ogg Vorbis unterstützen. Dies gilt insbesondere für Software-Mediaplayer. Die FSF empfiehlt deshalb den VLC Media Player (vgl. Open Source Essentials: VLC Media Player).

Google erschliesst US-Patente

Seit einigen Tagen ermöglicht die Google Patent Search Volltextsuchen über alle 7 Millionen Patente des United States Patent and Trademarkt Office (USPTO). Die Patentschriften werden – genau wie bei der Google Buchsuche – als Faksimile angzeigt, Fundstellen des gesuchten Stichworts werden farbig hervorgehoben.

Es liegt auf der Hand, dass die Google Patent Search ein hervorragendes Werkzeug für jeden Patentanwalt darstellt. Für alle anderen erschliesst der neue Google-Service zahlreiche kuriose Erfindungen wie einen Shark Protector Suit oder eine Amusement Device incorporating Simulated Cheese and Mice (wie das offizielle Google Blog launisch berichtet). Zugleich macht die Google Patent Search aber auch deutlich, wieviele Ideen durch Patente geschützt sind. Und gelegentlich fragt man sich, wie die armen Patentbeamten aufgrund der eingereichten Patentschriften überhaupt beurteilen wollen, ob die Idee tatsächlich neu und schützenswert ist.

Software-Patente des Jahres 2006 ausgezeichnet

„Software-Patent des Jahres“ ist eine der Auszeichnungen, die niemand will: Sie wird verliehen für besonders anmassende IT-Patente, welche europäische Patentämter erteilt haben – im Widerspruch zum Europäischen Patentabkommen von 1973, das Geschäftsmethoden und Programme für Datenverarbeitungsanlagen als nicht patentfähig erklärt.

Aus Sicht der Initianten stellen solche Patente eine erhebliche Bedrohung für die zahlreichen KMUs der europäischen Software-Industrie dar:

„Trotz der im Juli 2005 erfolgten Ablehnung der EU-Richtlinie zu Softwarepatenten sehen sich viele Unternehmen dem Risiko ausgesetzt, dass in Europa tausendfach erteilte Softwarepatente rechtlich durchsetzbar werden.

Legitimierte Softwarepatente richten insgesamt erhebliche wirtschaftliche Schäden an und können offensiv als Waffen gegen Wettbewerber verwendet werden. In diesem Sinne bauen viele große Unternehmen ihre Patentarsenale ständig aus – mit Softwarepatenten, die es laut geltender Rechtsprechung nicht geben dürfte und deren Existenz immer wieder bestritten wird.“

Die aktuellen Preisträger:

  1. Internet per Mobiltelefon
  2. E-Mails mit Anhängen versenden
  3. Kontextmenü
  4. Zahlen skalieren (zur Speicherplatzersparnis)
  5. Gerätetreiber aus dem Internet herunterladen
  6. Inhalte pro Nutzer individuell filtern
  7. Informationen selektiv zustellen

Die Website www.nosoftwarepatents-award.com erklärt detailliert und doch allgemein verständlich, worum es in den einzelnen Patenten geht. Es ist erschreckend zu sehen, wie anmassend diese Patente teilweise sind, weil sie Methoden und Konzepte schützen, die heute Standard sind. Sollten diese Patente je durchgesetzt werden, so wird dies die IT-Landschaft Europas massiv verändern.

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