MediaInfo: Technische Spezifikationen von Audio- und Video-Dateien auf einen Blick

MediaInfo: Hauptfenster mit Baumansicht

Die Vielfalt bei den Audio- und Video-Dateiformaten ist beeindruckend. Die Dateiendung allein gibt dabei nur einen groben Anhaltspunkt – wer es genau wissen will, muss auch die verwendeten Audio- und Video-Codecs und deren Konfigurationseinstellungen kennen.

MediaInfo ist eine Software, die nichts anderes tut als die technischen Spezifikationen von Audio- und Video-Dateien auszulesen. Trotzdem – oder vielleicht gerade deswegen – gehört die Windows-Software mit GPL-Lizenz zu den populärsten Downloads auf Sourceforge. Wer allerdings Audio- und Video-Formate nicht nur bestimmen, sondern auch konvertieren möchte, muss weiterhin auf Tools wie z.B. MediaCoder oder Avidemux zurückgreifen.

Djvu: Offener Standard für digitalisierte Dokumente

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Bei der Digitalisierung von gedruckten Dokumenten (sog. Redigitalisierung) stellt sich unter anderem die Frage nach dem geeigneten Dateiformat. Einerseits sollen die Dokumente 1:1 und in möglichst hoher Auflösung wiedergegeben werden, was zwangsläufig auf Bitmap-Grafiken hinausläuft. Andererseits sollen Texte per Texterkennung (OCR) aus den Scans extrahiert und als durchsuchbarer Text im Dokument gespeichert werden. Zusätzlich sind kompakte Dateien gefordert, die kostengünstig archiviert und effizient über das Internet ausgeliefert werden können.

Reine Grafikformate (z.B. JPEG, GIF, PNG oder TIFF) können Texte nicht als solche behandeln und kommen deshalb nicht in Betracht. Mit dem Portable Document Format (PDF) von Adobe steht zwar ein Dateiformat zur Verfügung, das sowohl eine originalgetreue grafische Wiedergabe als auch durchsuchbare Texte bietet. Auch wenn es möglich ist, Scans in PDF-Dateien einzubetten so ist dieser Standard aber doch primär für Dateien gedacht, die digital erstellt und direkt in das PDF-Format konvertiert werden.

Ein interessanter Ansatz stellt Djvu (ausgesprochen als „déjà-vu“) dar. Es handelt sich um einen offenen Standard, und es gibt dazu passende Programme sowie Browser-Plugins für Windows, Mac OS X sowie Linux (unter Open-Source-Lizenzen oder zumindest kostenlos). Zwei Dinge sind es, die Djvu auszeichnen:

  • image Die gescannten Bitmap-Grafiken werden sehr effizient komprimiert, was im Vergleich zu den klassischen Grafikformaten sehr kleine Dateigrössen ergibt.
  • Per OCR extrahierte Texte können auf einer separaten Ebene in die Dateien eingebunden werden, wodurch die Scans durchsuchbar werden.

Mir persönlich sind Djvu-Dateien zwar noch selten begegnet. Wer sich das Browser-Plugin von Lizardtech installiert und eines der Beispieldokumente auf der Djvu-Webseite herunterlädt, wird aber rasch feststellen, dass Djvu absolut praxistauglich ist.

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MediaCoder: Universeller Konverter für Audio und Video

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Im Bereich von Audio und Video gibt es eine riesige Zahl von unterschiedlichen Dateiformaten – manche sind einigermassen etabliert, viele sind eher Exoten. Ein Konverter für Audio- und Videodateien, der möglichst viele Formate beherrscht, gehört somit zur Grundausstattung eines jeden anspruchsvollen Computer-Anwenders.

Wer Windows nutzt und eine Open-Source-Lösung sucht, sollte MediaCoder in die engere Wahl miteinbeziehen: Abgesehen von der etwas spröden Benutzeroberfläche bietet das Programm eine Fülle von Formaten und Einstellmöglichkeiten, so dass man für die meisten Konvertierungsaufgaben gerüstet ist – selbst dann, wenn man ein File für einen Hardware-Player, ein Mobiltelefon oder eine Game-Konsole aufbereiten muss. Die grösste Schwierigkeit bei der Anwendung von MediaCoder sehe ich eigentlich darin, dass man als durchschnittlicher Computeranwender durch die vielen verschiedenen Codecs und Parameter schlicht überfordert ist, was aber kein Fehler des Programms ist, sondern in der Natur der Sache liegt.

MediaCoder untersteht der GNU General Public Licence und läuft bevorzugt unter Windows XP und Windows 2000. Windows Vista wird nicht ausgeschlossen, aber auch nicht empfohlen („may work, please report“) – bei meinen Test hat es jedenfalls funktioniert. Für den Einsatz unter Linux ist Wine erforderlich.

Xiph.org: Open Source Audio & Video

Im Vergleich zu Freier Software sind Freie Datenformate herzlich unattraktiv – aber nicht weniger wichtig: Je mehr Information in digitaler Form vorliegt, desto entscheidender ist, welches Format dafür benutzt wird. Freie Datenformate haben dabei zwei entscheidende Vorteile:

  • Weil die Spezifikation offengelegt wird, kann jede Software das Format unterstützen. Dies fördert die Vielfalt an Programmen zur Verarbeitung von Daten in diesem Format, schafft also ein breiteres, attraktiveres Angebot. Zugleich ist sichergesetellt, dass Daten langfristig nutzbar sind – und nicht plötzlich unbrauchbar werden, weil die einzige Software für ein proprietäres Dateiformat eingestellt wird.
  • Im Gegensatz zu urheberrechtlich oder patentrechtlich geschützten Formaten können Freie Dateiformate kostenlos genutzt werden. Es gibt also kein Unternehmen, das an jeder verkauften Soft- oder Hardware mitverdient, nur weil diese ein bestimmtes Dateiformat unterstützt.

Im Bereich der Audio- und Videodaten ist es insbesondere die von Chris Montgomery gegründete Xiph.Org Foundation, welche das Konzept von freien Dateiformaten bzw. Codecs pflegt:

„Xiph.Org is a collection of open source, multimedia-related projects. The most aggressive effort works to put the foundation standards of Internet audio and video into the public domain, where all Internet standards belong.“

Zu den Projekten unter dem Dach der Xiph.Org Foundation gehören unter anderem Ogg Vorbis (verlustbehafteter Audio-Codec), Ogg Theora (verlustbehafteter Video-Codec), Icecast (Streaming Server), Speex (Sprach-Codec) und Flac (verlustfreier Audio-Codec).

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