FrOSCamp, Zürich

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Das FrOSCamp an der ETH Zürich (17./18. September 2010) ist eine zweitägige Veranstaltung rund um Open Source Computing (OSC). Sie kombiniert Ausstellungen, Vorträge, Workshops und Hackfests rund um die Themen Open Source Software, freien Content, offene Standards und Digitale Nachhaltigkeit. Das FrOSCamp wird dieses Jahr erstmalig durchgeführt und richtet sich an ein internationales Publikum. Der Eintritt ist frei, es ist keine Voranmeldung erforderlich, und es sind jegliche Besucher willkommen. Die Teilnehmer sind eingeladen, eigene Projekte zu präsentieren.

REPLAY: Gesamtlösung zur Aufzeichnung und Verbreitung von Vorlesungen der ETH Zürich

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Immer mehr Hochschulen bieten audiovisuelle Aufzeichnungen von Vorlesungen im Internet an. Damit verbunden ist ein beträchtlicher Aufwand für die Erstellung, Indexierung, Archivierung und Verbreitung solcher Videos.

Mit REPLAY wird an der ETH Zürich derzeit eine Software entwickelt, welche den gesamten Workflow von der Aufnahme bis zur Distribution automatisiert, so dass eine Hochschule mit ihren beschränkten Ressourcen trotzdem eine grössere Anzahl von Lehrveranstaltungen aufzeichnen kann. Sie ist dieser Tage in der Version 0.6 erschienen und bietet bereits alle wesentlichen Elemente, welche für die Version 1.0 vorgesehen sind. REPLAY basiert auf Java und ist somit auf allen gängigen Betriebssystemen lauffähig, als Lizenz kommt die LGPL v2 zum Einsatz.

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Einige Aspekte, welche mir bemerkenswert erscheinen:

Damit aus Videos eigentliche E-Learning-Inhalte werden, die interaktiv und langfristig genutzt werden können, müssen sie über eine Volltextsuche erschlossen sein. Die Indexer-Komponente von REPLAY kann ganz unterschiedlichen Input verarbeiten: Gesprochener Text aus Video- oder Audioaufzeichnungen wird per Spracherkennung indexiert, der Inhalt von Präsentationen kann entweder per OCR aus dem Beamer-Signal extrahiert oder direkt aus PowerPoint- bzw. PDF-Dateien gewonnen werden.

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Für die Aufzeichnung von Vorlesungen steht in aller Regel kein Kameramann zur Verfügung. Somit muss die Aufnahme automatisch erfolgen. Da sich ein Redner im Raum bewegt, muss die Kamera in der Lage sein, ihm zu folgen; allerdings soll sie nicht wegen jeder kleinsten Bewegung des Redners einen Schwenk ausführen, weil dies unnötig und ablenkend ist. Das Team an der ETH hat dies gut in den Griff bekommen, wie dieses Demo-Video zeigt.

image Ergänzt wird REPLAY durch Playmobil, ein Kombination aus Hardware und Linux-Software zur Aufzeichnung während der Vorlesung. Diese Aufzeichnung besteht aus dem Übersichtsvideo (gesamter Saal), dem Detailvideo (Bild des Dozenten), der Tonspur sowie dem Beamer-Signal.

REPLAY ist im Moment ein zeitlich befristetes Projekt an der ETH Zürich, soll jedoch in Zukunft unter dem Code-Namen Matterhorn von der Opencast Community weitergeführt werden.

Wer sich in das Thema vertiefen will bekommt mit der rund zweistündigen Aufzeichnung der REPLAY-Präsentation inklusive Demo vom 07.11.2008 eine sehr gute Einführung. Weitere Informationen:

Open Source Software und die öffentliche Hand

Matthias Stürmer hat im Rahmen des eGovernment-Symposium 2007 in Bern einen Vortrag zum Thema „Open Source Software und die öffentliche Hand“ gehalten. Die zugehörige Präsentation ist nun auf SlideShare verfügbar. Stürmer ist Doktorand am Lehrstuhl für Strategisches Management und Innovation der ETH Zürich, hat seine Lizentiatsarbeit zum Thema „Open Source Community Building“ geschrieben und ist Vorstandsmitglied von /ch/open.

Origo: Macht die ETH Zürich Sourceforge Konkurrenz?

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Als Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Software Engineering an der ETH Zürich ist dieser Tage die Software Development Platform Origo online gegangen. Origo selbst ist Open Source Software, die gehosteten Software-Projekte können aber sowohl Open Source als auch Closed Source sein. Zum Funktionsumfang der Plattform gehören klassische Komponenten wie Issue Tracker, Forum oder File Repository. Hervorzuheben sind die Plug-Ins, dank denen man aus einer Entwicklungsumgebung (z.B. Eclipse) heraus direkt auf Origo zugreifen kann.

Ob Origo allerdings wirklich eine Konkurrenz zu Sourceforge werden kann und will, wie das bei heise.de zu lesen ist, wird sich wohl noch zeigen müssen. Die Macher von Origo waren jedenfalls ziemlich überrascht von der Resonanz, die ihr Projekt erfahren hat, und was man derzeit auf der Plattform findet sind vor allem Demo-Projekte.

3 Jahre Berliner Erklärung

Am 22. Oktober 2003 wurde die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities) unterzeichnet. Open Access gemäss der Berliner Erklärung bezieht sich dabei nicht nur auf wissenschaftliche Zeitschriftenliteratur, sondern schliesst auch das Kulturgut in Archiven, Bibliotheken und Museen mit ein.

In der Schweiz wurde die Berliner Erklärung erstmals im Dezember 2004 von der Universität Zürich unterzeichnet. Im Januar 2006 folgten die Schweizerische Hochschulrektoren-Konferenz (CRUS), der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und der Rat der Wissenschaftlichen Akademien in der Schweiz (CASS). Im März 2006 setzte auch der Rektor der ETH Zürich seine Unterschrift unter das Dokument (Artikel in ETH Life).

Auch bei der Umsetzung ist übernahm die Universität Zürich eine Pionierrolle: Der Open Access Server ZORA ist seit wenigen Tagen online – gewissermassen zum 3jährigen Jubiläum der Berliner Erklärung.