WebIssues: Issue Tracker mit Client/Server-Architektur

Screenshot WebIssues (Windows Client)

Seine Name ist fast etwas irreführend: WebIssues ist kein web-basierter Issue Tracker, sondern bietet eine Client/Server-Architektur. Dies bedeutet, dass alle Benutzer (inklusive der Administrator) mit einer Client-Software arbeiten, die entweder unter Windows, Mac OS oder Linux läuft. Nur die Daten werden zentral auf einem Web-Server gespeichert, doch dieser besitzt (abgesehen von einem Installer) kein Interface. Startet man den Client, so verbindet man sich mit einem Server, die Daten werden automatisch synchronisiert. Der Server erfordert PHP sowie eine Datenbank, wobei MySQL, PostgreSQL, Microsoft SQL Server und Firebird unterstützt werden.

Das Konzept ist vor allem dann von Vorteil, wenn man seinen Issue Tracker häufig und intensiv nutzt, denn mit einem Client zu arbeiten geht immer noch flotter als mit einer Web-Oberfläche. Dafür kann man nicht mal rasch von einem anderen Rechner auf die Issues zugreifen, sondern muss zwingend den Client installieren. Einem Kunden, der hie und da einen Bug melden muss, will man dies sicher nicht zumuten. WebIssues empfiehlt sich von daher primär für fixe Teams, die grosse Mengen an Issues erledigen müssen.

Abgesehen von der speziellen Architektur ist WebIssues ein solide ausgestatteter, aber relativ konventioneller Issue Tracker. Pro Issue kann man eine Anzahl von Attributen erfassen, Attachments hinzufügen und Kommentare verfassen. Das System zeichnet automatisch alle Änderungen auf. Hervorzuheben ist die Möglichkeit, pro Projekt unterschiedliche Attribute zu definieren, wobei unterschiedliche Datentypen (z.B. Text, Dropdown, Datum & Uhrzeit) zur Verfügung stehen.

Insgesamt macht WebIssues einen sehr durchdachten Eindruck, die Dokumentation ist ausgesprochen sauber, und die Installation von Server und Client geht problemlos vonstatten. Einzig ein zusätzliches Web-Interface für den Fall der Fälle würde man sich wünschen.

Redmine: Project Management Tool für die Software-Entwicklung

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Grundsätzlich kann man Redmine für unterschiedliche Projekttypen nutzen: Diskussionsforum, Wiki, Dokumentenablage oder Ticket-Verwaltung (Issue Tracker) sind elementare Konzepte einer jeden Projektmanagement-Lösung. Trotzdem spürt man, dass die Software in erster Linie für ein Entwickler-Team konzipiert wurde, das eine Anzahl von Tickets abarbeiten muss, um ein neues Software-Release fertigzustellen – nicht zuletzt am integrierten Codebrowser, der ein Subversion-Repository erschliesst.

Redmine ist damit nicht unähnlich zu Trac; während Trac allerdings in Python geschrieben ist, basiert Redmine auf Ruby on Rails. Da das Rails-Framework bei gängigen Hosting-Paketen meist nicht enthalten ist, ist es nicht ganz einfach, Redmine produktiv zu betreiben. Über einen BitName-Stack kann man es aber immerhin problemlos lokal testen.

Insgesamt wirkt Redmine sehr durchdacht, übersichtlich und sauber umgesetzt. Dass das Entwickler-Team von TYPO3 Version 5 ebenfalls mit Redmine arbeitet, dürfte dessen Popularität weiter Vorschub leisten. Das Tool gehört auf jede Shortlist wenn es darum geht, einen Issue Tracker mit integrierter Projektmanagement-Funktionalität zu evaluieren. Redmine unterliegt der GNU General Public Licence (GPL) und setzt nebst Ruby on Rails eine MySQL-Datenbank voraus.

Bug-fix Release: BUGS 1.8

Der Issue Tracker BUGS (vgl. Issue Trackers mit PHP und MySQL) liegt neu in der Version 1.8 vor. Gegenüber der bisherigen Version 1.7.2 wurden diverse Fehler bereinigt sowie die folgenden Features ergänzt:

  • Unterstützung des Microsoft Exchange Servers für E-Mail-Benachrichtigungen
  • E-Mail-Benachrichtigung bei neuen Mitteilungen
  • Option zur Deaktivierung von Systemkommentaren

BUGS 1.8 dürfte das letzte Release der 1.x-Generation gewesen sein: Bekanntlich arbeiten die Entwickler bereits an der Version 2, von der es eine erste Alpha-Version mit Code-Namen „Aventurine“ gibt.

Issue Trackers mit PHP und MySQL

Nachtrag: Bitte beachten Sie auch die folgenden Artikel zu Produkten mit Issue-Tracking-Funktionalität:

Arbeiten bedeutet im wesentlichen, Aufgaben zu erledigen. Dieses simple Prinzip wird in der Praxis rasch zur Herausforderung, wenn viele Aufgaben durch mehrere Personen unter Termindruck erledigt werden müssen.

Hier hilft Software, welche von der simplen To-do List bis zur komplexen Project Management Software reicht. Eine spezielle Gattung kommt insbesondere bei Software- und Web-Projekten zum Einsatz: Issue Trackers, auch Bug Trackers oder Ticketing-Systeme genannt. Sie dienen dazu, dass Anwender, Tester oder Kunden Fehlermeldungen und Verbesserungsvorschläge strukturiert erfassen und in einen Workflow einspeisen. Anschliessend werden diese Reports bzw. Tickets durch Projektleiter und Entwickler systematisch abgearbeitet.

Das Angebot an solchen Issue Trackers ist gross. In der Wikipedia finden sich unter Comparison of Issue Tracking Systems rund 60 Einträge. Auch Michael Flanakin listet unter Comparison: Web-based Tracker etwa 30 Produkte auf. Schränkt man die Auswahl auf PHP-Applikationen mit MySQL-Datenbank ein, dann kristallisieren sich insbesondere die folgenden Kandidaten heraus:

  • Eventum – Der Issue Tracker aus dem Hause MySQL ist ebenfalls praxiserprobt und ausgesprochen leistungsfähig – selbst grafische Auswertungen und Zeiterfassungsfunktionen sind vorhanden. Optisch würde Eventum zwar keinen Design-Preis gewinnen, insgesamt findet man sich aber gut zurecht. Auch hier gilt aber: für durchschnittliche Anwendungen bietet Eventum einfach zu viel.
  • Mantis – Ein Klassiker unter den Open Source Issue Trackern ist Mantis. Auch dieses System kommt eher den Bedürfnissen der Entwickler entgegen und hat nicht gerade das, was man als Sex Appeal bezeichnen würde. Viele Open Source Projekte arbeiten aber mit Mantis und erbringen damit den Beweis, dass das System absolut praxistauglich ist.
  • The Bug Genie – Ein Geheimtipp bezüglich Benutzerfreundlichkeit und Design ist The Bug Genie (ehem. BUGS). Auch als Nicht-Entwickler fühlt man sich in diesem System rasch zuhause, und es macht beinahe Freude, Issues zu reporten. Zum absoluten Traumkandidaten fehlt eigentlich nur noch die Mandatenfähgkeit, damit man mehrere Projekte komplett getrennt auf derselben Installation fahren kann – diese Funktionalität ist erst in der Version 2 vorhanden, die sich derzeit noch in einem sehr frühen Alpha-Stadium befindet.
  • Flyspray – In einer ähnlichen Liga wie BUGS spielt Flyspray: Die Software ist sehr übersichtlich und deshalb auch technisch weniger versierten Benutzern zuzumuten. Optisch kommt Flyspray nicht ganz so attraktiv daher wie BUGS, aber einen zweiten Blick ist es auf jeden Fall wert.
  • Streber – Die Software mit dem nicht ganz so sympathischen Namen ist eine übersichtliche, in gewissen Punkten etwas eigenwillige Projektmanagement-Software, die primär Tasks verwaltet und deshalb ebenfalls den Issue-Trackern zugerechnet werden kann.

Ebenfalls populär, aber nicht in PHP, sondern in Perl geschrieben:

  • Bugzilla – Wie der Name erahnen lässt, wird Bugzilla von der Mozilla-Community genutzt. Dies sagt bereits etwas über die Leistungsfähigkeit und Skalierbarkeit dieses Systems aus. Die Benutzeroberfläche wirkt allerdings ziemlich technisch, unübersichtlich, ja lieblos – für Durchschnittsanwender ist Bugzilla deshalb weniger geeignet.