Produktiver mit TYPO3 (10): Viele Seiten in einem Arbeitsgang anlegen

TYPO3: Create multiple pages wizard

Die typische Arbeitsteilung zwischen Agentur und Kunde besteht darin, dass die Agentur die Website-Struktur (das Seitengerüst) aufbaut und dass anschliessend der Kunde die noch leeren Seiten mit Inhalt befüllt. Dieser Artikel befasst sich mit der Frage, wie man das Anlegen der Website-Struktur effizienter gestalten kann als im Seitenbaum Seite um Seite einzeln einzufügen.

Standardmässig bringt TYPO3 den “Create Multiple Pages Wizard” mit, der im Functions-Modul untergebracht ist. Damit kann man bis zu 9 Subseiten unter der aktuell Seite einfügen, die wahlweise versteckt oder sichtbar angelegt werden. An sich eine simple Sache, aber bei grösseren Websites enorm zeitsparend.

TYPO3: Create page tree wizard

Durch die Extension wizard_crpagetree wird dieser Wizard in zwei entscheidenden Punkten verbessert. Erstens lässt das Textfeld beliebig viele Zeilen zu, somit können beliebig viele Seiten in einem einzigen Arbeitsgang angelegt werden. Und zweitens können nicht nur Seiten derselben Ebene, sondern ganze Seitenbäume angelegt werden (weshalb diese Funktion auch “Create Page Tree Wizard” heisst). Durch einen Tabulator, ein Leerzeichen oder einen Punkt eingerückte Zeilen werden als Subseiten interpretiert, und das funktioniert auch über mehrere Ebenen hinweg.

Besonders elegant wird die Geschichte, wenn man die gesamte Website-Struktur zuerst in einem Mindmapping-Program wie z.B. XMind definiert und dann den resultierenden Seitenbaum ganz einfach in den Wizard einkopiert: So erzeugt man innert Sekunden eine komplette Website-Struktur.

VisualWikipedia: Die bessere Wikipedia?

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VisualWikipedia ist ein klassisches Mashup: Es verbindet Informationen von anderen Websites zu einem neuen Service. In diesem Fall werden im wesentlichen Wikipedia-Artikel mit YouToube-Videos angereichert. Zudem werden andere Artikel, die im Zusammenhang mit dem aktuellen Artikel stehen, als Tagcloud und als Mindmap (realisiert mit Flash) abgebildet. Innerhalb des Artikeltexts fällt zudem auf, dass verlinkte Begriffe mit einem Mouseover-Effekt versehen sind, der eine Kurzversion des betreffenden Artikels anzeigt – so kann man rasch eine Erklärung zu einem unbekannten Begriff erhalten, ohne auf die entsprechende Seite wechseln zu müssen.

Alles in allem ist VisualWikipedia ein interessanter Versuch, die Wikipedia aufzuwerten. Allerdings werden die Seiten dadurch auch etwas schwerfällig und unübersichtlich. Ausserdem sind die YouTube-Videos natürlich sehr oft alles andere als freier Content.

XMind: Professionelle Mind Mapping Software für Windows, Mac OS und Linux

Wer bislang ein Mind-Mapping-Programm mit Open-Source-Lizenz suchte, landete fast zwangsläufig bei FreeMind. Seit wenigen Tagen gibt es jedoch eine Alternative, die ich ausgesprochen überzeugend finde: XMind.

Was das Erstellen von Mind Maps angeht, so bietet XMind alles, was man in der Praxis braucht. Weil man den einzelnen Knoten Notizen, Links, Bilder, Attachments und Symbole hinzufügen kann, lässt sich auch ein umfangreicheres Konzept problemlos in einer Mind Map verwalten. Bezüglich der Formatierung bietet XMind viele Möglichkeiten, wobei mir persönlich insbesondere die Umwandlung einer klassischen Mind Map in eine Sitemap wichtig ist (weil man so aus einem Brainstorming rasch eine Website-Struktur entwickeln kann). Details sind den schön gemachten Demo-Videos zu entnehmen.

XMind wurde auf Basis der Eclipse-Plattform entwickelt und besitzt deshalb eine sehr flexible Oberfläche. Die meisten Funktionen sind nicht in Dialogen oder Paletten untergebracht, sondern in Registern, die rings um das Hauptfenster angedockt werden. So kann man sich seine ideale Arbeitsumgebung massschneidern und hat schnellen Zugriff auf häufig benötigte Funktionen. Ein weiterer Vorteil der Eclipse-Plattform ist, dass sie auf Java basiert und deshalb für verschiedene Betriebssysteme verfügbar ist; so läuft auch XMind gleichermassen unter Windows, Mac OS und Linux. Sogar als Portable Application, die direkt von einem USB-Stick aus gestartet werden kann und mit allen drei Betriebssystemen zurechtkommt, ist XMind verfügbar. Wer möchte kann XMind zudem als Plug-in in eine existierende Eclipse-Installation integrieren.

Wie kommt es, dass über Nacht eine derart ausgereifte Software als Open Source verfügbar wird? XMind gibt es schon länger, aber bisher nur als kommerzielle Software. Die Freigabe der Standard-Version unter der Eclipse Public Licence (EPL) bzw. der GNU Lesser General Public Licence (LGPL) ist eine Promotionsmassnahme für die weiterhin kommerziell vertriebene Pro-Version. Letztere bietet zustäzlich einen Präsentations-Modus, eine Gantt-Darstellung für Aufgaben, Audio-Anmerkungen und zusätzliche Export-Formate (MindJet MindManager, Microsoft Word, Microsoft PowerPoint, PDF, RTF). Ausserdem kann man mit der Pro-Version Mind Maps auf share.xmind.net publizieren und dabei den Zugriff durch andere Personen beschränken – die Standard-Version bietet zwar ebenfalls eine Upload-Funktion, aber alle Mind Maps sind öffentlich. (Liste aller Unterschiede)

Ist XMind somit eine Crippleware, die mit dem Schlagwort „Open Source“ lediglich Werbung für ein kommerzielles Produkt macht? Ich denke nicht. Auch die freie Standard-Version ist ein ausgesprochen leistungfähiges und schön gemachtes Programm, das man sehr wohl produktiv nutzen kann. Die Zusatzfunktionen der Pro-Versionen sind mehrheitlich verzichtbar bzw. substituierbar. Ausserdem muss man sich von der Idee verabschieden, dass Open Source Software nur von Idealisten für Gotteslohn entwickelt wird bzw. werden soll. Der Verkauf von Zusatzdienstleistungen rund um Open Source Software sichert den Entwicklern ein Auskommen, was wiederum der Qualität der Software zugute kommt. Insofern gehört dem Dualen Lizenzierungs-Modell die Zukunft.

WikiMindmap: Alternativer Zugang zur Wikipedia

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Eine spannende Alternative zur traditionellen Volltextsuche in Wikipedia bietet WikiMindmap: Das gesuchte Stichwort bildet die Wurzel einer Mindmap, die aus verwandten Begriffen aufgebaut wird. Durch einen Klick auf einen verwandten Begriff wird die Mindmap neu erstellt, so dass man sich assoziativ durch die Schlagwörter hangeln kann. In der technischen Umsetzung ist das Konzept noch verbesserungsfähig (die Mindmap wäre sicher dynamischer, wenn AJAX statt Flash eingesetzt würde), aber der Ansatz überzeugt.

Die Gedanken sind frei: FreeMind Mindmapping Software

Wer eine freie Mindmapping-Software sucht, stösst unweigerlich auf FreeMind. FreeMind ist java-basiert und läuft somit auf allen Plattformen, für die ein Java Runtime Environment verfügbar ist (u.a. Windows, Mac OS X, Linux). Nach einer längeren Entwicklungspause – die letzte stabile Version 0.8 datiert vom September 2005 – ist seit einigen Monaten die Beta-Version 0.9 verfügbar.

Selbstverständlich verfügt FreeMind über die Basisfunktionalität einer jeden Mindmapping-Software: Ausgehend von einem Wurzelknoten kann man einen Baum aufbauen, wobei die einzelnen Knoten, Kanten und Teilbäume frei positioniert und formatiert werden können – definierbare Stilvorlagen und ein Satz von Standard-Icons helfen dabei. Eher spartanisch ist die Auto-Layout-Funktion: Sie kann nur aktiviert oder deaktiviert werden – unterschiedliche Darstellungsformen wie z.B. Sitemaps oder Organigramme fehlen. Um sich auch in grösseren Mindmaps orientieren zu können bietet FreeMind die Option, einzelne Teilbäume per Mausklick ein- und auszublenden oder über definierbare Filterregeln die anzuzeigenden Knoten zu steuern.

Jedem Knoten kann ein Kommentar zugeordnet werden. Da hier ein eigentlicher Text-Editor mit diversen Formatierungsoptionen zur Verfügung steht, kann man in seinem Mindmap auch umfangreichere Texte oder Tabellen unterbringen. Warum man diese Kommentare wahlweise auch im HTML-Format anzeigen und editieren kann, leuchtet allerdings nicht auf Anhieb ein. Ebenfalls pro Knoten können frei definierbare Attribute erfasst werden, die dann als Tabelle unter dem Knoten hängen, aber auch ausgeblendet oder gefiltert werden können. Ein nicht alltägliches Feature, das dann spannend ist, wenn man die Knoten kategorisieren oder gewichten möchte.

FreeMind speichert MindMaps im XML-Format, so dass diese vergleichweise einfach auch mit anderen Applikationen verarbeitet werden können. Der Datenaustausch mit dem Marktführer Mindjet MindManager ist trotzdem etwas umständlich, wie man hier nachlesen kann.

Insgesamt ist FreeMind ein praxistaugliches Tool für Standardaufgaben. Im Details fühlt es sich allerdings oft etwas hakelig und unkonventionell an, und als plattformübergreifende Java-Applikation lässt es betriebssystem-spezifische Konventionen unberücksichtigt (z.B. bei der Gestaltung von Dialogen). Bezüglich Leistungsumfang kann es – trotz einiger spannender Ansätze – nicht mit dem kommerziellen Mindjet MindManager konkurrieren.

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