Toucan: Synchronisierung, Backup, Verschlüsselung

Toucan (Screenshot)

Ähnlich wie Synkron ist Toucan eine Software, um Verzeichnisse zu synchronisieren oder – was letztlich ein ähnlicher Vorgang ist – im Sinne eines Backups zu sichern. Zusätzlich kann Toucan Dateien auch verschlüsseln (basierend auf ccrypt). In allen drei Modi können Jobs vorkonfiguriert und später auf Knopfdruck ausgeführt werden.

Im direkten Vergleich ist Toucan etwas einfacher gehalten als Synkron. Im Synchronisationsmodus legt man ein Quell- und ein Zielverzeichnis fest, und die einzige Herausforderung besteht darin, den richtigen Modus auszuwählen: “Kopieren”, “Erneuern”, “Spiegeln”, “Synchronisieren”, “Verschieben” oder “Säubern” stehen zur Auswahl. Das ist nicht unbedingt intuitiv verständlich, aber anhand der Online-Hilfe (leider nur in Englisch vorhanden) kommt man trotzdem rasch dahinter, und dank der Vorschau-Funktion kann man den Effekt auch vorab überprüfen.

Erstellt man ein Backup, so wird dieses als Archiv im Format Zip bzw. 7-Zip angelegt. Man kann entweder eine komplettes Backup erstellen, ein bestehendes Backup aktualisieren oder ein differentielles Backup erstellen – und natürlich gibt es auch eine Restore-Funktion. Eine sehr übersichtliche Backup-Lösung, die auch Backup-Muffel überzeugen könnte.

Bei der Verschlüsselung werden die ausgewählten Dateien individuell an ihrem Ursprungsort verschlüsselt. Sie erhalten dann die Dateiendung *.cpt und lassen sich nur noch mit Toucan und dem richtigen Passwort entschlüsseln. Für die Verschlüsselung kommt der AES-256-Algorithmus zur Anwendung. Auch hier ist die Anwendung sehr einfach und schnörkellos.

Etwas komplexer wird Toucan, wenn man Regeln, Variablen und Skripte nutzt. Eine Regel bietet die Möglichkeit, bestimmte Dateien oder Verzeichnisse regelbasiert ein- bzw. auszuschliessen; um Regeln nutzen zu können sollte man allerdings Regular Expressions beherrschen. Solche Regeln kann man dann bei Synchronisierung, Backup oder Verschlüsselung einbinden. Variablen enthalten vordefinierte Pfade oder einfache dynamische Werte wie z.B. das Datum. In einem Skript können schliesslich vordefinierte Jobs aufgerufen sowie elementare Dateibefehle ausgeführt werden. All diese Optionen kann, muss man aber nicht nutzen.

Toucan ist als PortableApp ab einem USB-Stick lauffähig. Die Software ist ausschliesslich für Windows verfügbar und unterliegt der GPL.

Ordner synchronisieren mit Synkron

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Dateien auf mehreren Datenträgern synchron zu halten ist eine lästige und zugleich anspruchsvolle Aufgabe. Fehler bei der Synchronisation gehören nach meiner Erfahrung zu den häufigsten Ursachen für Datenverlust. Um Probleme zu vermeiden braucht es drei Dinge: ein sinnvolles Konzept, eine konsequente Handhabung und eine gute Software – wie beispielsweise Synkron.

Die Hauptaufgabe von Synkron besteht darin, die Inhalte von mehreren Ordnern abzugleichen. Synchronisiert man beispielsweise Ordner A und Ordner B, so enthalten anschliessend beide Ordner exakt dieselben Dateien. Das hört sich einfacher an, als es ist. So stellt sich beispielsweise die Frage, wie mit gelöschten oder umbenannten Dateien umgegangen werden soll. Und vor allem muss die Software erkennen, welche Dateien seit der letzten Synchronisation verändert wurden und welches die neuere Version dieser Dateien ist.

Synkron berücksichtigt dabei ausschliesslich das Änderungsdatum der Datei – und das scheint mir der einzige Schwachpunkt dieser Applikation zu sein: Wenn nämlich die Dateien auf unterschiedlichen Rechnern bearbeitet werden (was wahrscheinlich ist, denn sonst bräuchte man keine Synchronisation) und wenn die Uhren dieser Rechner nicht synchron laufen, dann kann es passieren, dass die neuere Datei durch die ältere überschrieben wird. Glücklicherweise können gelöschte Versionen einer Datei wiederhergestellt werden, sofern man den Fehler rechtzeitig bemerkt.

Ansonsten überzeugt Synkron durch eine reichhaltige Ausstattung. Erwähnenswert erscheinen mir die folgenden Punkte:

  • Vor der Synchronisation kann man eine Analyse durchführen: Die resultierende Liste zeigt, welche Dateien bei einer Synchronisation aktualisiert werden – so kann man vorab gefahrlos herausfinden, ob die Synchronisation das gewünschte Ergebnis liefern wird.
  • Synkron synchronisiert nicht nur zwei, sondern grundsätzlich beliebig viele Ordner in einem Arbeitsgang.
  • Synchronisationsaufgaben, die wiederholt durchgeführt werden müssen, können als Datei gespeichert und so per Mausklick ausgeführt werden. Zudem lassen sich mehrere Einzelaufgaben zu einem sogenannten Multisync zusammenfassen.
  • Läuft Synkron im Hintergrund, so können Synchronisationsaufgaben auch zeitgesteuert automatisiert ablaufen.
  • Über Blacklists und Filter kann man bestimmte Dateien bzw. Dateitypen von der Synchonisation ausschliessen. Auf diese Weise kann man beispielsweise verhindern, dass temporäre Dateien oder Systemdateien mitsynchronisiert werden.
  • Synkron kann auch als PortableApp ohne Installation direkt ab einem Memory Stick genutzt werden.

Synkron verfügt über eine ansprechende, aufgeräumte Oberfläche. Bedingt durch den grossen Funktionsumfang braucht man dennoch einen Moment, bis man das Programm verstanden hat. Was leider fehlt ist eine Art “Simple View”, über die auch ungeübte Anwender vordefinierte Synchronisationsaufgaben ausführen könnten.

Synkron ist für Windows, Mac OS und Linux verfügbar und unterliegt der GNU General Public Licence (GPL).

Google gibt Browser Sync als Open Source frei

imageEs ist noch nicht lange her, da kündigte Google an, die Firefox-Extension Browser Sync nicht mehr weiterzuentwickeln. Nun taucht die bisher proprietäre Extension überraschend mit einer New BSD Licence auf Google Code auf. Dies bedeutet, dass Google die Extension unter einer Open-Source-Lizenz freigegeben hat. Es bedeutet allerdings nicht, dass Browser Sync bereits mit Firefox 3 laufen würde – diese Arbeit müsste noch jemand machen. Ausserdem nützt die Extension allein noch nicht viel, denn es braucht auch Server, auf denen man die Bookmarks speichern kann. Insofern ist die Meldung von OStatic zwar ein Hoffnungsschimmer, aber auch nicht mehr.

notMac: Open-Source-Alterantive zu .Mac

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Verschiedene Synchronisations- und Web-Publishing-Funktionen von Mac OS X bzw. iLife sind nur in Verbindung mit einem kostenpflichtigen .Mac-Account von Apple nutzbar. Mit dem notMac Challenge rief ein Mac-Anwender dazu auf, eine kostenlose Alternative zu entwickeln und setzte dafür ein Preisgeld von 10’000 US-Dollar aus.

Der Sieger steht nun fest: Ben Spink hat eine Lösung entwickelt, mit dem man einen beliebigen Server mit Mac OS X zur Datensynchronisation oder als iDisk nutzen kann. Die Software ist Open Source, und bereits wird daran gearbeitet, dass man als Server auch Windows- und Linux-Rechner nutzen kann. Nach den Erfahrungen, welche die iPhone-Hacker gemacht haben, bleibt allerdings die Frage, ob sich Apple nicht etwas einfallen lassen wird, das solche Bestrebungen unterbindet. Zumindest das von iDisk entliehene Icon müsste notMac sicher noch überdenken, um Konflikte mit Cupertino zu vermeiden.

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