Ant Renamer: Viele Dateien regelbasiert umbenennen

Ant Renamer: Definition der Regeln für den neuen Dateinamen

Eigentlich erstaunlich, dass man mit dem Windows Explorer Dateien nur einzeln umbenennen kann – schliesslich kommt man immer wieder in die Situation, wo man viele Dateien regelbasiert umbenennen möchte, und bei Mac OS gehört mit dem Automator ein entsprechendes Tool zum Lieferumfang. Glücklicherweise gibt es diverse kostenlose Programme, welche hier in die Bresche springen. Oft schiessen diese Programme allerdings über das Ziel hinaus und bieten derart viele Optionen, dass man sich als durchschnittlicher Computer-Anwender überfordert fühlt.

Wer eine einigermassen übersichtliche Lösung mit Open-Source-Lizenz sucht, ist mit dem Ant Renamer gut beraten. Die Benutzeroberfläche ist weitgehend selbsterklärend, die Arbeit spielt sich im wesentlichen in zwei Tabs ab: Unter “Datei” wählt man die zu bearbeitenden Dateien aus, unter “Bearbeiten” definiert man die Regeln, welche für den neuen Dateinamen zur Anwendung kommen sollen. Dabei gibt es nebst einfachen Regeln (z.B. “Zeichen einfügen” oder “Nummerierung”) auch die Möglichkeit, MP3-Tags (für Audiodateien) oder EXIF-Daten (für Fotos) zu nutzen, und natürlich fehlen auch frei definierbare Regular Expressions nicht.

Für vorsichtige Naturen bietet der Ant Renamer eine Vorschau, zudem kann die letzte (aber nur die letzte) Umbenennungsaktion rückgängig gemacht werden. Für fortgeschrittene Anwender bietet Ant Renamer die Möglichkeit, mehrere Regeln zu kombinieren und bei Bedarf auch als Batch-Datei zu speichern.

Obwohl Ant Renamer letztmals im Jahr 2008 aktualisiert wurde, kann es auch unter Windows 7 eingesetzt werden. Die Software ist unter der GNU General Public Licence (GPL) frei verfügbar.

Greenshot: Screenshot-Tool mit integriertem Grafik-Editor

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Greenshot ist ein schön gemachtes Screenshot-Tool für Windows mit GPL-Lizenz, das nahe an das von mir bevorzugte FastStone Capture (Shareware, USD 19.95) herankommt.

Greenshot wird entweder manuell gestartet oder als Auto-Start-Programm installiert und sitzt dann im System Tray rechts unten. Einen Screenshot kann man entweder per Mausklick oder per Tastaturbefehl starten und dabei einen frei wählbaren Bereich, ein Fenster oder den gesamten Bildschirm abfotografieren.

Das Resultat kann man dann entweder in die Zwischenablage kopieren, in eine Datei schreiben, an einen Drucker senden oder – und das macht dieses Tool besonders interessant – an den eingebauten Grafik-Editor übergeben. Dort kann man den Screenshot rasch zuschneiden, mit elementaren Zeichenwerkzeugen bearbeiten oder mit Text versehen, ohne dass man dafür gleich Photoshop, GIMP oder ein anderes grosses Grafikprogramm anwerfen muss.

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Greenshot ist ein übersichtliches und praxisorientiertes Tool, das man nur empfehlen kann. Im Vergleich mit dem oben erwähnten FastStone Capture vermisse ich einzig die Lupe, welche beim Abfotografieren eines frei wählbaren Bereichs die exakte Position des Cursors zeigt. Aber was nicht ist kann ja bei einem der nächsten Releases noch werden…

Belvedere: Dateien regelbasiert ablegen, löschen, umbenennen

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Belvedere ist – ähnlich wie Texter – kleines Utility-Programm für Windows aus dem Umfeld des Lifehacker-Blogs. Damit können Dateien regelbasiert verschoben, gelöscht, umbenannt oder geöffnet werden, wobei sich eine oder mehrere Regeln basierend auf Name, Extension, Grösse, Datum oder Pfad der Datei definieren lassen. Auf diese Weise können beispielsweise temporäre Verzeichnisse automatisch geleert, der Desktop regelmässig aufgeräumt oder Dateien nach einer bestimmten Naming Convention umbenannt werden.

image Vorbild für Belvedere war Hazel, eine kommerzielle Software für Mac OS X. Belvedere ist demgegenüber Open Source, allerdings auch wesentlich einfacher gehalten als Hazel. Für Standardaufgaben ist Belvedere gut geeignet. Wer automatischen Vorgängen auf seinem Rechner generell misstraut wird sich über den Test-Modus beim Erstellen einer Regel freuen: Damit kann man sehen, welche Dateien durch die Regel bearbeitet würden, bevor die Regel effektiv in Aktion tritt.

Quicksilver wird Open Source Software

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Quicksilver von Blacktree ist ein Utility exklusiv für Mac OS X, mit dem man per Tastatur Programme starten und auch ganze Befehlsketten ausführen kann. Die Software hat in der Mac-Gemeinde Kultstatus: Sie verlangt zwar etwas Einarbeitungszeit, ist aber ein einmaliges, sehr mächtiges und ausgesprochen ästhetisches Tool für Menschen, die möglichst effizient mit ihrem Rechner arbeiten wollen.

Bisher konnte man Quicksilver zwar kostenlos benutzen, es war aber nie ganz klar, ob es sich nur um eine Vorabversion einer kommerziellen Software handelt. Diesen Spekulationen hat der Entwickler nun ein Ende bereitet, indem er den Code auf Google Code publiziert und unter die Apache Licence 2.0 gestellt hat.

Texter: Systemweite Auto-Text-Funktion für Windows

Die automatische Textkorrektur von Programmen wie Outlook oder Word kann man einerseits dazu verwenden, um häufige Tippfehler auszubügeln (z.B. „dei“ statt „die“). Für Vielschreiber mindestens so wertvoll ist aber die Möglichkeit, Kürzel durch ganze Textblöcke zu ersetzen (z.B. „mfg“ für „Mit freundlichen Grüssen“).

Texter ist für Letzteres gedacht – und da es ein eigenständiges Programm ist, das beim Systemstart automatisch geladen wird, steht die Textersetzung systemweit zur Verfügung. Dies ist denn auch der grosse Vorteil dieser Software, die ansonsten ziemlich schmucklos ist und einen klar begrenzten Leistungsumfang hat:

  • Frei definierbare Hotstrings, die durch einen frei definierbaren Text ersetzt werden.
  • Wählbarer Trigger, um die Ersetzung auszulösen: Enter-, Tabulator- oder Leertaste.
  • Platzhalter für das aktuelle Datum, die aktuelle Zeit oder den Inhalt der Zwischenablage.
  • Script-Mode, der auch die Verwendung von Tastaturbefehlen im Ersatztext erlaubt (Shift, Control, Alt, Windows, Tab, Enter, Backspace, Cursor).

Insgesamt ist Texter ein wirklich nützliches Werkzeug. Zwei Dinge erscheinen mir allerdings verbesserungsfähig:

  • Die Ersatztexte werden nicht unter „Dokumente und Einstellungen“, sondern direkt im Programmverzeichnis gespeichert.
  • Dass Texter in jedem Programm zur Verfügung steht, ist normalerweise ein Segen, in Ausnahmefällen jedoch ein Fluch: Die kryptische Abkürzungen von Programmiersprachen beispielsweise können leicht mit den Hotstrings von Texter in Konflikt geraten. Texter sollte deshalb programmspezifische Profile bieten oder wenigstens für bestimmte Programme deaktivierbar sein.

Texter läuft unter Windows (inkl. Vista) und untersteht der GNU General Public Licence. Eine kurze Einführung inkl. Screencasts vermittelt rasch alles Wissenswerte. 

Launchy: Programme per Tastatur starten

Das Startmenü ist eine praktische Sache, um rasch auf alle Programme zuzugreifen, die auf einem Windows-Rechner installiert sind. Wenn man häufig dieselben Programme nutzt, ist der Weg über das Startmenü aber umständlich. Die Schnellstart-Symbolleiste in der Taskleiste macht es ein bisschen besser, aber auch nur ein bisschen, weil man trotzdem zur Maus greifen muss.

Wer die Tastatur bevorzugt, braucht Launchy. Launchy scannt das Startmenü (und wahlweise auch weitere Verzeichnisse) nach bestimmten Dateitypen und baut daraus einen Index. Anschliessend kann man per Tastenkombination den obigen Schnellstarter aufrufen, einige Buchstaben eintippen und das Programm bzw. die Datei öffnen.

Launchy unterliegt der GNU General Public License (GPL). Es ist ein einfaches, aber hübsches Tool zur Produktivitätssteigerung – aber nur ein schwacher Trost dafür, dass es für Windows kein Quicksilver gibt. 

Folder Size: Ordnergrösse direkt im Explorer anzeigen

Mac-Besitzer werden über diesen Beitrag nur müde lächeln: Dort gehört die hier beschriebene Funktion nämlich zur Standardausstattung des Finders. Unter Windows dagegen muss man normalerweise zu Drittprogrammen greifen, um alle Ordnergrössen auf einen Blick zu sehen – der Explorer zeigt von Haus aus nur die Dateigrössen an.

Abhilfe schafft Folder Size: Nach der Installation verfügt der Explorer über eine zusätzliche Spalte, die im Englischen „Folder Size“ heisst und im Deutschen „Grösse“ (nicht zu verwechseln mit der normalen Spalte „Größe“). Das ist insbesondere dann praktisch, wenn man auf der Suche nach Speicherplatzfressern ist. Aber auch vor Kopier-, Verschiebe- und Brennaktionen kennt man gerne die Ordnergrösse, ohne immer über das Kontextmenü den Eigenschaftendialog bemühen zu müssen.

Der Entwickler ist etwas selbstkritisch, was die Stabilität, Performance und Speicherplatzeffizienz seiner Software angeht. Das Risiko kann man aber problemlos eingehen – notfalls lässt sich das Programm nämlich ganz regulär über die Systemsteuerung wieder deinstallieren.

Folder Size läuft unter Windows 2000 und XP, aber nicht unter Vista. Es untersteht der GNU General Public Licence (GPL)

MenuMeters: Den Mac auf den Puls fühlen

Schreibt mein Mac gerade Daten auf die Festplatte? Wie schnell ist der aktuelle Download? Wie stark sind Prozessor und Arbeitsspeicher ausgelastet?

Diese simplen und doch immer wieder wichtigen Fragen beantwortet MenuMeters auf einen einzigen Blick – und zwar jederzeit, denn die Angaben werden in der Menuleiste eingeblendet. MenuMeters klinkt sich in die Systemeinstellungen ein, lässt sich dort sehr detailliert konfigurieren und ist eines jener Tools, die man nie mehr missen möchte.

MenuMeters untersteht der GNU General Public Licence (GPL) und läuft auf PowerPC- oder Intel-Macs ab Mac OS X 10.2 (Jaguar).

Open Source Essentials: KeePass

Der moderne Mensch verfügt über eine Vielzahl von Passwörtern, Seriennummern, PINs und Kreditkartennummern, die er sich unmöglich alle merken kann. Das verleitet dazu, immer dasselbe Passwort zu verwenden oder Passwörter auf Post-Its zu schreiben und diese an den Bildschirm zu kleben. Beides ist sicherheitstechnisch fahrlässig – und auch nicht nötig, den schliesslich gibt es Programme, welche Passwörter sicher verwalten.

Der beste Password Manager mit Open-Source-Lizenz ist KeePass von Dominik Reichl. Vom Entwickler selbst gibt es nur eine Windows-Version, auf der offiziellen Website werden aber auch Ports und Builds für Mac OS X, Linux, PocketPC und PalmOS aufgeführt.

Das Prinzip ist einfach: Alle Passwörter werden in einer verschlüsselten KeePass-Datenbank gespeichert, die nur mit einem Master-Passwort zu öffnen ist. Die Verschlüsselung erfolgt wahlweise über den Advanced Encryption Standard (AES) oder den Twofish-Algorithmus. Besonders sicherheitsbewusste Anwender wählen zusätzlich die Option, dass die Datenbank nur dann geöffnet werden kann, wenn eine zusätzliche Schlüsseldatei gefunden wird, die man beispielsweise auf einem USB-Stick oder einer CD ablegt. Ansonsten ist das Programm absolut selbsterklärend, schnell und attraktiv gemacht.

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