OpenGoo: Eine vielversprechende Online Collaboration Platform

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Es ist nicht ganz einfach, einen Gattungsbegriff zu finden, der OpenGoo gerecht wird. Die Entwickler sprechen von einem Web Office (was bei Wikipedia auch Online Office Suite heisst), aber dieser Begriff ist noch nicht wirklich etabliert und hilft somit wenig. Visuell fühlt man sich eventuell an Microsoft Outlook Web Access erinnert, aber OpenGoo ist weniger ein Personal Information Manager (PIM) als eine Alternative zu Basecamp und anderen Plattformen, welche die Zusammenarbeit in Teams unterstützen – nur dass eben die Benutzeroberfläche ziemlich anders aussieht als bei Basecamp.

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Ganz konkret ist OpenGoo eine Web-Applikation, die auf PHP und MySQL basiert und verschiedene Informationsobjekte verwaltet: Nachrichten, Kontakte, Termine, Dokumente, Aufgaben und Links. Alle diese Objekte können in Workspaces gegliedert, mit Tags versehen, kommentiert und wechselseitig verlinkt werden. Zusammengenommen ergibt dies eine Plattform, die man als Intranet oder Extranet nutzen kann, um im Team Informationen auszutauschen und Projekte zu managen.

Historisch betrachtet ist OpenGoo aus activeCollab bzw. ProjectPier entstanden, einer Open-Source-Alternative zu Basecamp. Die Benutzeroberfläche von OpenGoo erinnert allerdings nur noch bedingt daran. Das mag man bedauern, wenn man zu den Basecamp-Anhängern gehört; ich persönlich finde, dass die Oberfläche von OpenGoo zwar etwas mehr Einarbeitung erfordert, nach kurzer Zeit aber wesentlich effizienter ist.

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Beim Funktionsumfang fällt insbesondere auf, dass man mit OpenGoo Text- und Präsentationsdokumente nicht nur hoch- und herunterladen, sondern auch direkt online bearbeiten kann (Tabellenkalkulations-Dokumente in Vorbereitung). Diese Möglichkeit – die man gelegentlich als Whiteboard bezeichnet – fehlt in Project Pier, und insofern geht OpenGoo einen entscheidenden Schritt weiter. Der Anspruch der Entwickler, eine Alternative zu Google Docs zu bieten, ist dann allerdings schon etwas dreist. Die Textverarbeitung ist nämlich nichts anderes als der bekannte FCKeditor, der lediglich HTML erzeugt – Word-Dokumente kann man damit also nicht erstellen oder bearbeiten. Und das auf Slimey basierende Präsentationsmodul ist dermassen reduziert, dass ich mir schwer vorstellen kann, dass man damit ernsthaft arbeiten möchte.

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Unter dem Strich ist OpenGoo eine der attraktivsten Open-Source-Lösungen für die web-basierte Zusammenarbeit in mittelgrossen Gruppen bzw. Organisationen. Wenn das Ziel dieser Zusammenarbeit die Entwicklung einer Software ist, dann gibt es sicher bessere Tools, die nicht bloss einfache Task-Listen, sondern einen Issue-Tracker bieten. Auch wer klassisches Projekt-Management mit Gantt-Charts sucht, wird mit OpenGoo nicht glücklich. Für eine Vielzahl von Projekten ist OpenGoo aber genau die richtige Lösung: Nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig. Und dank intensivem AJAX-Einsatz gestaltet sich die Arbeit mit dem Tool auch bei einem preiswerten Hosting-Account angenehm flüssig.

3 Gedanken zu „OpenGoo: Eine vielversprechende Online Collaboration Platform“

  1. @Wang: Du bist nicht der Einzige, der sich Gantt-Charts wünscht – im OpenGoo-Forum gibt es hierzu diverse Diskussionen. Allerdings schrieben dort die Entwickler Ende August 2009 unmissverständlich:

    «I’m sorry to say that this feature won’t be added soon, unless it is sponsored by one or many customers or community members.»

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