1. German Financial Open Source Summit

Auch für Finanzdienstleister gibt es zunehmend Software-Lösungen aus dem Open-Source-Umfeld. Der deutsche IT-Dienstleister S&N AG, der sich auf die Finanzindustrie spezialisiert hat und unter dem Namen Ophelos ein Kompetenzzentrum für Open Source Software betreibt, führt deshalb am 14. November 2006 den ersten German Financial Open Source Summit durch. Die Teilnehmer erwarten Best-Practice-Vorträge folgender Unternehmen:

  • Apache Software Foundation
  • Rheinland Versicherung
  • Telekurs Card Solutions
  • Pentaho
  • S&N

c’t: Firefox schlägt Internet Explorer 7

Der Internet Explorer 7 ist derzeit als Release Candidate 1 verfügbar und steht somit kurz vor der Auslieferung. Die Zeitschrift c’t hat aus diesem Anlass in der aktuellen Ausgabe die neuste Version des Microsoft-Webbrowsers getestet. Das Ergebnis in einem Satz:

“Mit Release 7 wird Internet Explorer wieder halbwegs konkurrenzfähig.”

Das klingt wenig schmeichelhaft – und ist auch so gemeint. Bezogen auf die Funktionalität lautet das Fazit:

“Mit Internet Explorer 7 bringt Microsoft wieder einen alltagstauglichen Browser heraus, mehr – wie man es eigentlich vom weltgrössten Softwarekonzern erwartet hätte, der im Browser-Markt Boden gut machen will – aber auch nicht. […] Fairerweise muss man dem Entwicklerteam zugutehalten, dass es bei mehr oder weniger Null anfangen musste; der IE7 wurde in wesentlichen Teilen komplett neu geschrieben.”

Auch hinsichtlich Unterstützung von Standards fällt das Urteil nur mittelprächtig aus:

“Die Microsoft-Entwickler haben gute Arbeit dabei geleistet, das alte Wrack Internet Explorer 6 wieder flott zu machen. Das heisst nicht, dass ein wirklich guter Browser herausgekommen ist: Zumindest in Sachen Webstandards bleibt der Kronprinzip klar hinter der Konkurrenz zurück.”

Mit anderen Worten: Firefox – wo derzeit der Release Candidate 3 der Version 2.0 ansteht – ist weiterhin der bessere Browser.

Freie Zeitungsarchive als Überlebensfrage?

In der hiesigen Medienlandschaft gilt der Grundsatz, dass Informationen das zentrale Kapital einer Zeitung darstellen und dass man sie deshalb nicht verschenken darf. Entsprechend sind die meisten Online-Zeitungsarchive der Schweiz nur gegen Bezahlung zugänglich.

Der Medienspiegel bringt nun einen interessanten Aspekt in diese Diskussion ein: Wenn Zeitungsarchive kostenpflichtig und deshalb passwortgeschützt sind, können sie von Google & Co. nicht indiziert werden. Dies führt dazu, dass diese Artikel bei einer Web-Suche nicht gefunden und deshalb auch immer seltener zitiert werden. Auf diese Weise werden die einstigen Leitmedien diese Rolle zunehmend an frei verfügbare Online-Informationsdienste abtreten müssen, was langfristig wesentlich dramatischere Konsequenzen haben könnte als ein offenes Online-Archiv.

Joomla! 1.5 als Beta-Version verfügbar

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Vom Open Source CMS Joomla! – das die Mambo-Entwickler nach dem Zerwürfnis mit Miro bzw. der Mambo Foundation ins Leben gerufen haben – ist die Beta-Version 1.5 verfügbar. Die Software wurde von Grund auf neu entwickelt und verfügt über ein neues API. Ziel der neuen Version war vorab die Optimierung in Sachen Usability, Stabilität und Skalierbarkeit. Weitere Verbesserungen betreffen die folgenden Punkte:

  • Internationalisierung (Double-Byte Characters, Schriftsysteme mit Laufrichtung von links nach rechts)
  • Integration von externen Applikationen via Web Services
  • Benutzer-Authentifizierung über LDAP-Server
  • Accessibility (behindertengerechte Websites)
  • Integration von Components und Extensions
  • Rückwärtskompatibilität zu früheren Joomla!-Versionen

Damit wird immer deutlicher, dass Joomla! der wesentlich lebendigere Zweig dieses Projekts ist und damit bestimmt, wohin sich dieses CMS entwickelt. Von Mambo sind seit der Abspaltung von Joomla! nur einige kleinere Updates erschienen, dort ist man derzeit bei der Version 4.6.1 angekommen.

3 Jahre Berliner Erklärung

Am 22. Oktober 2003 wurde die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities) unterzeichnet. Open Access gemäss der Berliner Erklärung bezieht sich dabei nicht nur auf wissenschaftliche Zeitschriftenliteratur, sondern schliesst auch das Kulturgut in Archiven, Bibliotheken und Museen mit ein.

In der Schweiz wurde die Berliner Erklärung erstmals im Dezember 2004 von der Universität Zürich unterzeichnet. Im Januar 2006 folgten die Schweizerische Hochschulrektoren-Konferenz (CRUS), der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und der Rat der Wissenschaftlichen Akademien in der Schweiz (CASS). Im März 2006 setzte auch der Rektor der ETH Zürich seine Unterschrift unter das Dokument (Artikel in ETH Life).

Auch bei der Umsetzung ist übernahm die Universität Zürich eine Pionierrolle: Der Open Access Server ZORA ist seit wenigen Tagen online – gewissermassen zum 3jährigen Jubiläum der Berliner Erklärung.

Paint.NET 3.0 als Alpha-Version

Wer nach Open Source Grafikprogrammen sucht, stösst unweigerlich auf GIMP (GNU Image Manipulation Program). Die Software ist für Windows, Mac OS X und UNIX/Linux verfügbar und eine feste Grösse in der Szene. Sie zeichnet sich durch einen beachtlichen Leistungsumfang, aber auch ein eher eigenwilliges Bedienungskonzept aus. Wer Photoshop kennt, muss vieles neu lernen – daran kann auch die Sonderversion Gimpshop (mit Photoshop-kompatiblen Tastaturkürzeln) nur bedingt etwas ändern. Zudem öffnet GIMP für viele Teilaufgaben eigene Fenster, Paletten und Dialoge, was das Programm etwas umständlich und unübersichtlich macht.

Zumindest unter Windows gibt es mit Paint.NET eine prüfenswerte Alternative, die viele Alltagsaufgaben effizient erledigt und inzwischen weit mehr ist als die ursprüngliche geplante Alternative zu Microsoft Paint. Die kürzlich als Alpha-Release veröffentlichte Version 3.0 bringt zudem nochmals eine ganze Reihe von neuen Features (Feature-Liste und Download bei BetaNews). Wie der Name andeutet setzt Paint.NET die Installation des Microsoft .NET-Frameworks voraus.

ZORA: Open Access Server der Uni Zürich ist online

Die Universität Zürich hat heute den Dokumenten- und Publikationsserver ZORA (Zurich Open Repository and Archive) online geschaltet. Damit hat die Open Access Strategie in Zürich einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Ab sofort können wissenschaftliche Artikel von Hochschulangehörigen auf dem ZORA-Server publiziert und so der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden – in der Regel als Volltext im PDF-Format.

Studie über Freie Software in der Schweiz

Anfangs Oktober wurde die aktuelle FOSS Studie Schweiz veröffentlicht. Die von SwissICT und /ch/open in Auftrag gegebene Studie untersucht die Verbreitung von Freier und Open Source Software (FOSS) in 300 befragten Unternehmen. Im Vergleich zu einer im Jahre 2003 durchgeführten Studie glauben heute die Verantwortlichen, dass mit Freier Software IT-Kosten gesenkt werden können, dass die Verfügbarkeit von FOSS-Dienstleistungen gestiegen ist und dass sich generell der Unternehmenseinsatz von FOSS verbessert hat. Die Studie kann auf der Website der Swiss Open Systems User Group als PDF heruntergeladen werden.

Amnesty International: Petition gegen Internet-Zensur

Obige Karte der OpenNet Initiative ONI zeigt, in welchen Ländern das Internet durch die Behörden zensuriert wird. Autoritäre Regimes überwachen nicht nur die Publikation von politischen Informationen im eigenen Land, sondern filtern missliebige Inhalte jeglicher Herkunft. So werden beispielsweise in China gewisse Schlagwörter von den Suchmaschinen nicht akzeptiert bzw. die Resultatslisten gefiltert, wenn man nach “Demokratie”, “Unabhängigkeit Tibet” oder “Falun Gong” sucht – dank der Kooperation von Microsoft, Google und Yahoo mit den chinesischen Behörden.

Amnesty Internatinal hat deshalb mit IRREPRESSIBLE.INFO ein Kampagne gegen die Internet-Zensur lanciert. Mit einer Online-Petition – die schon von über 40’000 Personen unterzeichnet wurde und im November 2006 bei der Uno-Konferenz über die Zukunft des Internets (Internet Governance Forum) übergeben wird – soll der folgenden Forderung Nachdruck verliehen werden:

“I believe the Internet should be a force for political freedom, not repression. People have the right to seek and receive information and to express their peaceful beliefs online without fear or interference.

I call on governments to stop the unwarranted restriction of freedom of expression on the Internet – and on companies to stop helping them do it.”