LTSun-Engine: Das Frontend Editing CMS

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Die LTSun-Engine ist ein PHPbasiertes einfaches CMS, das die Trennung zwischen Frontend und Backend aufhebt: Der Content Manager bewegt sich grundsätzlich immer im Frontend und kann dort (sofern er eingeloggt ist) alle editierbaren Bereiche einer Seite bearbeiten. Hierzu öffnet sich ein Editor, der dem jeweiligen Content angepasst ist und sich direkt über die Seite legt. Änderungen werden direkt in die Seite zurückgeschrieben und sind sofort sichtbar – dank AJAX ohne Reload. (Demo)

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Auch das Einfügen von neuen Seiten oder das Anpassen der Site-Struktur ist mit LTSun möglich, wobei man für neue Seite verschiedene Templates definieren kann. Diese Templates sind PHP-Dateien, die nebst dem HTML-Gerüst der Seite auch PHP-Funktionsaufrufe enthalten, um für die editierbaren Bereiche den geeigneten Editor aufzurufen. Als Besonderheit kann LTSun zudem Schrift als Bilder rendern, so dass man eine attraktive Typografie benutzen kann, ohne die Titel-GIFs manuell produzieren zu müssen (setzt die GD2 Library voraus).

Bei meinem Test auf einem lokalen XAMPP-Server stiess ich zwar auf einige Schwierigkeiten (bei der mir die magere Dokumentation nur teilweise weiterhalf), doch das Prinzip funktioniert. Natürlich ist LTSun ein sehr spezielles CMS, das sich nur für kleinere, content-lastige Websites ohne viele funktionale Elemente eignet. Der Ansatz, das Content Management im Frontend zu erledigen, ist aber hoch aktuell. Und mit der angekündigten Version 2.0 wird LTSun hoffentlich auch noch ein bisschen performanter.

Die LTSun-Engine steht unter der GNU General Public Licence 2.1, setzt mindestens PHP4 voraus und erfordert keine Datenbank.

webEdition: Open Source CMS mit kommerziellem Support

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Das Content Management System webEdition ist anfangs November unter der General Public Licence (GPL) freigeben worden. Damit steht das bisher kostenpflichtige CMS für alle Interessierten zum freien Download zur Verfügung. Kostenpflichtig ist nur noch der Support durch die Herstellerfirma Living-e, den man in Form von Support-Tickets, Schulungen oder Projektunterstützung beziehen kann.

Dieser Schritt zeigt, dass Open Source zunehmend zum Verkaufsargument wird. webEdition hat gemäss Herstellerangaben immerhin 50’000 Installationen, trotzdem sieht man mit dem sogenannten dualen Modell mehr Erfolgschancen. Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass es aufgrund der guten Open-Source-CMS zunehmend schwierig wird, proprietäre CMS zu verkaufen und dass die Freigabe ein Stück weit eine Flucht nach vorne darstellt.

Eine Bemerkung am Rande: Während die Freigabe einer Software als Open Source oft sehr unspektakulär erfolgt, indem der Code irgendwo ins Netz gestellt wird, ist die Lancierung von webEdition als Open-Source-CMS offenbar sehr professionell geplant worden. Jedenfalls lag pünktlich zum Lancierungstermin ein Couvert in meinem Briefkasten, adressiert an das “Redaktionsbüro Sauter”. Darin befand sich ein eigentliches Medien-Kit – stilgerecht auf einem gebrandeten USB-Memorystick…

piwik_psi: Piwik Webstatistics für TYPOlight

Es ist ein Glücksfall, wenn man zwei bewährte Applikationen miteinander verschmelzen kann. Die Extension piwik_psi ist genau so ein Glücksfall: Sie erlaubt es, die Zugriffsstatistik einer Piwik-Installation direkt im Backend von TYPOlight anzuzeigen. Ein CMS-Administrator muss sich dadurch nicht mehr in ein separates System einloggen, nur um die Besucherzahlen zu überprüfen, sondern kann dies im Rahmen seiner sonstigen Arbeiten erledigen.

piwik_psi bindet nicht einfach Piwik 1:1 als iFrame ein, sondern macht sich das Widget-Konzept von Piwik zu nutze. Dadurch integriert sich die Statstik sehr harmonisch in das TYPOlight-Backend. Die Navigationsstruktur (Übersicht – Benutzer – Aktionen – Referers) entspricht dem von Piwik, und auch die Auswahl des Zeitfensters findet sich wieder. Einzelne Navigationspunkte sind allerdings noch leer, die Extension ist also noch nicht wirklich fertig.

Um es nochmals ganz deutlich zu sagen: piwik_psi erlaubt es lediglich, eine TYPOlight-Installation an eine Piwik-Installation anzubinden, so dass die Seitenaufrufe von TYPOlight in Piwik gezählt und die Resultate wieder in TYPOlight angezeigt werden. Wer die Extension nutzt, muss also Piwik zusätzlich installieren. Wenn diese Vorbedingung erfüllt ist, geht der Rest aber sehr einfach: piwik_psi wird wie jede Extension andere installiert, und man muss lediglich verstehen, wo man welche Werte in TYPOlight eintragen muss, damit die Verbindung mit Piwik zustande kommt. (Es handelt sich um die Site-ID und das Piwik-Token, die man in den Seitenlayouts eintragen muss – dort, wo man auch ein Google Analytics Tag setzen würde. Beide Werte findet man im Piwik-Admin.)

Drupal, Acquia und das duale Modell

Als duales Modell bezeichnet man in der Open-Source-Welt ein Lizenzierungskonzept, bei dem der Benutzer die Wahl hat, ob er eine Software kostenlos nutzen will oder ob ihm professioneller Support durch die Entwickler wichtiger ist. MySQL oder RedHat sind Beispiele für Unternehmen, die ihre Produkte nach diesem Modell vertreiben. Das duale Modell macht Sinn: Unternehmenskunden können so Open Source Software einsetzen und erhalten trotzdem Support wie bei einer kommerziellen Software, während Benutzer mit technischem Know-how weiterhin von kostenloser Software auf hohem Niveau profitieren können, wenn sie das wollen.

Nachdem die Drupal-Entwickler kürzlich von Investoren das Kapital zur Gründung von Acquia erhalten haben, erfolgt nun auch bei diesem Open Source CMS der Schritt zum dualen Modell. Man kann Drupal weiterhin nach den Spielregeln der GNU General Public Licence kostenlos nutzen und sich dabei auf freiwilliger Basis von der Community helfen lassen – man kann nun aber auch bei Acquia gegen Bares professionellen Support buchen.

Mehr dazu bei OStatic. (Bemerkung am Rande: Acquia ist ein Sponsor von OStatic.)

Artikelwerk: CMS für Politik, Verbände und Vereine

imageArtikelwerk heisst ein CMS, das sich speziell “für den politischen Alltag im Internet” eignen soll. Es basiert auf dem Midgard CMS Framework, und organisiert Inhalte primär in Artikeln statt in Seiten. Dadurch soll das rasche und einfache Publizieren von Aktualitäten (News, Pressemitteilungen etc.) unterstützt werden.

Die Dokumentation auf der Website ist reichhaltig und durchgängig in deutscher Sprache, allerdings geizt sie mit Abbildungen. Dadurch kann man sich kaum einen Eindruck von der Software verschaffen, ohne sie herunterzuladen und zu installieren.

Artikelwerk setzt PHP und MySQL sowie einen Midgard-Server voraus. Der Quellcode steht unter der GNU General Public Licence (GPL) zur Verfügung.

TYPOlight: Das Volks-CMS

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Ein knappes Jahr ist es her, seit ich das Web-CMS TYPOlight in diesem Blog erstmals vorgestellt habe. Inzwischen hat der Entwickler Leo Feyer einige weitere Releases veröffentlicht und ist heute bei der Version 2.5 angekommen. Allerdings geht es mir hier nicht um die seither implementierten Features (hierzu gibt es ein übersichtliches Changelog), sondern um eine Würdigung eines CMS, das in seiner Übersichtlichkeit, Konsequenz und Ästhetik seinesgleichen sucht – insbesondere in der Open-Source-Welt, wo Funktionalität leider oft wichtiger ist als Benutzerfreundlichkeit.

Vorausschicken muss ich, dass ich in den letzten Jahren von phpWCMS über Mambo/Joomla!, PostNuke, XOOPS und Drupal bis hin zu TYPO3 schon eine ganze Reihe von PHP/MySQL-basierten CMS getestet habe. Dass inzwischen TYPO3 mein bevorzugtes CMS ist, liegt an dessen Leistungsfähigkeit – bei einfachen Projekten (und bei ungeübten Content Managern) wäre allerdings ein schlankeres CMS oft sinnvoller. TYPOlight ist genau das – und es ist dermassen konsequent durchkonzipiert und durchgestylt, dass man nur staunen kann, wie ein einziger Entwickler so etwas zustande bringt. Architektur, Funktionalität, Usability, Design und Dokumentation – hier stimmt einfach alles.

Wohl verstanden: Wenn es um den Leistungsumfang und die Konfigurierbarkeit geht, dann kann TYPOlight in keiner Weise mit TYPO3 mithalten. Wer aber eine kleine bis mittlere Website baut und diejenigen Funktionalitäten sucht, die in der Praxis bei 80 Prozent aller Websites benötigt werden, ist bei TYPOlight genau richtig: Ob Formulargenerator, Bildgalerie, Gästebuch, Event-Kalender, Download-Sektion, Newsletter oder Volltextsuche – all dies gehört zum Standard-Umfang von TYPOlight, der zudem über Extensions noch erweitert werden kann. Der Raum für Sonderwünsche ist zwar begrenzt, dafür ist die Website in kürzester Zeit aufgesetzt und kann selbst von ungeübten Content Managers problemlos bewirtschaftet werden.

10 populäre Open Source CMS im Überblick

imageContentmanager.de ist eine der führenden Websites im deutschsprachigen Raum, wenn es um Evaluation und Einsatz von Contentmanagement-Systemen geht. Die Plattform hat kürzlich ein E-Book herausgegeben, das eine Auswahl der wichtigsten Open Source CMS vorstellt (auch wenn der Zusatz “Open Source” im Titel irgendwie vergessen gegangen ist). Folgende Produkte werden auf jeweils einem halben Dutzend Seiten beschrieben: Drupal, Joomla!, TYPO3, TYPOlight, OpenCMS, Basecamp, CMS Made Simple, PostNuke, AxCMS.net und eZ Publish. Das E-Book kann gegen Angabe einer E-Mail-Adresse auf www.contentmanager.de kostenlos heruntergeladen werden.

Onecore: Das Single Page CMS

Coreone CMS Screenshot

Onecore ist vielleicht nicht das allerkleinste CMS der Welt, aber schon ziemlich nah dran. Man könnte es ein Micro CMS nennen, aber mir ist der Begriff Single Page CMS lieber, weil er im doppelten Sinn zutrifft: Onecore wurde dazu geschaffen, um eine einzelne Webpage zu bewirtschaften – und auch das CMS selbst findet in einer einzigen PHP-Datei Platz (inklusive Content, wohlverstanden). Ein wirklich hübsches Skript vom jungen Schweizer Entwickler Remo Fritzsche.

Nehmen wir einen konkreten Anwendungsfall: Um die URLs, die ich auf meinem Mobiltelefon regelmässig brauche, nicht mühsam auf der Handy-Tastatur eintippen zu müssen, habe ich mir eine kleine Link-Sammlung auf meinem Webserver angelegt. Diese Link-Sammlung ist eine einzige, schmucklose Seite, die möglichst schnell laden soll und die ich ein-, zweimal im Monat vom PC aus aktualisiere. Dies könnte ich natürlich mit einem Editor tun, der auch FTP-Zugriff unterstützt, aber für die paar kleinen Änderungen ist mir dies zu umständlich. Viel lieber möchte ich wie in einem Wiki spontant einen “Seite editieren”-Button klicken und die Updates einpflegen können, direkt im Browser. Genau dafür ist Onecore wie geschaffen: Indem man der URL ein ?edit anfügt, wird die Seite – nach einer Passwort-Abfrage – in einem Textfeld geöffnet und kann dort (als HTML-Code) editiert werden.

Onecore ist extrem einfach zu installieren: Da es keine Datenbank braucht, spielt man es einfach per FTP auf den Webserver. Der Dateiname des PHP-Skripts ist zugleich der Name der Seite, die es bewirtschaftet und kann frei gewählt werden (so lange die Endung *.php erhalten bleibt). Der Content wird direkt in das PHP-Skript geschrieben – das macht es einfach, die Seite samt CMS zu zügeln, auf der anderen Seite darf man bei einem allfälligen Onecore-Upgrade nicht vergessen, zuerst den Inhalt zu sichern.

Zu beachten ist, dass Onecore nur unter PHP5 läuft und korrekte Zugriffsrechte benötigt. Ausserdem legt Remo Fritzsche Wert auf den Hinweis, dass sich Onecore noch in Entwicklung befindet – es sind weitere Features geplant, ausserdem soll das CMS sicherer gemacht werden.

Onecore wird als “Free Software” bezeichnet; wie der Entwickler auf Anfrage mitteilte, kommt die GNU General Publice Licence (GPL) zur Anwendung.

iX 12/2007: 8 Open Source CMS im Test

In der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift iX – Magazin für professionelle Informationstechnik werden 5 PHP- und 3 Java-CMS mit Open-Source-Lizenz getestet.

image In der PHP-Fraktion positioniert sich TYPO3 wenig überraschend als leistungsfähiges System für den professionellen Einsatz. Hervorgehoben werden das gut strukturierte Backend, das Frontend-Editing, die detaillierte Rechtesteuerung sowie Workflow und Versionierung. Auf der anderen Seite wird die Komplexität des Systems kritisiert, welche für Content Manager, Template-Designer und CMS-Administratoren einen erheblichen Lernaufwand bedeutet. Der Artikel zeigt auch auf, dass TYPO3 letztlich mehr ist als “nur” ein CMS, sondern dank der immensen Fülle an Extensions eine Basis für fast jede Web-Anwendung bilden kann. Die Beschreibung erscheint mir persönlich sehr kompetent und die Beurteilung fair.

image Mit Drupal und Joomla werden zwei weitere populäre Vertreter aus dem PHP-Lager vorgestellt. Während Drupal für mittelgrosse Community-Websites empfohlen wird, offenbart der Artikel Schwächen bei Joomla (die es zumeist noch von Mambo geerbt hat). Als Aussenseiter gehen das leistungsfähige Papaya und das elegante Redaxo ins Rennen.

image Bei den Java-basierten CMS lese ich eine Empfehlung für Magnolia aus dem Testbericht heraus. Das in der Schweiz entwickelte System bietet eine moderne Benutzeroberfläche und eine ebenso moderne Datenhaltung nach JSR-170-Standard. Ein Wermutstropfen stellt der Umstand dar, dass nicht alle Funktionen der kostenpflichtigen Enterprise Edition auch in der freien Community Edition zur Verfügung stehen. Ebenfalls getestet wurden Apache Lenya sowie OpenCMS.

P.S. Nach wie vor eine hervorragende Adresse für Open Source CMS ist www.opensourcecms.com, wo man viele Systeme in der Rolle als Administrator oder Content Manager direkt testen kann.

Kostenloser Download: Fachbuch über Drupal

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Drupal: Community-Websites entwickeln und verwalten mit dem Open Source CMS” heisst das Buch von Holger Graf, das der Addison-Wesley Verlag zum kostenlosen Download freigegeben hat. Das mag daran liegen, dass das Buch nur die Drupal-Version 4.7 abdeckt (aktuell ist Durpal bei der Version 5.2 angekommen) – aber immerhin.

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