BitNami: Open Source Software testen ohne Installationsaufwand

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Nehmen wir an, Sie wollen den Release Candidate des Open Source CMS Joomla 1.5 testen. Für die Installation möchten Sie möglichst wenig Aufwand betreiben – am liebsten so wenig wie bei der Installation einer ganz normalen Desktop-Applikation. Wie geht das?

Beispielsweise mit einem Installationspaket von BitNami. Das Projekt stellt diverse Open Source Server-Applikationen in Form von handlichen Installationspaketen (auch Stacks genannt) zur Verfügung. Ein professionell gestalteter Assistent führt durch die notwendigen Schritte, fragt Speicherort und Login-Daten ab, und installiert anschliessend selbständig alle benötigten Komponenten – nebst der Software selbst auch Webserver, Datenbank etc.

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Beim Joomla-Paket funktioniert das erstaunlich gut, sogar unter Windows Vista, das bekanntlich sehr restriktiv ist bezüglich Sicherheit und deshalb bei Installationsprozessen gelegentlich Probleme macht. Sobald der Installer seine Arbeit getan hat, öffnet sich der Browser und Joomla ist einsatzbereit. Was aber noch viel schöner ist: Genau so einfach, wie man ein Paket installiert, kann man es per Deinstallation auch wieder entfernen.

Das Angebot von BitName umfasst diverse Klassiker wie WordPress, Joomla, MediaWiki, Drupal, phpBB, Mantis, Trac, Alfresco oder Moodle. Zudem gibt es “neutrale” Stacks mit Apache, PHP und MySQL für Windows, Mac und Linux (WAMP, MAMP bzw. LAMP) in der Tradition von XAMPP, WOS oder The Uniform Server. Auch ein RubyStack mit Ruby on Rails für Windows ist verfügbar.

Siehe auch:

EOS Directory: Open Source Software für Unternehmen

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Das EOS Directory ist ein weiteres Verzeichnis für Open Source Software. Es ist allerdings insofern speziell, als es sich explizit an IT-Entscheider von Unternehmen richtet und nicht von einer Community, sondern von einem internationalen Beratungsunternehmen für Open Source Software betrieben wird.

“The objective of Optaros’ EOS Directory 2007 is to give IT decision makers navigation support by listing the most relevant, useful and enterprise-ready open source platforms, components, frameworks and solutions in an easy-to-read overview.

Optaros’ EOS Directory 2007 lists some 260 projects in four software categories (operating systems and infrastructure, application development and infrastructure, infrastructure solutions and business applications). The selection and the rating system is based on the experience of Optaros’ worldwide consulting and integration work force, substantial research and evaluations, as well as interaction with open source communities and companies.”

Origo: Macht die ETH Zürich Sourceforge Konkurrenz?

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Als Forschungsprojekt des Lehrstuhls für Software Engineering an der ETH Zürich ist dieser Tage die Software Development Platform Origo online gegangen. Origo selbst ist Open Source Software, die gehosteten Software-Projekte können aber sowohl Open Source als auch Closed Source sein. Zum Funktionsumfang der Plattform gehören klassische Komponenten wie Issue Tracker, Forum oder File Repository. Hervorzuheben sind die Plug-Ins, dank denen man aus einer Entwicklungsumgebung (z.B. Eclipse) heraus direkt auf Origo zugreifen kann.

Ob Origo allerdings wirklich eine Konkurrenz zu Sourceforge werden kann und will, wie das bei heise.de zu lesen ist, wird sich wohl noch zeigen müssen. Die Macher von Origo waren jedenfalls ziemlich überrascht von der Resonanz, die ihr Projekt erfahren hat, und was man derzeit auf der Plattform findet sind vor allem Demo-Projekte.

WOS Portable und WOS X: Der WAMP-Server für den USB-Stick

WOS steht für Webserver on Stick, und damit ist das Wichtigste eigentlich bereits gesagt: Das Software-Paket von Cornelius Herzog installiert einen kompletten Webserver mit Apache, PHP und MySQL auf einer Festplatte oder eben auf einem USB-Memorystick. Zudem bietet WOS eine komfortable Oberfläche, um den Server zu starten, zu konfigurieren und zu stoppen – etwa so, wie man das auch von XAMPP von Apache Friends kennt.

Wer WOS herunterlädt, kann über den sogenannten WOS Mixer nicht nur zwischen verschiedenen Apache-, PHP- und MySQL-Paketen auswählen, sondern bei Bedarf auch noch einige populäre Web-Applikationen dazupacken: Die Content-Management-Systeme Drupal, Joomla, Mambo und TYPO3 stehen hier ebenso zur Auswahl wie MediaWiki, Moodle, OS Commerce, phpMyAdmin und WordPress. Der WOS Mixer berechnet dabei nicht nur die Download-Grösse, sondern auch gleich den Speicherbedarf auf der Festplatte bzw. dem USB-Stick.

WOS gibt in zwei Versionen: Die Standardversion heisst WOS Portable und umfasst alles, was man als Einsteiger braucht. WOS X bietet erweiterte Konfigurationsmöglichkeiten sowie die Option, den Webserver über Internet zu steuern. Nachdem WOS X durch die Community für 1’000 Euro freigekauft wurde, sind nun beide Versionen unter der GNU GPL verfügbar.

Die Website von CH Software ist leider etwas unstrukturiert. Eine gute Einführung gibt es in diesem Wikipedia-Artikel, und für den Download laden Sie zunächst WOS Portable über den WOS-Mixer herunter und – falls gewünscht – anschliessend noch WOS X.

Alternativen zu kommerziellen Programmen

osalt.com steht für Open Source Alternative und ist eine Website mit Kurzportraits von Programmen aus verschiedensten Anwendungsgebieten. Der Clou: Jedem Programm werden Alternativprodukte gegenübergestellt, wobei der Zweck der Website darin besteht, Open-Source-Alternativen für kommerzielle Programme zu empfehlen. Die Site ist reichhaltig und schön gemacht – einzig der Hinweis, auf welchen Betriebssystemen eine Software läuft, könnte prominenter sein, denn dies ist in der Regel das primäre Kriterium bei der Software-Suche. 

PortableApps: Open Source Software Suite To Go

Viele Anwender von Open Source Software stehen vor dem Problem, dass sie auf anderen Rechnern nicht ihre vertrauten Programme vorfinden, sondern deren kommerziellen Pendants. Oft ist es zu umständlich – oder mangels Administratorrechten sogar unmöglich – ein Open-Source-Programm selbst zu installieren. Hier helfen Portable Apps – Programme, die ohne Installation direkt ab einem mobilen Datenträger laufen.

Wer mit minimalem Aufwand die wichtigsten Portable Apps auf einen Datenträger bringen will, greift zur PortableApps Suite von John T. Haller. Diese fasst zwei Dutzend der am häufigsten genutzten Open Source Programme in einem selbstextrahierenden Archiv zusammen und liefert ein hübsches Startmenü mit. Das Archiv kann im Prinzip auf einen beliebigen Datenträger entpackt werden – nebst dem klassischen USB Memorystick kommen auch portable Festplatten oder MP3-Player in Frage.

Mit Mozilla Firefox, Mozilla Thunderbird, Mozilla Sunbird, OpenOffice.org, GIMP, VLC Media Player, FileZilla, Gaim und 7zip bringt die Standard Edition der PortableApps Suite die gängigsten Tools für digitale Nomaden mit und beansprucht trotzdem nur 512 MByte Speicherplatz. Die Lite Edition ersetzt OpenOffice.org durch AbiWord und passt sogar auf einen 256-MByte-Datenträger. Bei der Base Edition kann der Anwender die gewünschten Programme selbst zusammenstellen.

NGO-in-a-Box: Software-Pakete für gemeinnützige Organisationen

Gemeinnützige Organisationen (engl. Non-Governmental Organisations NGO) verfügen in der Regel über ein beschränktes Budget. Zudem wird von ihnen erwartet, dass sie ihre Mittel möglichst vollständig in die Projektarbeit investieren und möglichst wenig für Infrastruktur ausgeben. Es ist deshalb nur logisch, dass viele NGOs Freie Software einsetzen, um das Informatik-Budget zu entlasten. Hinzu kommt, dass es für gewisse NGOs auch aus politischen Gründen Sinn machen kann, keine Produkte von kommerziellen Software-Herstellern einzusetzen. Auf der anderen Seite haben die IT-Verantwortlichen von NGOs aber selten die notwendigen Ressourcen, um Open Source Software zu evaluieren und die für Freie Software typischen Herausforderungen zu bewältigen. 

Hier setzt das Tactical Technology Collective an: Unter dem Label NGO-in-a-Box stellt die in Amsterdam beheimatete Organisation Pakete mit Freier Software zusammen, die sich im NGO-Alltag bewährt haben. Solche Pakete enthalten nicht nur die Software selbst, sondern auch Anwendungsszenarios und Support-Informationen. Mit unterschiedlichen Editionen versucht NGO-in-a-Box dabei den unterschiedlichen Bedürfnissen der NGOs gerecht zu werden – derzeit gibt es eine Security Edition, eine Audio Video Edition und eine Open Publishing Edition.

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