Flussdiagramme mit OpenOffice.org Draw

OpenOffice.org Draw erstellt auch Flussdiagramme

Auf der Suche nach einer Flowchart-Software mit Open-Source-Lizenz bin ich kürzlich bei einem Programm gelandet, das ich schon längst (wenn auch für andere Zwecke) auf meinem Rechner installiert hatte: OpenOffice.org Draw.

Hat man einmal die beiden Paletten “Flussdiagramme” und “Verbinder” gefunden (sie gehören zur Symbolleiste “Zeichnen”, die standardmässig am unteren Fensterrand angezeigt wird), dann stehen einem alle Objekte zur Verfügung, die man als durchschnittlicher Flussdiagramm-Entwerfer braucht. Besonders wichtig sind die dynamischen Verbinder, welche als Pfeile zwischen zwei Objekten stehen: Sie suchen sich automatisch eine sinnvolle Linienführung und bleiben auch dann mit den benachbarten Objekten verbunden, wenn jene verschoben werden. (Genau diese Funktionalität fehlt beispielsweise bei Pencil, so dass die Collection mit Flowchart Shapes nicht wirklich sinnvoll nutzbar ist.)

Einige weitere Features scheinen mir wichtig, und OpenOffice.org Draw hat sie alle:

  • Die Objekte können in unterschiedlichen Ebenen angelegt werden, welche ein- oder ausgeblendet werden können.
  • Es stehen Formatvorlagen zur Verfügung, so dass die Objekte des Flussdiagramms schnell und einheitlich formatiert werden können.
  • Das Ausrichten von mehreren Objekten wird in vielfältiger Weise unterstützt (Raster, Hilfslinien, Ausrichten an anderen Objekten), so dass man rasch ein sauberes Layout erhält.

Nicht ganz optimal scheint mir die Positionierung des Textes bei Verbindern. Ausserdem gibt es Situationen, wo man Verbinder plötzlich nicht mehr anwählen kann. Von solchen Details abgesehen ist OpenOffice.org Draw aber eine gut ausgestattete Flowchart-Software, die zudem viele weitere Möglichkeiten eines vektororientierten Grafikprogramms bietet. Nebst dem etwas gewöhnungsbedürftigen Diagramm-Editor Dia scheint mir OpenOffice.org im Moment der einzige ernstzunehmende Flowcharter mit Open-Source-Lizenz zu sein.

Dia: Visio-Alternative für Windows und Linux

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Nein, Dia ist kein Präsentationsprogramm im Stil von PowerPoint oder Keynote, sondern ein Diagramm-Editor, der nach den Worten der Entwickler “roughly inspired by the commercial Windows program Visio” ist. Da Dia – wie beispielsweise auch GIMP – auf GTK+ basiert, kann es sowohl unter Linux als auch unter Windows laufen; für letzteres gibt es eine Binary mit Installer.

Das Programm eignet sich für viele Standard-Diagramm-Typen (z.B. Entity-Relationship-Diagramme, Flussdiagramme, Netzwerkdiagramme) und kann durch eigene Diagrammobjekte (Shapes) ergänzt werden. Die Diagrammdateien haben ein proprietäres XML-Format, zusätzlich können sie als EPS, SVG, XFIG, WMF oder PNG exportiert werden.

Zum Entwicklungsstand des Programms schreiben die Entwickler:

“We feel Dia is in a state where it can be actively used. Many features are implemented and the code is quite solid and mature.”

Der erste Eindruck von Dia ist positiv: Man kommt rasch zu einem Resultat, insbesondere wenn man Visio kennt. Der Funktionsumfang ist überschaubar und zweckmässig. Die Benutzeroberfläche ist Standard – nicht besonders innovativ oder gefällig, aber auch nicht das Gegenteil. Einzig die vielen Fenster, die GTK-Programme gerne öffnen, nerven auch hier – ein Docking-Funktion für die diversen Paletten und Fenster wäre wünschenswert.

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