webEdition: Open Source CMS mit kommerziellem Support

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Das Content Management System webEdition ist anfangs November unter der General Public Licence (GPL) freigeben worden. Damit steht das bisher kostenpflichtige CMS für alle Interessierten zum freien Download zur Verfügung. Kostenpflichtig ist nur noch der Support durch die Herstellerfirma Living-e, den man in Form von Support-Tickets, Schulungen oder Projektunterstützung beziehen kann.

Dieser Schritt zeigt, dass Open Source zunehmend zum Verkaufsargument wird. webEdition hat gemäss Herstellerangaben immerhin 50’000 Installationen, trotzdem sieht man mit dem sogenannten dualen Modell mehr Erfolgschancen. Ich könnte mir allerdings auch vorstellen, dass es aufgrund der guten Open-Source-CMS zunehmend schwierig wird, proprietäre CMS zu verkaufen und dass die Freigabe ein Stück weit eine Flucht nach vorne darstellt.

Eine Bemerkung am Rande: Während die Freigabe einer Software als Open Source oft sehr unspektakulär erfolgt, indem der Code irgendwo ins Netz gestellt wird, ist die Lancierung von webEdition als Open-Source-CMS offenbar sehr professionell geplant worden. Jedenfalls lag pünktlich zum Lancierungstermin ein Couvert in meinem Briefkasten, adressiert an das “Redaktionsbüro Sauter”. Darin befand sich ein eigentliches Medien-Kit – stilgerecht auf einem gebrandeten USB-Memorystick…

Iconfinder: Freie Icons für freie Software

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Wer Icons für freie Software benötigt, bedient sich entweder beim Tango Desktop Project – oder er benutzt den Iconfinder, wo man Icons mit Creative Commons Licence, GPL oder LGPL suchen und nach Grösse filtern kann. Die Qualität der Icons ist überzeugend, und die Suche wird durch eine Tag Cloud sowie einen Suggest-Mechanismus unterstützt. Vielversprechend!

Sweet Home 3D: Wohnung einrichten mit freier Software

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Nein, das blaue Ecksofa in Sweet Home 3D ist nicht ganz nach meinem Geschmack. Das macht aber nichts, denn einerseits lässt sich die Farbe der Möbel jederzeit ändern, und andererseits kann man bei Bedarf weitere 3D-Modelle in den Formaten OBJ, LWS oder 3DS importieren. Solche Modelle finden sich entweder auf der Sweet Home 3D Website, oder man erstellt sie mit einem 3D-Programm wie Art of Illusion oder Blender gleich selbst.

Ist das Mobiliar einmal vorhanden, ist eine Wohnungseinrichtung rasch erstellt. Die Wände kann man entweder nach Mass im Gitterraster (rechts oben) konstruieren oder von einem Plan, den man als Hintergrundbild importiert, nachzeichnen. Dann werden die Möbel aus der 3D-Bibliothek (links oben) in den Plan gezogen, rotiert und skaliert. Dabei erstellt das Programm nicht nur eine Stückliste (links unten), sondern auch eine 3D-Ansicht (rechts unten), die man entweder aus der Vogelschau betrachten oder als virtueller Betrachter begehen kann.

Sweet Home 3D ist eine rundum gelungene Software mit einer guten Online-Hilfe. Die aufgeräumte Benutzeroberfläche versteht man nach wenigen Minuten, und der Funktionsumfang scheint mir genau richtig gewählt, um rasch eine Wohnungseinrichtung zu visualisieren. (Wer allerdings eine CAD-Software erwartet, ist hier definitiv falsch.)

Da Sweet Home 3D in Java programmiert ist, kann es unter Windows, Mac OS X, Linux und Solaris betrieben werden. Die Installation erfolgt entweder über einen klassischen Installer oder über Java Web Start. Das Programm unterliegt der GNU General Public Licence (GPL).

GNU General Public Licence (GPL) Version 3

16 Jahre alt ist die wichtigste Open-Source-Lizenz, die GNU General Public Licence (GPL) Version 2, und sie ist sowohl technisch wie auch rechtlich nicht mehr in allen Punkten auf dem aktuellen Stand. Nach vier – teilweise heftig diskutierten – Entwürfen hat die Free Software Foundation (FSF) nun am 29. Juni 2007 die finale Version 3 veröffentlicht.

Die GPL v3 stellt sich gegen technische Schutzmassnahmen wie das Digitial Rights Management (DRM), weil dieses dazu genutzt werden könnte, die Ausführung von modifizierter Software auf einer bestimmten Hardware zu verhindern. Die Modifikation von Software sei ein Kerngedanke von Open Source, argumentiert die FSF – der Hersteller einer Hardware solle selbst bestimmen dürfen, welche Software auf seiner Hardware läuft, hält Linus Torvalds dagegen. Ein zweiter Diskussionspunkt betrifft Software-Patente: Konkret verbietet die GPL v3 Patent-Lizenzen für spezifische Produkte – eine Reaktion auf das Abkommen zwischen Microsoft und Novell (vgl. Was bedeutet die Partnerschaft zwischen Microsoft und Novell?). Kevin Carmony (CEO von Linspire) kritisierte, dass dadurch keine proprietären Treiber oder Codecs in Linux-Distributionen aufgenommen werden könnten, was der Verbreitung des freien Betriebssystems mehr schaden als nützen würde.

Andere Neuerungen der GPL v3 sind dagegen kaum umstritten. Sie passen die Lizenz den neuen technischen Gegebenheiten an, schliessen Lücken für Missbräuche und nehmen auch auf Rechtssysteme ausserhalb der USA Rücksicht (Stichwort: Internationalisierung). Die Lizenz ist dadurch deutlich länger und auch komplexer geworden. Entwicklern steht es frei, weiterhin die GPL v2 zu benutzen oder ihre Software unter die GPL v3 zu stellen.

Mehr zum Thema:

TYPOlight: Benutzerfreundliches Web-CMS für mittelgrosse Projekte

Nein, TYPOlight ist nicht die Light-Version von TYPO3 – abgesehen davon, dass beides Content Management Systeme auf Basis von PHP sind, haben die beiden Software-Pakete nichts miteinander zu tun. Die Assoziation ist aber wohl beabsichtigt und insofern nicht ganz falsch, als TYPOlight genau dort punktet, wo TYPO3 seine grösste Schwäche hat.

TYPOlight ist ein Web-CMS, bei dem die Benutzerfreundlichkeit ganz im Vordergrund steht und das leicht zu erlernen ist. Das beginnt bei der ausgesprochen aufgeräumten Projekt-Website, wo man nebst gut verständlichen Anleitungen und Tutorials auch einige gute gemachte Screencasts vorfindet. Und es setzt sich fort im Administrations-Backend von TYPOlight, das mustergültig ist bezüglich Übersichtlichkeit und Einheitlichkeit und dank AJAX in den Details sehr elegant wirkt. Dass sowohl Dokumentationen als auch das Backend unter anderem in deutscher Sprache verfügbar sind, rundet das positive Bild ab.

Das vielleicht ungewöhnlichste Feature von TYPOlight ist die Live-Update-Funktion. Damit kann man auf Knopfdruck seine CMS-Installation auf den neuesten Stand bringen, wie man dies von vielen modernen Desktop-Applikationen und Betriebssystemen kennt. TYPOlight ist ausserdem ein CMS, das sich die Barrierefreiheit auf die Fahnen geschrieben hat. Es rühmt sich, mit seinem Output die Richtlinien der W3C Web Accessibility Initiative (WAI) zu unterstützen und auch im Backend behindertengerecht zu sein.

Ansonsten ist die Ausstattung von TYPOlight praxisgerecht, aber nicht aussergewöhnlich. Sie umfasst Versionierung und Undo-Funktionen, eine Rechtesteuerung für unterschiedliche Backend-Users, Unterstützung für mehrsprachige Websites (UTF-8), suchmaschinenfreundliche URLs, Bildansichten über Lightbox, Textbearbeitung über den WYSIWYG-Editor TinyMCE, einen Formular-Generator, einen File-Manager für Bilder sowie eine integrierte Volltextsuche.

TYPOlight ist unter der GNU General Public Licence (GPL) lizenziert.

Folder Size: Ordnergrösse direkt im Explorer anzeigen

Mac-Besitzer werden über diesen Beitrag nur müde lächeln: Dort gehört die hier beschriebene Funktion nämlich zur Standardausstattung des Finders. Unter Windows dagegen muss man normalerweise zu Drittprogrammen greifen, um alle Ordnergrössen auf einen Blick zu sehen – der Explorer zeigt von Haus aus nur die Dateigrössen an.

Abhilfe schafft Folder Size: Nach der Installation verfügt der Explorer über eine zusätzliche Spalte, die im Englischen “Folder Size” heisst und im Deutschen “Grösse” (nicht zu verwechseln mit der normalen Spalte “Größe”). Das ist insbesondere dann praktisch, wenn man auf der Suche nach Speicherplatzfressern ist. Aber auch vor Kopier-, Verschiebe- und Brennaktionen kennt man gerne die Ordnergrösse, ohne immer über das Kontextmenü den Eigenschaftendialog bemühen zu müssen.

Der Entwickler ist etwas selbstkritisch, was die Stabilität, Performance und Speicherplatzeffizienz seiner Software angeht. Das Risiko kann man aber problemlos eingehen – notfalls lässt sich das Programm nämlich ganz regulär über die Systemsteuerung wieder deinstallieren.

Folder Size läuft unter Windows 2000 und XP, aber nicht unter Vista. Es untersteht der GNU General Public Licence (GPL)

KDiff3, die Alternative zu WinMerge für Linux und Mac OS X

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Natürlich gibt es auch für Linux und Mac OS X Open Source Tools, welche die Aufgabe von WinMerge (vgl. Open Source Essentials: WinMerge) erledigen. Unbedingt anschauen sollte man KDiff3 von Joachim Eibl, das nicht nur zwei, sondern bis zu drei Files vergleichen und zusammenführen kann und auch aus anderen Gründen eine prüfenswerte Alternative zur Compare-Funktion in Apples Xcode darstellt.
KDiff3 läuft unter Linux (mit KDE3), jedem anderen Unix-Betriebssystem (soweit es die Qt-Library von Trolltech unterstützt), Apple Mac OS X (Universal Binary für PowerPC und Intel verfügbar) und Windows. Es untersteht der GNU General Public Licence (GPL).

Open Source Essentials: WinMerge

Nicht nur als Programmierer kann man in die Situation kommen, dass man herausfinden muss, ob zwei Textdateien identisch sind und wo die Unterschiede liegen. Für Programmierer allerdings ist eine Software wie WinMerge schlicht unverzichtbar. Sie erlaubt es, zwei Versionen eines Programmcodes Seite an Seite zu vergleichen, die Unterschiede farbig hervorzuheben und fallweise die eine Version in die andere zu übernehmen. Nur dank solchen Programmen ist überhaupt verteilte Software-Entwicklung möglich, bei der mehrere Personen am gleichen Code arbeiten und ihre Änderungen anschliessend zusammenführen (“mergen”).

WinMerge wird regelmässig weiterentwickelt und ist gerade in der Version 2.6.6 erschienen. Die saubere Benutzeroberfläche erschliesst sich intuitiv und ist zudem in vielen Details konfigurierbar. Als Betriebssystem – der Name sagt es bereits – wird ausschliesslich Windows unterstützt. WinMerge untersteht der GNU General Public Licence.

Open Source Essentials: Moodle, die E-Learning-Plattform

CMS steht normalerweise für Content Management System. Wenn es um E-Learing oder Web-Based Training geht, kann CMS aber auch Course Management System bedeuten. Die beiden Konzepte sind allerdings gar nicht so verschieden, wie man vielleicht denken könnte – nur die Gewichtung ist anders: Während ein Content Management System vor allem auf die effiziente Publikation von Informationen ausgelegt ist, stehen beim Course Management System Interaktionsmöglichkeiten wie Foren, Chats, Umfragen, Multiple-Choice-Tests oder Wikis im Vordergrund.

Ein bekannter Vertreter der zweiten Kategorie ist Moodle, eine in PHP entwickelte Lernplattform, die unter der GNU General Public Licence (GPL) vertrieben wird. Moodle stellt eine Vielzahl von Modulen bereit, die auf eine aktive Teilnahme der Lernenden abzielen. Das Aufgaben-Modul beispielsweise dient dazu, dass schriftliche Arbeiten hochgeladen und anschliessend auf der Plattform bewertet werden können. Das Test-Modul erlaubt es, Kontroll- und Prüfungsfragen bereitzustellen. Mit dem Abstimmungs- und dem Umfrage-Modul können Kursleiter Feedbacks einholen und Kurse bewerten lassen. Das Foren- und das Chat-Modul ermöglicht die direkte Kommunikation zwischen den Lernenden. Nebst diesen Basis-Funktionen gibt es zudem viele Dutzend weitere Module, mit denen ein Kursleiter, eine Schule oder auch eine Universität eine individuelle E-Learning-Plattform aufbauen kann.

Moodle ist inzwischen ein komplexes System, das sowohl optisch als auch funktional in hohem Masse anpassbar ist. Mit über 20’000 Installationen weltweit ist es eine feste Grösse im E-Learning-Umfeld – auch in der Schweiz, in Deutschland und in Österreich setzen viele Institutionen auf diese Plattform. Wenn man die Versionsnummern als Massstab nimmt, wird Moodle derzeit intensiv weiterentwickelt, und über das MoodleZine wird die Community regelmässig mit Informationen versorgt.

Um Moodle aus der Perspektive eines Lernenden zu erleben, empfiehlt sich der Moodle Features Demo Course. Wer dagegen die Perspektive eines Kursleiters oder Systemadministrators ausprobieren möchte, sollte die Moodle Demonstration Site besuchen.

Alles über die GNU General Public Licence (GPL)

Die GNU General Public Licence ist die vielleicht wichtigste Lizenz für freie Software. “Die GPL kommentiert und erklärt” befasst sich auf gut 200 Seiten ausführlich mit der von Richard Stallman geschaffenen Lizenz und dem darin verankerten Copyleft-Prinzip. Die Autoren gehören alle dem Institut für Rechtsfragen der Freien und Open Source Software (ifrOSS) an und stellen die GPL in den Kontext des deutschen Rechts. Der O’Reilly-Verlag hat den Titel im Rahmen seines OpenBooks-Programms unter einer Creative-Commons-Lizenz freigegeben, so dass der Volltext im Original-Layout als PDF-Datei frei heruntergeladen werden kann.

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