Auf dem Weg zu TYPO3 Version 5.0 "Phoenix"

Gerade wurde das TYPO3 Maintenance Release 4.0.4 veröffentlicht, und TYPO3 4.1 steht kurz vor der Fertigstellung (vgl. TYPO3 4.1 Beta1 erschienen). Das Entwickler-Team denkt allerdings bereits weiter – viel weiter. Die zukünftige Version 5 von TYPO3 (Code-Name «Phoenix») soll eine vollständige Neuentwicklung werden, die den Ballast der über Jahre gewachsenen Architektur abwirft. Stattdessen sollen moderne Technologien (insbesondere PHP5 bzw. PHP6), Konzepte und Standards implementiert werden, die neue Massstäbe bezüglich Qualität, Sicherheit, Skalierbarkeit, Wartbarkeit und Erweiterbarkeit setzen.

Bei den Features und der Benutzeroberfläche strebt man zwar Kontinuität an: Die «Seele von TYPO3» soll erhalten bleiben. Der technische Unterbau hingegen wird sich radikal ändern – mit der einschneidenden Konsequenz, dass TYPO3 5.x nicht rückwärtskompatibel zum aktuellen TYPO3 4.x sein wird. Eine Migration von der alten auf die neue TYPO3-Generation wird somit kein ganz simples Unterfangen sein, auch wenn die Entwickler entsprechende Dokumentationen und Tools bereitstellen wollen.

Die Idee einer neuen TYPO3-Generation entstand bereits 2005. Seinen offiziellen Start erlebte das Projekt mit Projektleiter Robert Lemke an den TYPO3 Developer Days 2006 in Dietikon/Zürich. Das erste greifbare Resultat ist ein Konzept, wie TYPO3 5.0 Daten speichern wird. Statt wie bisher einen Teil der Daten in einer Datenbank und einen Teil im Filesystem abzulegen, wird in Zukunft ein Content Repository benutzt. TYPO3 und seine Extensions sprechen dann nicht mehr direkt Datenbankinhalte oder Dateien an, sondern greifen über eine API auf das Content Repository zu. Jenes regelt die physische Datenspeicherung selbst, wobei weiterhin relationale Datenbanken (MySQL, Oracle…), aber auch andere Dateiformate (CSV, Excel…) für die Datenhaltung genutzt werden können. Zudem kann ein Content Repository besser mit hierarchisch strukturierten Informationen umgehen.

Das Konzept eines solchen Content Repositorys ist nicht TYPO3-spezifisch, sondern insbesondere von Day Communiqué her bekannt. Das Content Repository API des Schweizer CMS-Herstellers ist inzwischen unter der Bezeichnung JSR 170 zum offiziellen Standard in der Java-Welt erhoben worden. Mit Jackrabbit gibt es von der Apache Software Foundation auch ein JRS-170-konformes Open Source Content Repository, das allerdings ebenfalls in Java implementiert ist. Dank der PHP/Java-Bridge kann aber auch ein PHP-basiertes System wie TYPO3 auf Java-Software zugreifen, und so wird zunächst Jackrabbit als Content Repository für TYPO3 eingesetzt. Bis zur Veröffentlichung von TYPO3 5.0 will man dann ein eigenes Content Repository in PHP implementierten, damit das CMS auch ohne Java lauffähig ist; der Datenaustausch mit JRS-170-basierten Repositories aus der Java-Welt steht dann allerdings weiterhin offen.

Bis TYPO3 5.0 für den produktiven Einsatz verfügbar ist, wird noch viel Zeit vergehen. Die Roadmap nennt auch ganz bewusst keine Daten. Zudem werden die Versionen 4.x und 5.x eine ganze Weile parallel existieren – wie lang, das hängt ganz vom Interesse der TYPO3-Community ab.

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