David Wiley zum Thema Open Education

TEDxNYED – David Wiley – 03/06/10

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So wie sich Lawrence Lessig für Open Content und Creative Commons engagiert, so leistet David Wiley Überzeugungsarbeit im Bereich der Open Education. Der Associate Professor of Instructional Psychology and Technology an der Brigham Young University in Utah ist nicht nur ein hellsichtiger Analytiker, sondern auch ein begnadeter Redner. Das erste Video wurde anlässlich der TEDxNYED aufgenommen und gibt einen guten Einstieg in die Thematik. Das zweite Video zeigt Wiley als Keynote Speaker am Penn State Symposium for Teaching and Learning with Technology 2009, wo er eindrücklich darlegte, warum Hochschulen gar nicht anders können, als sich im Bereich der Open Education zu engagieren.

TLT Symposium 2009: David Wiley's keynote on Open Education

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Werk von Charles Darwin komplett digitalisiert

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Die University of Cambridge hat die gesammelten Werke von Charles Darwin online zugänglich gemacht. Dies umfasst sowohl die gedruckten Publikationen als auch seine Manuskripte und Tagebücher.

image In der Regel stehen sowohl durchsuchbare Texte als auch Faksimile-Ansichten zur Verfügung. Bei gleichzeitiger Darstellung laufen die beiden Ansichten synchron, was trotz der einigermassen lesbaren Handschrift Darwins eine wertvolle Unterstützung darstellt. Technisch und optisch ist die Website einfach, aber funktional; sie kommt ohne Flash oder andere Technologien aus, welche beim Web-Browser ein Plug-In voraussetzen würde.

open-access.net: Informationsplattform über frei zugängliche Literatur in Deutschland

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“Die Informationsplattform open-access.net hat das Ziel, den steigenden Informationsbedarf zum Thema Open Access zu decken. Sie bündelt bislang verstreute Informationen und bereitet diese für verschiedene Zielgruppen und Szenarien spezifisch auf.”

Am Projekt direkt beteiligt sind die Universitäten bzw. Universitätsbibliotheken von Berlin, Bielefeld, Göttingen und Konstanz. Zudem bieten die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft und die Max-Planck-Gesellschaft spezifische Informationen zu Open Access an.

Open Journal Systems: Publikationssystem für wissenschaftliche Online-Zeitschriften

Auch wenn die Bereitschaft vorhanden ist, wissenschaftliche Artikel nach dem Open-Access-Prinzip kostenlos im Internet zu veröffentlichen: Ohne ein vernünftiges Publikationssystem ist dies nicht zu verwirklichen. Open Journal Systems (OJS) ist ein solche Lösung auf Basis von PHP und MySQL oder PostgreSQL. Sie wurde an kanadischen Universitäten im Rahmen des Public Knowledge Project entwickelt und unter der GNU General Public License veröffentlicht.

OJS ist im Prinzip ein spezialisiertes Content Management System. Wie jedes CMS bietet auch OJS die Möglichkeit, Artikel mit einem einfachen WYSIWYG-Editor zu erfassen, sie in Rubriken und Ausgaben zu gliedern und schliesslich als HTML oder PDF zu publizieren. Wichtiger scheint mir allerdings, dass dank unterschiedlicher Benutzerrollen ein Peer-Review-Prozess direkt über das System laufen kann, der für das wissenschaftliche Publikationswesen essentiell ist (vgl. hierzu “An Introduction to Use of Roles in Open Journal Systems“). Mit OJS kann man zudem auch Zeitschriften publizieren, die bei Erscheinen kostenpflichtig sind und erst nach einer gewissen Frist die Inhalte frei zugänglich machen.

Insgesamt macht OJS einen sehr durchdachten, strukturierten und gut dokumentierten Eindruck. Wer das System ernsthaft in Erwägung zieht, erfährt in der Dokumentation “OJS in an Hour” alles Notwendige. Dank einer Plug-In-Architektur ist OJS zudem erweiterbar (z.B. LDAP-Anbindung, PubMed XML Export, Google Scholar Gateway).

ScientificCommons: Die Open-Access-Suchmaschine

Natürlich kann man auch über Google (oder andere “normale” Suchmaschinen) frei verfügbare wissenschaftliche Informationen finden. Besonders zielgerichtet ist diese Methode allerdings nicht: Relevanz und Vollständigkeit der Treffer dürften bei dieser Suchstrategie relativ bescheiden sein. Andererseits ist es auch nicht praktikabel, alle Server mit wissenschaftlichen Informationen einzeln abzufragen, wie bereits ein flüchtiger Blick auf das umfangreiche Directory of Open Access Repositories (OpenDOAR) zeigt.

Abhilfe soll hier ScientificCommons schaffen. Das Projekt der Universität St. Gallen tritt mit dem unbescheidenen Anspruch auf, die weltweit grösste Plattform aufzubauen, um über eine einheitliche Oberfläche die Suche nach wissenschaftlichen Informationen aus verschiedensten Quellen zu ermöglichen. Je nach dem, was diese Quellen bereitstellen, indiziert ScientificCommons dabei nur die bibliografischen Angaben, das Abstract oder den Volltext der Publikationen. Derzeit werden rund 860 Archive aus 50 Ländern ausgewertet. Ähnlich wie bei Google kann man weitere Archive oder auch persönliche Websites zur Aufnahme in den Index vorschlagen – vorausgesetzt die Quelle verfügt über eine OAI-Schnittstelle oder über eine Sitemap (idealerweise eine XML-Sitemap, ergänzt durch Dublin Core Meta-Daten in den referenzierten Seiten).

Wie relevant und vollständig die Suchergebnisse von ScientificCommons sind, kann ich persönlich nicht beurteilen. Sowohl der konzeptionelle Ansatz als auch die Benutzeroberfläche erscheinen mir aber sehr vielversprechend. Persönlich vermisse ich allerdings die Möglichkeit, ein Account anlegen und Treffer als Bookmarks direkt auf der Plattform speichern zu können. Immerhin lassen sich die bibliografischen Angaben im EndNote- oder BibText-Format herunterladen, so dass man die Treffer in einer lokalen Datenbank verwalten kann. Undurchsichtig bleibt zudem, was die Sortierung “nach Relevanz” genau macht – gerade im wissenschaftlichen Umfeld ist die Bewertung der Relevanz eine komplexe Angelegenheit.

Man muss sich einfach bewusst sein, dass “frei zugänglich” nicht zwangsläufig bedeutet, dass man den Volltext einer gefundenen Publikation abrufen kann: ScientificCommons verweist den Suchenden lediglich auf die Quelle – was er dort vorfindet, kann sehr unterschiedlich sein. Wenn ich mich beispielsweise für die Internet-Nutzung in der Schweiz interessiere, dann liefert die Suchabfrage sowohl den Titel “Internetnutzung Schweiz 2004” von Thomas Rudolph und Thomas Schröder (von dem es nur ein Abstract gibt, während man den Volltext als Buch käuflich erwerben muss) als auch den Titel “Die Bedeutung des Personenidentifikators in der Entwicklung des E-Government” von Ralitsa Hristova (der im Volltext als PDF heruntergeladen werden kann). Falls man auf der Suche nach historischen Informationen ist, kann es sogar sein, dass man auf digitalisierte Handschriften stösst, wie beispielsweise auf das Tagebuch der Mormonin und Frauenrechtlerin Emmeline B. Wells.

Vorlesungen der University of California als Webcast

Die renommierte University of California in Berkeley bietet einen Teil ihrer Vorlesungen als frei zugängliche Webcasts an – je nach dem als Video-Stream, Audio-Stream oder als MP3-Datei zum Herunterladen. Auch zum Thema Open Source und Open Content gibt es einen Kurs: Open Source Development and Distribution of Digital Information: Technical, Economic, Social, and Legal Perspectives.

OASE: Literaturrecherche für Hochschul-Publikationen

Viele Hochschulen besitzen heute eigene Dokumenten-Server, auf denen Dissertationen, Diplomarbeiten, Forschungsberichte und Ähnliches publiziert werden (vgl. ZORA: Open Access Server der Uni Zürich ist online). Damit man bei der Literaturrecherche nicht jeden Dokumenten-Server einzelnen durchsuchen muss, wurde die Meta-Suche OASE (Open Access to Scientific Literature) geschaffen. Über ein einfaches Interface können parallel rund 40 Dokumenten-Server aus Deutschland nach bibliographischen Daten durchsucht werden – eine Volltextsuche steht leider noch nicht zur Verfügung.

DOAJ: Verzeichnis von frei zugänglichen Fachzeitschriften

Das Directory of Open Access Journals (DOAJ) verzeichnet Zeitschriften aus dem wissenschaftlichen und schulischen Bereich, die gemäss dem Open-Access-Prinzip frei zugänglich sind. Es wird von der Universitätsbibliothek Lund betrieben und erfasst Publikationen aus allen Fachgebieten und Sprachen.

Für die Aufnahme in das Verzeichnis gelten folgende Kriterien:

  • Die Leser (und die Institutionen, denen sie angehören) zahlen keinerlei Nutzungsgebüren. (Eine kostenfreie Registrierungspflicht auf der Website ist jedoch zulässig.)
  • Die Artikel müssen vor der Publikation einen Qualitätssicherungsprozess durchlaufen haben (Peer Review oder Editorial Review).
  • Die Artikel müssen im Volltext und ohne Zeitverzögerung zugänglich sein.
  • Hingegen muss die Open-Access-Definition der Budapest Open Access Initiative bezüglich der Nutzungsrechte (welche auch die Weiterverbreitung miteinschliesst) nicht vollumfänglich erfüllt sein, um einen Eintrag im DOAJ zu erhalten.

3 Jahre Berliner Erklärung

Am 22. Oktober 2003 wurde die Berliner Erklärung über offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen (Berlin Declaration on Open Access to Knowledge in the Sciences and Humanities) unterzeichnet. Open Access gemäss der Berliner Erklärung bezieht sich dabei nicht nur auf wissenschaftliche Zeitschriftenliteratur, sondern schliesst auch das Kulturgut in Archiven, Bibliotheken und Museen mit ein.

In der Schweiz wurde die Berliner Erklärung erstmals im Dezember 2004 von der Universität Zürich unterzeichnet. Im Januar 2006 folgten die Schweizerische Hochschulrektoren-Konferenz (CRUS), der Schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) und der Rat der Wissenschaftlichen Akademien in der Schweiz (CASS). Im März 2006 setzte auch der Rektor der ETH Zürich seine Unterschrift unter das Dokument (Artikel in ETH Life).

Auch bei der Umsetzung ist übernahm die Universität Zürich eine Pionierrolle: Der Open Access Server ZORA ist seit wenigen Tagen online – gewissermassen zum 3jährigen Jubiläum der Berliner Erklärung.

ZORA: Open Access Server der Uni Zürich ist online

Die Universität Zürich hat heute den Dokumenten- und Publikationsserver ZORA (Zurich Open Repository and Archive) online geschaltet. Damit hat die Open Access Strategie in Zürich einen entscheidenden Meilenstein erreicht: Ab sofort können wissenschaftliche Artikel von Hochschulangehörigen auf dem ZORA-Server publiziert und so der Öffentlichkeit frei zugänglich gemacht werden – in der Regel als Volltext im PDF-Format.