David Wiley zum Thema Open Education

TEDxNYED – David Wiley – 03/06/10

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So wie sich Lawrence Lessig für Open Content und Creative Commons engagiert, so leistet David Wiley Überzeugungsarbeit im Bereich der Open Education. Der Associate Professor of Instructional Psychology and Technology an der Brigham Young University in Utah ist nicht nur ein hellsichtiger Analytiker, sondern auch ein begnadeter Redner. Das erste Video wurde anlässlich der TEDxNYED aufgenommen und gibt einen guten Einstieg in die Thematik. Das zweite Video zeigt Wiley als Keynote Speaker am Penn State Symposium for Teaching and Learning with Technology 2009, wo er eindrücklich darlegte, warum Hochschulen gar nicht anders können, als sich im Bereich der Open Education zu engagieren.

TLT Symposium 2009: David Wiley's keynote on Open Education

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Issuu: PDFs mit Flash E-Book Reader publizieren

Der übliche Weg, um eine gedruckte Publikation 1:1 im Internet bereitzustellen, führt über das PDF-Format. Gelegentlich möchte man aber eine Datei nicht extra herunterladen und im Adobe Reader öffnen müssen, nur um den Inhalt zu überfliegen. In diesem Fall ist eine E-Paper-Lösung auf Flash-Basis, die man direkt in eine Seite einbetten kann, die schönere Lösung. Die Frage ist nur: Wie konvertiert man sein PDF-Dokument in eine SWF-Datei? Und woher nimmt man einen Flash E-Book Reader, um ihn in seine Website zu integrieren?

Issuu (von engl. Issue) löst beide Probleme: Nach dem Prinzip von YouTube (Videos) und SlideShare (PowerPoint-Präsentationen) kann man bei Issuu eine PDF-Datei hochladen und erhält dann einige Zeilen HTML-Code, welche einen kompletten E-Book Reader in eine beliebige Website einbetten. Nebst dem Mini-Viewer (siehe oben) gibt es auch noch den Standard-Viewer, der bezüglich Bedienungskomfort und Ästhetik Seinesgleichen sucht. Gerade Bildungsinstitutionen, die über ein knappes IT-Budget verfügen und Ihre Zeitschriften und Bücher trotzdem in einer attraktiven Form als Open Content online verfügbar machen wollen, finden bei Issuu eine attraktive, einfache Lösung.

Open Content Alliance: Alternative zur Google Buchsuche

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Es gibt inzwischen diverse Initiativen, um die Buchbestände dieser Welt zu scannen und anschliessend online durchsuchbar und lesbar zu machen. Die bekannteste – und umstrittenste – ist die Google Buchsuche, die an der Frankfurter Buchmesse 2004 erstmals vorgestellt wurde. Google offeriert Verlagen (Google Print) und Bibliotheken (Google Library) eine kostenlose Digitalisierung ihrer Verlagsprogramme bzw. Bestände. Die digitalisierten Bücher sind anschliessend über die Google Buchsuche im Volltext durchsuchbar und – je nach Copyright-Situation – auch online lesbar.

Konkurrent Microsoft hat mit Live Search Books Ende 2006 ein ähnliches Programm lanciert (vgl. Berichterstattung bei C-Net), und auch Yahoo! und Amazon befassen sich mit der Digitialisierung von Buchbeständen. Die Angebote der Privatwirtschaft sind für Verlage und Bibliotheken attraktiv, da sie meist beschränkte Mittel haben und den arbeitsintensiven Scan-Prozess nicht selbst finanzieren könnten. Den Verlagen eröffnet sich hier sogar ein neues Marketing-Konzept, denn wer über eine Buchsuche ein copyright-geschütztes Buch findet, muss es normalerweise kaufen, um es lesen zu können. Trotzdem werden die Anstrengungen von Google & Co. auch kritisiert, da auf diese Weise privatwirtschaftliche Unternehmen die faktische Kontrolle über riesige Informationsbestände erhalten, zumal sie für ihre Scan-Dienstleistung eine mehr oder weniger ausgeprägte Exklusivität beanspruchen.

Allein durch die Auswahl der Bücher, die digitalisiert (oder eben nicht digitalisiert) werden, beeinflusst Google das Wissen dieser Welt. So stellt etwa die Konzentration auf englischsprachige Bibliotheken eine Selektion dar, die bereits in Europa Bedenken weckt und in anderen Teilen der Welt sicher noch weit kritischer beurteilt wird. Und auch wenn Google mit seinem inoffiziellen Unternehmensmotto “Don’t be evil” entsprechende Bedenken zu zerstreuen versucht: Sowohl bei der Internet-Suche (Stichwort: China) als auch bei Google Earth (Stichwort: Irak-Krieg) hat Google in der Vergangenheit Informationen gefiltert und damit Zensur ausgeübt – es wäre also naiv, Zensur bei der Google Buchsuche grundsätzlich auszuschliessen.

Konkurrenz erwächst Google nicht nur von Microsoft, Yahoo! und Amazon, sondern auch von Behörden und Institutionen, welche das weltweite Schrifttum nicht einfach der Privatwirtschaft überlassen wollen. Bekannt ist etwa die Kritik von Jean-Noël Jeanneney, dem ehemaligen Direktor der Französischen Nationalbibliothek, der in seinem Buch “Googles Herausforderung” die nordamerikanische Vormachtsstellung beklagte und eine europäische Digitalisierungsinitiative forderte. In Frankreich gibt es mit Gallica schon seit einigen Jahren ein entsprechendes Projekt, die EU macht mit The European Library Schritte in die entsprechende Richtung, und auf globaler Ebene ist die geplante Word Digital Library der UNESCO zu erwähnen (vgl. World Digital Library: Die freie interkulturelle Online-Bibliothek). Daneben gibt es kleinere Projekte wie z.B. Zeno.org.(vgl. Zeno.org: Digitale Bibliothek mit gemeinfreien Büchern).

Als weitere Alternative etabliert sich die 2005 vom Internet Archive und dessen Gründer Brewster Kahle ins Leben gerufene Open Content Alliance (OCA). Diese Allianz konnte mit dem Beitritt des Boston Library Consortium und der Smithsonian Institution kürzlich interessante neue Partner vermelden (vgl. Berichterstattung bei Heise). Die OCA konzentriert sich auf Werke, deren Copyright bereits ausgelaufen ist. Sie macht den Bibliotheken keine Auflagen bezüglich der weiteren Nutzung der digitalisierten Bücher, verrechnet ihnen dafür 10 Cent pro gescannte Seite. Verwirrend ist allerdings, dass sowohl Yahoo! als auch Microsoft der Open Content Alliance angehören und zugleich eigene Digitalisierungsprogramme betreiben.

Rezepte-Wiki: Die Wikipedia für Gourmets

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Das Rezepte-Wiki konzentriert sich ganz auf feste und flüssige Gaumenfreuden, wobei es nicht nur um reine Rezepte geht: Auch Warenkunde (z.B. Wein, Käse, Gewürze), Zubereitungstechniken (von “Aal häuten” bis “Zopf flechten”) und Küchengeräte (von “Ananansschneider” bis “Zuckerthermometer”) finden hier Platz und ergänzen die über 3’000 Rezepte.

Zwar gibt es auch in der “echten” Wikipedia ein Portal Essen & Trinken sowie ein Portal Wein, aber ein derart reichhaltiges Fachgebiet hat ganz sicher ein eigenes Wiki verdient. Es gibt meiner Meinung nach wenige Themen, für die ein Wiki dermassen prädestiniert ist, denn fast jede(r) hat Erfahrungen in der Küche gemacht.

Alle Inhalte des Rezepte-Wiki stehen unter einer Creative-Commons-Lizenz und dürften bei Quellenangabe frei verwendet werden.

Erin McKean über Wörterbücher

Erin McKean: The joy of lexicography

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Zugegeben: Der Zusammenhang mit dem vorangehenden Video ist möglicherweise erst auf den zweiten Blick erkennbar. Trotzdem denke ich, dass das höchst amüsante Referat von Erin McKean, Chefredakteurin des Oxford American Dictionary, in gewisser Weise das Wikipedia-Prinzip für Wörterbücher propagiert.

The Open Source Gift Guide

Das Open-Source-Konzept mag aus der Software-Welt stammen, ist aber keineswegs darauf beschränkt. Das Make Magazine hat eine Liste mit Geschenkideen erstellt, die zwar alle Open Source sind, aber in der einen oder anderen Weise aus Hardware bestehen. Das geht vom Free Beer über den AVR Butterfly MP3 Player bis zum Leaf-Roboter.

Nicht auf dieser Liste zu finden sind einige weitere erwähnenswerte Open Source Hardware-Projekte:

Mehr zum Thema:

Freie Zeitungsarchive als Überlebensfrage?

In der hiesigen Medienlandschaft gilt der Grundsatz, dass Informationen das zentrale Kapital einer Zeitung darstellen und dass man sie deshalb nicht verschenken darf. Entsprechend sind die meisten Online-Zeitungsarchive der Schweiz nur gegen Bezahlung zugänglich.

Der Medienspiegel bringt nun einen interessanten Aspekt in diese Diskussion ein: Wenn Zeitungsarchive kostenpflichtig und deshalb passwortgeschützt sind, können sie von Google & Co. nicht indiziert werden. Dies führt dazu, dass diese Artikel bei einer Web-Suche nicht gefunden und deshalb auch immer seltener zitiert werden. Auf diese Weise werden die einstigen Leitmedien diese Rolle zunehmend an frei verfügbare Online-Informationsdienste abtreten müssen, was langfristig wesentlich dramatischere Konsequenzen haben könnte als ein offenes Online-Archiv.

Über Open Mind

Das Blog

Open Mind ist ein Blog, das sich mit Open Source Software und frei verfügbarem Content auseinandersetzt. Es richtet sich an Private, Organisationen und Unternehmen, welche entsprechenden Software-Lösungen und Datenquellen suchen oder sich für grundsätzliche Aspekte des Themas interessieren.

Open Mind ist keine Website für Programmierer, sondern für Anwender und Entscheider. Hier geht es weniger um technische Details als um die Tauglichkeit von Open Source Software in der Praxis. Dieses Blog will eine Brücke zwischen den Entwicklern und den Benutzern schlagen: Es versteht sich als Vermittler zwischen dem Enthusiasmus der Computer-Nerds, welche Open Source entstehen lässt, und den Bedürfnissen der (kommerziellen und nicht-kommerziellen) Anwender.

Seinen Namen «Open Mind» verdankt dieses Blog Thorsten D. Künnemann.

Der Autor

Martin SauterMartin Sauter verdient seinen Lebensunterhalt seit rund 20 Jahren als Berater für Online-Marketing und Web-Technologien – derzeit als Partner bei Westhive Consulting und als Inhaber von Metoki. Zuvor war er viele Jahre in leitender Funktion bei Y&R Wunderman bzw. Futurecom tätig. Seine Spezialgebiete sind Web-Applikationen, Content Management Systeme und Open Source Software. Er engagiert sich insbesondere für Kiwix und WordPress und ist Mitglied von CH Open.

Warum Freie Software?

Wer etwas mit seinem Hirn geschaffen hat, soll auch davon profitieren dürfen. Nach diesem Prinzip gewährt unser Rechtssystem dem Urheber das alleinige Recht, seine Erfindungen und Werke zu vermarkten.

Für den Einzelnen macht das Sinn. Es bedeutet eine Wertschätzung von geistiger Arbeit. Das Urheberrecht schafft Anreize, kreativ zu sein und nachzudenken. Und es sorgt dafür, dass diejenigen Menschen nicht verhungern müssen, die sich solchen Dingen widmen.

Für die Gesellschaft bedeutet es hingegen, dass man eine Idee nur dann frei nutzen und weiterentwickeln darf, wenn man der erste war, der sie hatte. Das behindert sowohl die individuelle Handlungsfreiheit als auch die globale Entwicklung. Wie beispielsweise sähe unsere Welt heute aus, wenn die Gebrüder Wright “das Fliegen mittels eines motorisierten Flugapparats” patentiert hätten?

Freie Software folgt einem anderen Prinzip: Der Programmcode als Repräsentation von geistiger Arbeit steht zur freien Verfügung. Man darf ihn nicht nur kostenfrei nutzen und weitergeben, sondern auch studieren und verändern. Das ist zum Wohle aller – und eine bemerkenswerte Gegenbewegung in einem Zeitalter der Kopierschutzmechanismen und Urheberrechtsklagen.

Das Prinzip von Freier Software lässt sich kaum auf alle Lebensbereiche übertragen. Aber dort wo Menschen freiwillig und mit Erfolg eine solche Methode praktizieren, ist dies unbedingt unterstützenswert. Denn Software verwaltet Information – und die ist in einer Wissensgesellschaft unser wichtigstes Gut.

Show des Freien Wissens, Berlin

Die Show des Freien Wissens, die am 16. September 2006 im Rahmen der Konferenz Wizards of OS stattfindet, will die Thematik von Open Source und Open Content unterhaltsam und massentauglich vermitteln. Der zugehörige Flyer bringt das Phänomen sehr schön auf den Punkt:

“Wikipedia ist die größte Enzyklopädie der Welt, mit weitem Abstand vor Brockhaus und Encyclopedia Britannica. OpenOffice kann alles, was gängige kommerzielle Office-Programme können, kostet aber keinen Cent und kann von jedem weiter entwikkelt werden, der Lust dazu hat. Googles Suchmaschine arbeitet komplett auf der Basis des freien Betriebssystems GNU/Linux, ebenso wie die Programme, mit denen der Animations-Welterfolg „Shrek“ produziert wurde. Immer mehr Musiker stellen ihre Songs kostenlos im Internet zur Verfügung, verdienen aber trotzdem Geld mit ihrer Musik. Seit neuestem kommen auch noch freie Filme dazu.

Wie kann das alles funktionieren? Was ist „freies Wissen“, wieso schreiben Menschen Computerprogramme, Songs und Texte, um sie dann zu verschenken? Warum produzieren sie Filme und stellen sie zum kostenlosen Abruf ins Internet? Warum bauen sie ein Funknetz auf, mit dem eine ganze Stadt Internet-Zugang hat, ohne dafür Geld zu verlangen?

[…]

Obwohl viele Projekte auf den ersten Blick unglaublich erscheinen mögen –
bei näherem Hinsehen wird deutlich, wie einleuchtend der Gedanke ist, der dahinter steht: Je mehr freies Wissen vorhanden ist, desto leichter können Menschen davon Gebrauch machen und desto wertvoller wird es für uns alle.”