MacLibre: Freie Software für den Mac

MacLibre ist eine Kollektion mit Open Source Software für den Mac. Die meisten der knapp zwei Dutzend Programme gehören zu den Usual Suspects, sind also ausgereifte und weit verbreitete Applikationen. Überraschendes sollte man von MacLibre nicht erwarten, dafür sind die Programme in einem praktischen Installer zusammengefasst, mit dem man die gewünschte Software-Auswahl in einem einzigen Arbeitsgang installieren kann. Wer einen Grundstock an zuverlässiger Open Source Software für Mac OS X sucht, ist mit MacLibre gut bedient.

Freedom Toaster: Open Source Software von der Datentankstelle

In Südafrika sind Breitband-Anschlüsse noch keine Selbstverständlichkeit. Deshalb haben lange nicht alle Bewohner die Möglichkeit, grosse Datenmengen – wie sie etwa bei einer kompletten Linux-Distribution anfallen – einfach herunterzuladen.

Die Freedom Toasters sollen hier Abhilfe schaffen: Es handelt sich dabei um öffentliche Computer-Terminals, die mit Open Source Software (und anderen frei verfügbaren digitalen Daten) bestückt sind. Wer seinen CD-Rohling mitbringt, kann sich darauf brennen, was er will.

Momentan gibt es in 16 südafrikanischen Städten solche Terminals. Wer will, der kann sich auch seinen eigenen Freedom Toaster bauen – die Dokumentation dafür steht auf der Website zur freien Verfügung.

Das Projekt wurde 2006 für den Stockholm Challenge nominiert, wo wegweisende Informatik- und Telekommunikations-Projekte ausgezeichnet werden.

Alternativen zu kommerziellen Programmen

osalt.com steht für Open Source Alternative und ist eine Website mit Kurzportraits von Programmen aus verschiedensten Anwendungsgebieten. Der Clou: Jedem Programm werden Alternativprodukte gegenübergestellt, wobei der Zweck der Website darin besteht, Open-Source-Alternativen für kommerzielle Programme zu empfehlen. Die Site ist reichhaltig und schön gemacht – einzig der Hinweis, auf welchen Betriebssystemen eine Software läuft, könnte prominenter sein, denn dies ist in der Regel das primäre Kriterium bei der Software-Suche. 

Dossier zu Open Source

Open Source ist nicht bloss ein Weg, um gratis an Software zu kommen. Open Source ist nach einem Vierteljahrhundert zu einem wichtigen technologischen, wirtschaftlichen und sozialen Faktor in der Informationsgesellschaft geworden. Ähnliches gilt für Open Access, den freien Zugang zu Wissen. Die Bundeszentrale für politische Bildung hat deshalb ein sehr empfehlenswertes Dossier zu Open Source zusammengestellt. Und schreibt dort:

«Heute treiben Open Source-Programme große Teile des Internets an und machen den Größen der Softwareindustrie ernste Konkurrenz. Und mehr noch: Open Source ist zu einer weltweiten sozialen Bewegung geworden, die antritt, nach der Software nun auch Wissen und Kultur zu ‹befreien›.»

PortableApps: Open Source Software Suite To Go

Viele Anwender von Open Source Software stehen vor dem Problem, dass sie auf anderen Rechnern nicht ihre vertrauten Programme vorfinden, sondern deren kommerziellen Pendants. Oft ist es zu umständlich – oder mangels Administratorrechten sogar unmöglich – ein Open-Source-Programm selbst zu installieren. Hier helfen Portable Apps – Programme, die ohne Installation direkt ab einem mobilen Datenträger laufen.

Wer mit minimalem Aufwand die wichtigsten Portable Apps auf einen Datenträger bringen will, greift zur PortableApps Suite von John T. Haller. Diese fasst zwei Dutzend der am häufigsten genutzten Open Source Programme in einem selbstextrahierenden Archiv zusammen und liefert ein hübsches Startmenü mit. Das Archiv kann im Prinzip auf einen beliebigen Datenträger entpackt werden – nebst dem klassischen USB Memorystick kommen auch portable Festplatten oder MP3-Player in Frage.

Mit Mozilla Firefox, Mozilla Thunderbird, Mozilla Sunbird, OpenOffice.org, GIMP, VLC Media Player, FileZilla, Gaim und 7zip bringt die Standard Edition der PortableApps Suite die gängigsten Tools für digitale Nomaden mit und beansprucht trotzdem nur 512 MByte Speicherplatz. Die Lite Edition ersetzt OpenOffice.org durch AbiWord und passt sogar auf einen 256-MByte-Datenträger. Bei der Base Edition kann der Anwender die gewünschten Programme selbst zusammenstellen.

Listen mit Open Source Software

Auf Listible – einer Website, wo von «Best Firefox Extensions for Power Users» bis «Best Beer on the Planet» alles Erdenkliche aufgelistet wird – gibt es auch eine Anzahl von Listen mit Open Source Software. Am einfachsten findet man sie, wenn man nach dem Tag «Open Source» sucht.

Zu beachten ist einfach, dass in solchen Listen der Begriff «Open Source» oft sehr weit ausgelegt wird – auch Freeware oder Software, die für nichtkommerzielle Anwender kostenlos ist, wird teilweise gelistet. Das zeigt, dass in der breiten Öffentlichkeit Open Source Software noch immer sehr stark auf den Aspekt der Kostenfreiheit reduziert wird – obwohl die Definition der Free Software Foundation ja eigentlich sehr klar und eingängig ist:

«Free software is a matter of liberty, not price. To understand the concept, you should think of free as in free speech, not as in free beer.»

Neue Ausgabe der TYPO3-Zeitschrift T3N

Viermal jährlich erscheint die Zeitschrift T3N – Magazin für Open Source und TYPO3. Schwerpunkt der neusten Ausgabe 4/2006 sind das Web 2.0 sowie Rich Internet Applications. Neu liegt der Zeitschrift ein «Heft im Heft» im A5-Format mit Tutorials, Tipps & Tricks sowie Code Snippets bei.

Wer sich von den Qualitäten der Zeitschrift überzeugen will kann im Heftarchiv die älteren Ausgaben im PDF-Format abrufen. Der Zugang ist auch für Nicht-Abonnenten kostenlos, erfordert allerdings eine Registrierung unter Angabe der vollständigen Postadresse.

Für TYPO3-Anwender ebenfalls eine gute Informationsquelle ist der T3N.de Newsticker mit aktuellen Informationen rund um das Open Source CMS TYPO3.

Was ein Open Source Entwickler mit einem Bäcker gemeinsam hat und wie SourceForge in Zukunft seine Brötchen verdienen will

Ein Freund, der bei einem grossen Software-Hersteller arbeitet, meinte heute sinngemäss: Open Source Software existiere nur deshalb, weil sie entweder von staatlich bezahlten Wissenschaftern oder von sich selbst ausbeutenden Enthusiasten geschrieben werde. Müsste Open Source Software unter normalen ökonomischen Bedingungen entwickelt werden, würde sie rasch verschwinden. Es sei zudem nur legitim, dass man Investitionen in Forschung und Entwicklung – egal ob man nun ein Medikament oder eine Software entwickle – über das resultierende Produkt finanziere und dass man dieses Einkommen durch Patente und Lizenzbestimmungen schütze. Und schliesslich funktioniere das Open-Source-Prinzip sowieso nur bei digitalisierten Daten, da nur diese sich ohne Aufwand und ohne Verlust beliebig multiplizieren liessen, das Prinzip lasse sich also nicht auf die gesamte Wirtschaft übertragen.

Bei den klassischen Open-Source-Projekten trifft das wahrscheinlich zu: Sie ernähren die Entwickler nicht direkt (es sei denn durch Spenden, was ich aber nicht als Businessmodell gelten lassen würde). Es gibt aber auch prominente Beispiele für das, was ich als duales Modell bezeichnen würde: Dieselbe Open Source Software wird sowohl kostenfrei (aber ohne Support) also auch kostenpflichtig (dafür mit professionellem Support) angeboten – nehmen wir MySQL als Beispiel. Dieses Modell generiert Income, allerdings zahlt der Kunde nicht für die Nutzung des geistigen Eigentums, sondern für die Dienstleistung. Nach diesem Prinzip funktionieren übrigens auch andere Bereiche der Wirtschaft: Wir zahlen dem Bäcker keine Lizenzgebühr für sein Zopfrezept, sondern wir zahlen das Material und die Zeit, welche in einem Zopf stecken. Das Zopfrezept ist Allgemeingut, und jeder kann seinen Zopf selbst backen, wenn er den Aufwand nicht scheut.

Natürlich ist es legitim, seine Investitionen in Forschung und Entwicklung zu schützen, indem man seine Urheberschaft durch juristische Massnahmen absichert und kommerzialisiert. Gerade in der Software-Industrie gibt es allerdings zahlreiche Beispiele dafür, wie Unternehmen mit Patenten Konzepte schützen liessen, welche nicht das Resultat ihrer eigenen Anstrengungen waren, sondern Allgemeingut – vgl. etwa den Beitrag Software-Patente des Jahres 2006 ausgezeichnet. Open Source Software ist somit eine Gegenbewegung zur Privatisierung von Informatikkonzepten; sie ist aber keine prinzipielle Absage an ökonomische Prinzipien.

Dass das duale Modell an Bedeutung gewinnen könnte zeigt das Beispiel von SourceForge: Derzeit läuft ein Mitgliederbefragung, mit der ganz offensichtlich sondiert werden soll, ob es die Nutzer der Plattform akzeptieren oder gar begrüssen würden, wenn auf www.sourceforge.net ein Marktplatz für kostenpflichtigen Support von Open Source Software entstehen würde.

Frankreich: Staatliche PCs werden auf Linux migriert

Die rund 1’000 Rechner des französischen Parlaments werden zur Legislaturperiode 2007 auf Open Source Software (auf Französisch: logiciels libres) umgestellt. Wie es in einer Medienmitteilung heisst, wird in Zukunft Linux als Betriebssystem eingesetzt. Im Bereich der Anwendungsprogramme werden OpenOffice.org sowie Firefox namentlich genannt.

Diesen Schritt bereits getan hat die französische Polizei, wo 20’000 Rechner im Rahmen einer Testphase auf Open Source Software umgestellt wurden. Da diese Testphase erfolgreich verlaufen ist, werden in diesem und im nächsten Jahr rund 1 Million staatliche Rechner auf Linux migriert.

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Wie Freie Software und Internet das Urheberrecht herausfordern

In Ihrer Dissertation Copyright & Copyriot untersucht Sabine Nuss, wie die Open-Source-Bewegung auf der einen und das File Sharing auf der anderen Seite das bisherige Verständnis von Urheberrecht in Frage stellen:

«Verbinden die einen mit einer restriktiven Eigentumssicherung im Netz (Copyright) Wachstum und Wohlstand, so fordern die anderen ein weniger restriktives Copyright-Regime zugunsten des Allgemeinwohls. Wiederum andere betrachten den teilweise mittlerweile illegalisierten freien Informationsfluss oder alternative Lizenzen im Internet (Copyriot) als subversiv und wollen damit über die bestehenden Herrschaftsverhältnisse hinaus.»

Das Buch ist im Verlag Westfälisches Dampfboot erschienen.