Open Source Software und die öffentliche Hand

Matthias Stürmer hat im Rahmen des eGovernment-Symposium 2007 in Bern einen Vortrag zum Thema «Open Source Software und die öffentliche Hand» gehalten. Die zugehörige Präsentation ist nun auf SlideShare verfügbar. Stürmer ist Doktorand am Lehrstuhl für Strategisches Management und Innovation der ETH Zürich, hat seine Lizentiatsarbeit zum Thema «Open Source Community Building» geschrieben und ist Vorstandsmitglied von /ch/open.

DRS Wiki: Ein Wiki ist kein Erfolgsgarant

Update: Inzwischen hat Schweizer Radio DRS das Wiki abgeschaltet.

image Eigentlich wäre die Idee, Mediengeschichte in Form eines Wikis zu erarbeiten, höchst spannend – besonders wenn es sich um eine nationale Institution wie das Schweizer Radio DRS handelt. Doch obwohl Radio DRS sowohl im Äther als auch auf der eigenen Website viele Möglichkeiten hätte, sein DRS Wiki zu promoten, kommt das Projekt nicht vom Fleck: Wer die Änderungen der letzten 30 Tage abruft, bekommt oft eine leere Seite zu sehen, und die Liste aller Seiten ist nach wie vor ziemlich überschaubar.

Fazit: Es reicht nicht aus, ein Wiki ins Internet zu stellen und darauf zu hoffen, dass die Community den Rest der Arbeit erledigt. Vielmehr muss man selbst Aufbauarbeit leisten und glaubwürdig vermitteln, dass das Wiki eine Zukunft hat. Wer jedoch die Einträge von DRS 1 oder Echo der Zeit liest kommt zwangsläufig zum Schluss, dass man selbst bei Schlüsselbegriffen den Aufwand gescheut hat, gehaltvolle Artikel zu verfassen. Auch dass es für den neuen News-Kanal DRS 4 oder für den aktuellen Radiodirektor Walter Rüegg schlicht keinen Eintrag gibt, spricht Bände. Das DRS Wiki ist ein gescheitertes Experiment. Schade.

Braucht es eine Wikipedia auf Alemannisch?

image

Wer auf dem Schweizer Wikipedia-Portal genau hinsieht, findet dort auch einen Link zur Wikipedia uf Alemannisch (Schwyzerdütsch) – gleich neben der Wikipedia en rumantsch. Während sich die Existenzberechtigung letzterer rasch erschliesst (immerhin ist das Romanische unsere vierte Amtssprache), so fragt man sich: Braucht es wirklich eine Wikipedia auf Alemannisch?

Grundsätzlich ja, würde man meinen, ist es doch das Ziel der Wikipedia, Wissen in möglichst vielen Sprachen zusammenzutragen. Andererseits muss man sich fragen: Was ist den eigentlich Alemannisch?

«D’alemannisch Wikipedia isch e Enzyklopädie in de Dialäkt vom alemannische Sprochruum, also vo de Dütschschwiz, vom Elsass, vom Liechtestei, vo Oberbade, vom Schwobeland un vo Voradelberg.»

Das mag sprachwissenschaftlich korrekt sein, aber das bringt mir – obwohl mitten im alemannischen Sprachraum aufgewachsen – diese Sprache nicht viel näher. Denn einerseits empfinde ich meinen Dialekt und das, was Schwaben oder Elsässer sprechen, doch als sehr verschieden. Andererseits ist auch das Schwiizerdütsch alles andere als eine homogene Sprache. Kommt hinzu, dass das Alemannische nicht über verbindliche Regeln für Orthografie und Grammatik verfügt – ein Crash-Kurs «Wiä schriib ich guets Alemannisch?» muss reichen. Im übrigen gibt sich die alemannische Wikipedia-Community tolerant:

«Wär im Alemannische nit sicher isch, brücht sich nit vu dr alemannische Wikipedia üsgschlosse fiähle: er ka sini Text mit eberem, wu sicher isch, durchspräche un korrigiäre. S isch no ke Meischter vum Himmel gheijt.»

Schön gesagt – in Walliserdeutsch, würde ich meinen. Trotzdem bleibe ich dabei: Ein Potpurri aus verschiedensten Dialekten ist zwar amüsant, der konkrete Nutzen einer solchen Wikipedia bleibt aber bescheiden. Ausserdem scheint es mir schon eine ausreichend grosse Aufgabe, die Wikipedia in allen Schriftsprachen zu pflegen. 

Umfrage: Open Source in der Schweizer Geschäftswelt

Im Rahmen ihrer Berufsmatura schreiben Fabian Vogler und Michael Gysel eine Projektarbeit zum Thema «Open Source in der Schweizer Geschäftswelt». Dabei geht es insbesondere um Unterschiede beim Einsatz von Open Source
Software zwischen der Öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft. Die Projektvereinbarung kann hier eingesehen werden.

In diesem Zusammenhang haben Vogler und Gysel auch eine Online-Umfrage mit 9 Fragen erstellt und bitten nun Mitarbeiter von Unternehmen und öffentlichen Einrichtungen, sich 5 Minuten Zeit zu nehmen, um diesen Fragebogen auszufüllen.

3. Schweizer Wikipedia-Tag 2007, Bern

Der dritte Schweizer Wikipedia-Tag findet am 29. September 2007 in der Aula der Pädagogischen Hochschule Bern statt. Hinter der Veranstaltung stehen Wikimedia CH, Digitale Allmend, PHBern sowie das Migros Kulturprozent. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im Gegensatz zur internationalen Wikimedia-Konferenz Wikimania ist der Schweizer Wikipedia-Tag weniger ein Community-Event. Vielmehr sollen sogenannte Wissensarbeitende (Lehrpersonen, Studierende, Dozierende, Archivare, Bibliothekarinnen, Journalisten) angesprochen werden. Die acht Referate und die abschliessende Podiumsdiskussion versuchen, die Auswirkungen von frei verfügbarem und kollektiv erarbeitetem Wissen auf Ausbildung, Forschung und Medien auszuloten.

BarCamp: Open Conference oder Geeks’n’Beer?

Wenn man die Prinzipien von Open Source und Open Content auf Konferenzen überträgt, dann wird daraus ein BarCamp. BarCamps sind kostenlos, spontan, sie kennen keine Hierarchien und leben von der Mitarbeit aller Teilnehmer. Sie sind eine interessante Möglichkeit, um ausserhalb des klassischen Konferenzbetriebs eigene Ideen zu präsentieren und zu diskutieren. Traditionell dominieren bei solchen Veranstaltungen Themen aus dem Internet-Umfeld, grundsätzlich ist das Format aber offen für andere Themenkreise (z.B. WineCamp, LibraryCamp, EduCamp, RadioCamp).

Auch in der Schweiz finden BarCamps statt – Details dazu im Wiki von BarCamp Switzerland.

eTourCamp, Lugano

etourcamp_logano.gif

«The importance of ICTs in the tourism field is growing more and more. A new discipline called eTourism is nowadays rising, studying the interaction between technologies and tourism. This sector is becoming strategic for lots of companies. For the new companies, there is a strong competitive advantage exploiting the potentiality of the Web 2.0 where users create their own comments or reviews of their tourism experience thanks to user generated contents. […] eTourCamp would be a place where share opinions, understand new trends in the field of ICT for tourism.»

Das eTourCamp Lugano findet am 3. November 2007 im Rahmen des Salone Internazionale Svizzero delle Vacanze I Viaggiatori statt.