PortableApps: Open Source Software Suite To Go

Viele Anwender von Open Source Software stehen vor dem Problem, dass sie auf anderen Rechnern nicht ihre vertrauten Programme vorfinden, sondern deren kommerziellen Pendants. Oft ist es zu umständlich – oder mangels Administratorrechten sogar unmöglich – ein Open-Source-Programm selbst zu installieren. Hier helfen Portable Apps – Programme, die ohne Installation direkt ab einem mobilen Datenträger laufen.

Wer mit minimalem Aufwand die wichtigsten Portable Apps auf einen Datenträger bringen will, greift zur PortableApps Suite von John T. Haller. Diese fasst zwei Dutzend der am häufigsten genutzten Open Source Programme in einem selbstextrahierenden Archiv zusammen und liefert ein hübsches Startmenü mit. Das Archiv kann im Prinzip auf einen beliebigen Datenträger entpackt werden – nebst dem klassischen USB Memorystick kommen auch portable Festplatten oder MP3-Player in Frage.

Mit Mozilla Firefox, Mozilla Thunderbird, Mozilla Sunbird, OpenOffice.org, GIMP, VLC Media Player, FileZilla, Gaim und 7zip bringt die Standard Edition der PortableApps Suite die gängigsten Tools für digitale Nomaden mit und beansprucht trotzdem nur 512 MByte Speicherplatz. Die Lite Edition ersetzt OpenOffice.org durch AbiWord und passt sogar auf einen 256-MByte-Datenträger. Bei der Base Edition kann der Anwender die gewünschten Programme selbst zusammenstellen.

Linux ab USB Memorystick starten

Statt Linux mühsam auf der Festplatte zu installieren (und dabei eine bestehende Installation eines anderen Betriebssystems zu gefährden) kann man diverse Linux-Distributionen auch direkt von einer sogenannten Live-CD booten (vgl. dazu Live-CD auch von Fedora Core). Man braucht dazu nur das entsprechende ISO-Disk-Image auf eine CD zu brennen und das BIOS so zu konfigurieren, dass der Rechner beim Systemstart nicht zuerst auf der Festplatte, sondern auf dem CD-Laufwerk nach einem bootbaren System sucht.

Live-CDs eignen sich hervorragend für erste Erkundungstouren in die Linux-Welt. Erfahrene Systembetreuer schätzen zudem die Möglichkeit, per Live-CD auf die Festplatte eines Rechners zugreifen zu können, der sich wegen eines Fehlers nicht mehr normal starten lässt. Live-CDs haben aber auch entscheidende Nachteile: Erstens läuft ein Betriebssystem ab CD – im Vergleich zu einer Festplatte – quälend langsam. Und zweitens lassen sich Einstellungen und Daten nicht auf der CD speichern.

Beide Nachteile lassen sich vermeiden, wenn man statt einer CD-ROM einen USB Memorystick benutzt. «Live-Sticks» (den Begriff habe ich so bisher noch nicht angetroffen) sind zwar nicht so etabliert und problemlos wie Live-CDs – sowohl die Software als auch die Hardware (Rechner und Memorystick) sind potentielle Fehlerquellen. Bei mir persönlich funktionierte der «Live-Stick» aber auf Anhieb (mit Knoppix 5.1, HP Pavilion K351.CH, Sony MicroVault 2 GB). Und sowohl der Boot-Vorgang als auch der Betrieb ab Memorystick sind wesentlich flüssiger als mit der Live-CD.

Folgende Arbeitsschritte sind erforderlich:

  • USB Memorystick als Laufwerk formatieren (mit dem frei verfügbaren HP USB Disk Storage Format Tool)
  • ISO-Disk-Image der Live-CD herunterladen und dessen Inhalt auf den Memory Stick kopieren (beides zusammen kann einige Stunden dauern!)
  • Konfigurationseinstellungen vornehmen

Die beste Referenz in diesem Zusammenhang ist Pen Drive Linux. Die Standardprozedur Boot and run Knoppix from a USB flash memory stick funktionierte auf Anhieb, setzt keinerlei Linux-Kenntnisse voraus und ist technisch nicht speziell anspruchsvoll – die grösste Hürde besteht darin, über die DOS-Kommandozeile eine EXE-Datei zu starten. Seit gestern gibt es zudem unter All In One USB Knoppix 5.1.0 zip eine vereinfachte Variante mit einem kleinen Installer, die selbst diese Hürde eliminiert.

Eine Spur anspruchsvoller wird es, wenn man auf dem Memorystick auch Einstellungen und Daten speichern möchte . Hierzu muss man auf dem Stick ein sogenanntes persistentes Home-Verzeichnis anlegen und anschliessend Linux anweisen, dieses auch zu benutzen. Für Knoppix gibt es auch hierzu eine Anleitung auf Pen Drive Linux: Knoppix Linux Live CD and USB flash drive persistent image How To. Wobei diese Anleitung nach meiner Beobachtung zwei kleine Fehler enthält:

  • Booting from the CD, Schritt 1: Während der Rechner von der Live-CD gebootet wird darf der USB-Stick noch nicht eingesetzt sein. Andernfalls wird er nämlich automatisch eingebunden (gemountet) und kann dann im weiteren Verlauf nicht mehr als Ziel für das persistente Home-Verzeichnis gewählt werden. Stattdessen soll der USB-Stick erst dann eingesetzt werden, wenn Knoppix ab der Live-CD fertig gebootet hat.
  • Saving System Settings, Schritt 5: Nach dem Schreiben der Konfigurationsdateien erscheint – anders als angegeben – keine Bestätigungsmeldung.