MPlayer: Der Media Player für Windows, Mac OS und Linux

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Auch wenn ein Media Player zur Wiedergabe von Audio- und Videodateien heute zum Lieferumfang eines jeden Betriebssystems gehört, so kann es doch Gründe geben, nach einer Alternative zu suchen – sei es, weil die Dateien in weniger gebräuchlichen Formaten vorliegen, sei es, weil man aus Prinzip eine Open-Source-Lösung vorzieht.

Nebst VLC (vgl. Open Source Essentials: VLC Media Player) gibt es noch einen anderen Player, der viele Formate unterstützt und auf Windows, Mac OS und Linux gleichermassen verfügbar ist: MPlayer. Das M steht ebenso für «Movie», wie für «Music», denn der MPlayer spielt sowohl Audio als auch Video. Dabei werden viele Formate unterstützt, die ich offen gesagt nicht einmal dem Namen nach kenne – es bleibt aber das gute Gefühl, dass man mit dem MPlayer für fast jede Gelegenheit gerüstet ist.

Öffentlich-rechtliches Fernsehen unter Creative-Commons-Lizenz

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Der Norddeutsche Rundfunk NDR stellt ausgewählte Beiträge aus den Magazin-Sendungen «Zapp» und «Extra 3» unter einer Creative-Commons-Lizenz im Internet zur Verfügung. Die Wahl ist dabei auf die vergleichsweise restriktive BY-NC-ND-Version gefallen, was konkret bedeutet: Die Sendungen dürfen ausschliesslich zu nicht-kommerziellen Zwecken weiterverbreitet und nicht verändert werden.

Das Ganze ist offenbar nur ein Test. Doch eigentlich wäre das Modell nur konsequent: Da die Öffentlichkeit die Sendungen über Gebühren finanziert, sollte sie auch ein Nutzungsrecht an den Eigenproduktionen der öffentlich-rechtlichen Sender erhalten. Dies wäre zugleich ein starkes Argument in der ewigen Diskussion um die Radio- und Fernsehgebühren.

HandBrake: DVD Ripper für Windows, Mac und Linux

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Fragen Sie mich bitte nicht, warum diese Software ausgerechnet HandBrake heisst. Denn während die Filmindustrie bekanntlich DVD-Kopien möglichst ausbremsen möchte, tut HandBrake genau das Gegenteil: Die Software erlaubt es, den Inhalt einer Video-DVD in eine Video-Datei zu konvertieren, wobei unterschiedliche Codecs und Qualitätsstufen zur Auswahl stehen.

Die Welt des digitalen Videos ist relativ komplex, sobald man nicht einfach nur eine DVD abspielen möchte. Insbesondere die Wahl des Dateiformats (Containers) und des Codecs ist nicht ganz trivial – daran kann auch HandBrake nichts ändern. Ansonsten ist die Software aber ausgesprochen benutzerfreundlich: Man wählt Quelle (die DVD), Ziel (die Datei) und Ausgabeformat (für Qualität, Dateigrösse und Zeitaufwand relevant), fügt die gewünschten Tracks in die Warteschlange (Queue) und klickt den Start-Button. Hat man eine geeignete Einstellung gefunden, so kann diese als Preset gespeichert werden; ein Dutzend Presets werden zudem mitgeliefert und sollten die häufigsten Anwendungsbereiche abdecken.

HandBrake steht für Windows, Mac OS X und Linux zur Verfügung und unterliegt der GNU General Public Licence (GPL).

Gawker: Zeitraffer-Aufnahmen mit dem Mac

Gawker Screenshot
Gawker (engl. für Glotzer) ist ein etwas rüder Name für ein hübsches Programm: Mit Gawker, einem Mac und einer Webcam (bei neueren Macs standardmässig eingebaut) lassen sich sehr einfach Zeitraffer-Aufnahmen erstellen.

Nebst Zeitintervall, Auflösung, Bildqualität und Bildrate lassen sich bei Bedarf auch Start- und Stopp-Zeitpunkt der Aufnahme definieren. Die Aufnahme läuft anschliessend automatisch, eine manuelle Auslösung der Einzelbilder ist nicht vorgesehen – insofern eignet sich Gawker sehr gut für klassische Zeitraffer-Aufnahmen (z.B. Wetterentwicklung, Verkehrslage, Wachstum von Pflanzen, Überwachung von Räumen), aber kaum für Trickfilmaufnahmen (z.B. Lego-Animationsfilme).

Für fortgeschrittene Anwendungen kann man seine Webcam auch anderen Gawker-Nutzern im Netzwerk zur Verfügung stellen (ggf. passwortgeschützt). Bilder von bis zu 4 Webcams lassen sich zu einem einzigen Zeitrafferfilm kombinieren. Nebst Webcams kann man auch den Bildschirminhalt seines Macs als Videoquelle benutzen – auf diese Weise lassen sich beispielsweise rudimentäre Screencasts erstellen oder eine PowerPoint- bzw. Keynote-Präsentation in ein QuickTime-Movie abbilden.

MediaCoder: Universeller Konverter für Audio und Video

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Im Bereich von Audio und Video gibt es eine riesige Zahl von unterschiedlichen Dateiformaten – manche sind einigermassen etabliert, viele sind eher Exoten. Ein Konverter für Audio- und Videodateien, der möglichst viele Formate beherrscht, gehört somit zur Grundausstattung eines jeden anspruchsvollen Computer-Anwenders.

Wer Windows nutzt und eine Open-Source-Lösung sucht, sollte MediaCoder in die engere Wahl miteinbeziehen: Abgesehen von der etwas spröden Benutzeroberfläche bietet das Programm eine Fülle von Formaten und Einstellmöglichkeiten, so dass man für die meisten Konvertierungsaufgaben gerüstet ist – selbst dann, wenn man ein File für einen Hardware-Player, ein Mobiltelefon oder eine Game-Konsole aufbereiten muss. Die grösste Schwierigkeit bei der Anwendung von MediaCoder sehe ich eigentlich darin, dass man als durchschnittlicher Computeranwender durch die vielen verschiedenen Codecs und Parameter schlicht überfordert ist, was aber kein Fehler des Programms ist, sondern in der Natur der Sache liegt.

MediaCoder untersteht der GNU General Public Licence und läuft bevorzugt unter Windows XP und Windows 2000. Windows Vista wird nicht ausgeschlossen, aber auch nicht empfohlen («may work, please report») – bei meinen Test hat es jedenfalls funktioniert. Für den Einsatz unter Linux ist Wine erforderlich.

InfraRecorder: Freie CD/DVD-Brenn-Software für Windows

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Wer eine Open-Source-Lösung für das Brennen von CDs und DVDs sucht, sollte sich InfraRecorder anschauen. Die Software bietet eine typische doppelte Explorer-Ansicht (oben Festplatten-Inhalt, unten CD/DVD-Inhalt), brennt Daten- und Audio-CDs, erstellt und brennt Disk Images, kann mit Dual Layer DVDs umgehen und eignet sich auch zum Erstellen von CD/DVD-Kopien.

Democracy Player: Namenswechsel zu Miro vollzogen

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Die Participatory Culture Foundation hat ihren Democracy Player nun definitiv in Miro umbenannt (vgl. Announcing Miro). Abgesehen davon kommt die aktuelle Version 0.9.8.1 im vertrauten Gewand daher, und auch von den Features her handelt es sich primär um ein Maintenance-Update (vgl. What’s New in Miro Public Preview 1).

Umbenennung: Aus Democracy Player wird Miro

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Als Collector’s Edition wird die neueste Version 0.9.6 des Democracy Players angekündigt: «Last version before name change!» Eine nicht ganz ernsthafte Ankündigung eines ernsthaften Themas: Der Player, der für die Demokratisierung des Mediums Internet-TV steht, soll spätestens ab der Version 1.0 den Namen Miro tragen. Die Begründung dafür lautet wie folgt:

«… the name [Democracy Player] … confused a huge number of potential users. In all our debates about whether you could call something ‘Democracy’ and how people would react to the name, we hadn’t realized that so many people would simply assume that the software was for politicians and videos about politics. We hear this response over and over, and it’s a real limitation to our user base. So we’re changing the name to Miro.»

Persönlich finde ich es schade, dass der programmatische Name aufgegeben wird – Miro ist absolut austauschbar und könnte für einen Weichspüler, einen japanischen Kleinwagen oder einen Schokoriegel stehen. Nur eine gut getextete Subline kann dies noch retten…

Screencasts über Open Source Software


Datenschutz-Hinweis: Wenn Sie dieses Video abspielen, können Sie von YouTube getrackt werden.

Es ist wesentlich einfacher, sich in eine neue Software hineinzudenken, wenn man einem erfahrenen Anwender über die Schulter schauen kann. Screencasts («Bildschirmvideos») erfüllen genau diesen Zweck, allerdings zeit- und ortsunabhängig. Auch Open Source Software wird zunehmend auf diesem Weg dokumentiert – man muss die Screencasts nur finden.

  • Eine populäre Adresse ist www.ubuntuvideo.com. Zentrales Thema ist die Linux-Distribution Ubuntu, wobei nebst Screencasts auch normale Videos abrufbar sind. Qualität und Niveau der Beiträge sind sehr unterschiedlich, aber es finden sich immer wieder gut gemachte Tutorials oder eindrückliche Demos darunter. Nicht verpassen sollte man auch das Interview mit dem Ubuntu-Sponsor Mark Shuttleworth.
  • Weitere gute Quellen für Screencasts über Ubuntu ist die offizielle Ubuntu-Website sowie die Site Ubuntu Clips.
  • Unter der eingängigen Adresse www.openscreencast.de soll ein Portal für Screencasts über freie Software entstehen, wobei auch die Screencasts selbst unter einer Open-Conten-Lizenz stehen. Der Java-Player auf der Seite machte bei meinen Tests noch Probleme, man kann die Screencasts aber auch im Ogg- oder MP4-Format herunterladen.
  • learn2use ist nicht open-source-spezifisch, doch finden sich hier diverse Screencasts über verschiedene Linux-Distributionen, OpenOffice.org, Firefox und andere freie Software.
  • Der Techview-Podcast ist noch jung, ein abschliessendes Urteil noch zu früh. Interesse weckt aber die mehrteilige, deutschsprachige Serie «Ubuntu-Switcher» für Windows-Anwender, die auf Linux umsteigen wollen.

Songbird: Die Synthese aus Web-Browser und Media-Player

Wie nennt man ein Programm, das sowohl Web-Browser als auch Media-Player ist? Das also sowohl Webseiten anzeigt als auch Audio- und Video-Dateien abspielt? Web-Player?

Wie auch immer: Songbird ist ein wirklich spannender Ansatz, der den Browser nicht mehr nur als Anzeigeprogramm für Texte und Bilder versteht, sondern multimediale Inhalte ins Zentrum stellt. Surft man beispielsweise auf ein Musik-Blog, so werden alle auf dieser Seite verlinkten MP3-Dateien wie in einem Media-Player aufgelistet. Man kann sie direkt abspielen oder auch per Drag-and-Drop in die eigene Musiksammlung ablegen.

Der Web-Browser von Songbird basiert auf Firefox, und auch als Media Player bietet die Software eine reichhaltige Ausstattung: Nebst MP3 werden auch Dateiformate wie AAC, OGG, FLAC und WMA unterstützt, austauschbare Skins («Feathers») sind ebenso vorhanden wie eine Extension-Architektur. Das Bedienungskonzept ist sehr ähnlich wie bei iTunes, so dass man sich rasch zurechtfindet. Kein Wunder wird Songbird gelegentlich als Open-Source-Alternative zu iTunes bezeichnet.

Songbird ist derzeit in der Version 0.2.5 verfügbar und somit noch nicht fertiggestellt. Trotzdem spürt man bereits heute, dass hier ein Programm ausgebrütet wird, welches das Potential hat, Software-Geschichte zu schreiben. Sowohl das Programm als auch die Website zeigen deutlich, dass hier nicht einfach ein paar Freaks drauflos programmieren, sondern dass ein starkes Konzept hinter Songbird steht. Verantwortlich dafür ist eine Gruppe von Entwicklern, die unter anderem auch für Winamp gearbeitet haben. Nebst dem Democracy Player (vgl. Democracy Player: Freies Internet-TV mittels Video-Blogs) ist Songbird eine weitere Multimedia-Internet-Applikation, die das Zeug zu einer Standard-Software hat.

Wichtig ist vielleicht noch die folgende Klarstellung: Auch wenn es Songbird sehr einfach macht, MP3-Dateien im Web zu finden und lokal zu speichern, so ist es doch keine Software, welche illegale Praktiken in der Musiknutzung fördert – jedenfalls nicht mehr als jeder normale Web-Browser auch. Die Entwickler stellen sich sogar ausdrücklich hinter die Bill of Rights von DigitalConsumer.org, welche sich war gegen ein restriktives DRM wendet, aber das Copyright respektiert.