WikiTimeScale: Wikipedia auf dem Zeitstrahl

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Das Prinzip ist bestechend: WikiTimeScale stellt Begriffe aus der Wikipedia auf einem Zeitstrahl dar und visualisiert auf diese Weise die zeitlichen Abläufe. Historische Perioden, Lebensdaten von Personen oder längere Ereignisse werden dadurch viel besser erfassbar, man erkennt leicht Parallelen und Abhängigkeiten.

Diese Timeline, wie man so etwas im englischen Sprachraum normalerweise bezeichnet, ist allerdings visuell nicht besonders attraktiv aufgemacht und krankt vor allem daran, dass es noch kaum Einträge gibt. Funktional gibt es dafür schon einige spannende Ansätze, und man kann nur hoffen, dass dieses Projekt nicht endet, bevor es richtig angefangen hat.

3. Schweizer Wikipedia-Tag 2007, Bern

Der dritte Schweizer Wikipedia-Tag findet am 29. September 2007 in der Aula der Pädagogischen Hochschule Bern statt. Hinter der Veranstaltung stehen Wikimedia CH, Digitale Allmend, PHBern sowie das Migros Kulturprozent. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Im Gegensatz zur internationalen Wikimedia-Konferenz Wikimania ist der Schweizer Wikipedia-Tag weniger ein Community-Event. Vielmehr sollen sogenannte Wissensarbeitende (Lehrpersonen, Studierende, Dozierende, Archivare, Bibliothekarinnen, Journalisten) angesprochen werden. Die acht Referate und die abschliessende Podiumsdiskussion versuchen, die Auswirkungen von frei verfügbarem und kollektiv erarbeitetem Wissen auf Ausbildung, Forschung und Medien auszuloten.

Erin McKean über Wörterbücher

Erin McKean: The joy of lexicography

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Zugegeben: Der Zusammenhang mit dem vorangehenden Video ist möglicherweise erst auf den zweiten Blick erkennbar. Trotzdem denke ich, dass das höchst amüsante Referat von Erin McKean, Chefredakteurin des Oxford American Dictionary, in gewisser Weise das Wikipedia-Prinzip für Wörterbücher propagiert.

Jimmy Wales über die Wikipedia

Jimmy Wales: How a ragtag band created Wikipedia

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Dieses 20-minütige Video zeigt einen Vortrag von Jimmy Wales, dem Gründer der Wikipedia, über die Ziele und Mechanismen der grössten freien Enzyklopädie der Welt. Die Aufnahme entstand 2005 im Rahmen der TED Talks. Wer die Wikipedia auch aus Sicht eines Autors kennt wird zwar wenig Neues erfahren, trotzdem ist es spannend, wie Wales mit einfachen Worten erklärt, warum dieses erstaunliche Experiment so erfolgreich ist.

WikiMindmap: Alternativer Zugang zur Wikipedia

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Eine spannende Alternative zur traditionellen Volltextsuche in Wikipedia bietet WikiMindmap: Das gesuchte Stichwort bildet die Wurzel einer Mindmap, die aus verwandten Begriffen aufgebaut wird. Durch einen Klick auf einen verwandten Begriff wird die Mindmap neu erstellt, so dass man sich assoziativ durch die Schlagwörter hangeln kann. In der technischen Umsetzung ist das Konzept noch verbesserungsfähig (die Mindmap wäre sicher dynamischer, wenn AJAX statt Flash eingesetzt würde), aber der Ansatz überzeugt.

Musipedia: Die Wikipedia für Melodien

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Inspiriert von den Prinzipien der Wikipedia will die Musipedia ein kollaborativ erstelltes Nachschlagewerk für Melodien werden. Das ist anspruchsvoller, als man im ersten Moment denken könnte, denn: Wie formuliert man eine Suchanfrage an eine Melodiensuchmaschine?

Bei Musipedia stehen verschiedene Eingabemethoden zur Auswahl. Wer die Notenschrift beherrscht, kann die Melodie über den oben gezeigten Editor zusammenklicken. Diese sogenannte Keyboard Search ist ziemlich effektiv und führt zu relativ verlässlichen Treffern – die obige Melodie aus Vivaldis Vier Jahreszeiten wurde jedenfalls auf Platz 2 im Suchresultat gelistet.

Spannend, aber nicht ganz so präzise ist die Suchmethode Sing or Whistle: Hier kann man eine Melodie summen oder pfeifen, anschliessend versucht die Applikation daraus Tonhöhen und Tonlängen zu erkennen. Dies ist grundsätzlich ein anspruchsvolles Unterfangen und führt auch bei Musipedia nicht immer zu befriedigenden Resultaten – glücklicherweise kann das Ergebnis in der sogenannten Piano-Roll-Notation anschliessend noch editiert werden.

Ein dritte Methode besteht darin, nur den Rhythmus auf der Computertastatur zu klopfen. Interessenter Ansatz – aber mit Take five war das System bei meinem Test hoffnungslos überfordert.

Die vierte Methode schliesslich heisst Contour Search. Sie basiert auf dem sogenannten Parsons Code, der eine Melodie lediglich dadurch beschreibt, ob der nächste Ton höher, tiefer oder gleich hoch wie der vorangehende ist. Ein Parsons Code besteht also aus einem «Wort» mit den Buchstaben U (für up), D (für down) und R (für repeat) und kann dann über ein normales Formularfeld gesucht werden.

Insgesamt ist die Musipedia ein spannender Ansatz, auch wenn die Oberfläche noch nicht so geschliffen daher kommt wie bei den heutigen Web 2.0-Anwendungen. Hinter dem Projekt steht übrigens Rainer Typke, der am Österreichischen Institut für Künstliche Intelligenz über genau solche Probleme forscht und auch ein Buch zum Thema Music Retrieval based on Melodic Similarity publiziert hat.

Die Wikipediaisierung von Meyers Lexikon

Auch wenn Vorbehalte in gewissen Fällen berechtigt sind: Die Wikipedia ist innert kürzester Zeit zu einer ernsthaften Konkurrenz für die etablierten Lexika geworden. Die Reaktion der Verlage ist unterschiedlich: Während der Brockhaus auf seine Reputation vertraut und gute Information gegen gutes Geld verkauft, nimmt sich Meyers Großes Taschenlexikon in 24 Bänden die Wikipedia zum Vorbild: Die Artikel sind online frei verfügbar, und wer sich (kostenlos) registriert, kann zudem neue Artikel zur Aufnahme in das Lexikon vorschlagen und bestehende Artikel kommentieren. Die Finanzierung soll offenbar durch Google-AdSense-Anzeigen erfolgen. Das Modell ist ein interessanter Kompromiss zwischen dem JeKaMi der Wikipedia und der klassischen Informationshoheit der Lexikon-Redakteure. Wobei man wissen muss, dass Meyers Lexikon genau wie der Brockhaus zum Bibliographischen Institut & F. A. Brockhaus AG gehört und dieser Verlag somit mit seinen zwei Marken eine Doppelstrategie fährt.

Spekulation um Geldsegen für Wikipedia

Eine Umfrage unter den Nutzern der freien Enzyklopädie Wikipedia hat Spekulationen um eine 100-Millionen-Dollar-Spende geschürt: In einem E-Mail bat der Wikipdedia-Gründer Jimmy Wales um Vorschläge, was man mit einem solchen Geldsegen anfangen könnte, um die Ziele der Wikimedia Foundation voranzutreiben. Eine Zusammenfassung der Umfrageresultate ist als Copyright Wishlist publiziert worden. Die meisten Vorschläge zielen darauf ab, durch Copyrights geschützten Content zu kaufen und dann unter einer freien Lizenz zu veröffentlich – also zu «befreien», wie dies gerne genannt wird.

(via www.heise.de)