Archiv der Kategorie 'Utopia'

It’s Time to Say Goodbye

Montag, den 31. Dezember 2007

Gut drei Jahre habe ich hier gebloggt. Es waren drei gute Jahre: Ich habe viel gelernt, bin auf viele neue Ideen gekommen, hatte einige tausend Besucher pro Monat und insgesamt viel Freude an meinem Blog.

Andererseits: Ein Blog zu schreiben ist Arbeit, und davon habe ich eigentlich mehr als genug. Und gemäss meinem Vorsatz für 2008, die Zahl meiner Projekte drastisch zu reduzieren, werde ich dieses Blog per 1.1.2008 stillegen. Nicht löschen, nicht schliessen, aber stillegen. Mindestens einen Monat, vielleicht auch ein Jahr, möglicherweise für immer – but never say never again.

Happy New Year!

Volksinitiative "Für den Schutz vor Waffengewalt"

Samstag, den 1. Dezember 2007

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Was arbeiten, wenn man nicht muss?

Sonntag, den 25. November 2007

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Schwierige Frage, nicht? Vor allem deshalb, weil es zugleich die Frage impliziert: Würde ich das, was ich heute tue, auch dann tun, wenn ich dabei kein Geld verdienen würde/müsste? Ist meine heutige Arbeit interessant, wichtig, erfüllend genug, dass ich sie unabhängig von finanziellen Überlegungen machen würde?

Rein theoretische Fragen? Nicht, wenn es nach der Initiative für ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle geht. Solche Ideen kann man entweder als Rückfall in finstere kommunistische Zeiten abtun – oder man kann (frei von realpolitischen Einwänden) einfach mal darüber nachdenken.

P.S. Ein paar Antworten gibt es hier.

YouTube für Menschenrechte

Sonntag, den 11. November 2007

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Dass man mit den beiden Medien Video und Internet mehr machen kann als nur lustige Werbespots, schlüpfrige Schnappschüsse und nichtssagende Video-Blogs zu verbreiten, zeigt die Menschenrechtsorganisation Witness mit dem Portal The Hub: Unter der Devise See It – Film It – Change It können hier videografische Beweise von Menschenrechtsverletzungen anonym hochgeladen werden, um solche Vorkommnisse zu beweisen und politischen Druck für Gegenmassnahmen aufzubauen. Witness wurde 1992 vom Musiker Peter Gabriel gegründet.

Mehr Informationen bei heise.de.

Freeganism oder die Kapitalismusverweigerung

Sonntag, den 9. September 2007

Die ARD, genauer die Sendung Titel, Thesen, Temperamente, hat in der heutigen Ausgabe auf ein interessantes Phänomen hingewiesen: Freeganism. Freegans sind Menschen, die sich so weit als möglich dem kapitalistischen Wirtschaftssystem entziehen, indem sie beispielsweise weggeworfene Lebensmittel aus dem Müll holen, in leerstehenden Häusern wohnen oder mit Güterzügen durchs Land fahren. Was an Landstreicherromantik erinnert ist als politischer Protest gedacht – als Protest gegen ein Wirtschaftssystem, das in unvorstellbarem Masse verschwenderisch mit Ressourcen umgeht, während andernorts bitterer Mangel herrscht.

Signature

Sonntag, den 29. Juli 2007

Allzeit bereit!

Sonntag, den 17. Juni 2007

Nicht nur für Pfadfinder gilt die Devise: Allzeit bereit! Geräte der Unterhaltungselektronik sind häufig mit einer Standby-Funktion ausgestattet, damit sie per Fernbedienung eingeschaltet werden können. Auch viele Büro- und Haushaltgeräte kennen einen Bereitschaftsbetrieb, damit sie bei Bedarf sofort loslegen können.

Der Stromverbrauch im Standby-Betrieb ist massiv. Ein Bericht im Auftrag des Bundesamtes für Energie aus dem Jahr 2003 hält fest:

“Die Messungen und Auswertungen haben ergeben, dass sich die Standby-Verluste der Haushaltgeräte in der Schweiz gesamthaft auf rund 400 GWh summieren. Dies führt zu Stromkosten von rund 80 Millionen Franken pro Jahr. Der grösste Anteil – rund 60 Millionen – ist der Warmhaltung von Kaffeemaschinen anzulasten.”

Ebenfalls zu den grossen Energievernichtern gehören die Setup-Boxen für digitales Fernsehen von Swisscom/Bluewin und Cablecom, die im Standby-Mode zweistellige Wattzahlen verbrauchen. Andere Gerätegattungen haben zwar eine günstigere Energiebilanz, durch ihre schiere Menge ist der Standby-Verbrauch aber trotzdem ein ernsthaftes Problem. 

Besonders stossend ist, dass viele Geräte selbst dann noch Strom verbrauchen, wenn sie vermeintlich ausgeschaltet sind. Für diesen Zustand gibt es sogar einen Fachausdruck: Scheinausbetrieb. Wer also glaubt, dass ein Elektrogerät entweder ein- oder ausgeschaltet ist, macht sich keine Vorstellung davon, wieviele Zwischenstufen es gibt (Grafik aus einer Studie für das deutsche Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit):

Ohne dass man es sich bewusst ist ziehen viele IT- und AV-Produkte im Scheinausbetrieb mehrere Watt Strom aus der Dose, 24 Stunden am Tag, ohne konkreten Nutzen. Konkrete Zahlen zu einzelnen Modellen findet man beispielsweise bei der Aktion No-Energy.

Was tun?

Wer auf den Komfort, ein Gerät per Fernbedienung einschalten zu können, nicht verzichten mag, schafft sich einen Ecoman an. Dieser trennt beispielsweise den Fernseher automatisch vom Stromnetz, sobald dieser in den Standby-Modus wechsel, und stellt den Strom wieder an, sobald man die TV-Fernbedienung betätigt.

Praktisch sind auch sogenannte Master/Slave-Steckleisten: Bezieht das Gerät an der Master-Steckdose keinen Strom mehr, so werden automatisch alle Slave-Steckdosen vom Netz getrennt.

Natürlich kann man auch eine manuell schaltbare Steckerleiste benutzen, wie es sie in jedem Supermarkt gibt. Falls man die Steckerleiste an einem schlecht zugänglichen Ort platzieren möchte, empfiehlt sich allerdings ein Modell mit einem externen Schalter (sog. Schaltmaus).

Soll nur ein einzelnes Gerät geschaltet werden, so gibt es Schaltmäuse auch in Verbindung mit einem einfach Zwischenstecker.

Weitere Daten zum Energieverbrauch von Elektrogeräten:

Ausgepowert

Freitag, den 8. Juni 2007

Energiekrise und globale Erwärmung: Derzeit sind es die ganz grossen Fragen, die uns beschäftigen. Spannend in diesem Zusammenhang ist das Interview mit Pierre Lehmann im neusten Greenpeace-Magazin 2/07. Lehmann ist Kernphysiker, hatte selbst ein AKW mitgeplant und in der Erdölförderung gearbeitet, bevor er das Umweltbüro SEDE (Société d’Étude de l’Environnement SA) mitbegründete.

Greenpeace: Selbst bestimmte Grüne sehen die Atomenergie als Lösung des Energieproblems und des Klimawandels.

Lehmann: Die Aussage, dass der Klimawandel mit Atomstrom beeinflusst werden kann, ist lächerlich. AKW produzieren vier Prozent der Energie, welche die Welt verbraucht und vergeudet. Um den Anteil auf zehn oder zwanzig Prozent zu erhöhen, müsste man tausend neue Anlagen bauen. Dafür haben wir das Geld nicht, und es gibt auch nicht genug Uran dafür.

Greenpeace: Immerhin sagen Befürworter, dass Kernenergie kein CO2 produziere.

Lehmann: Man kann kein AKW bauen und betreiben ohne Erdöl und Luftverschmutzung. Sie brauchen Maschinen für den Bau der Anlage und für die Förderung des Urans. Unter dem Strich verbraucht die Stromproduktion in Atomkraftwerken mehr Energie als in Kohle-, Öl- oder Gaskraftwerken.

Microfinance yourself

Montag, den 23. April 2007

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Spätestens seit dem Nobelpreis für Mohammed Yunus ist auch hierzulande der Mikrokredit als effizientes Mittel der Entwicklungshilfe ein Begriff. Und dank Kiva kann man nun auch als Einzelperson sehr direkt Mikrokredite unterstützen: So wie viele Web-2.0-Applikationen vermittelt diese Plattform zwischen Angebot und Nachfrage, konkret zwischen potentiellen Kleinkreditgebern (also uns) und Kleinunternehmern in der Dritten Welt, welche einen Kredit benötigen, um Ihr Geschäft aufzubauen oder zu betreiben.

Die Auswahl der Kleinunternehmer und die eigentliche Transaktion erfolgt über lokale Mikrofinanzinstitute. Letztlich ist das Geschäft aber ein Sache zwischen den einzelnen Geldgebern und den Kleinunternehmern, d.h. weder Kiva noch das lokale Institut gewähren eine Sicherheit auf das geliehene Geld. Da Mikrokredite aber erfahrungsgemäss eine sehr hohe Rückzahlungsquote aufweisen und die Beträge gering sind (ab 25 US-Dollar), ist auch das Risiko bescheiden. Spannend ist auch, dass man während der Laufzeit des Kredits per E-Mail über den Geschäftsverlauf seines Kreditnehmers bzw. seiner Kreditnehmerin (überdurschnittlich viele Mikrokredite gehen an Frauen) informiert wird.

(via remo.fm)

Velos mit gutem Gewissen entsorgen

Samstag, den 24. März 2007

Wer nicht nur zum Spass, sondern auch aus ökologischen Ãœberlegungen Velo fährt, tut sich manchmal schwer damit, seinen alten Drahtesel durch einen neuen zu ersetzen, so lange ersterer noch fährt. Dank der Velorecycling-Werkstatt Drahtesel kann man sich aber ohne schlechtes Gewissen einen neuen Flitzer leisten – der alte wird zunächst in Bern von Arbeitslosen überholt und anschliessend nach Afrika verschifft. Ãœber 7’000 Velos pro Jahr finden auf diesem Weg in Ghana und Burkina Faso einen neuen Besitzer. So werden ökologische, soziale und entwickungspolitische Ziele in einem einzigen Projekt sinnvoll verbunden. (Mehr Informationen zum Projekt “Velos für Afrika”.)

Ãœbrigens muss man nicht zwingend nach Bern fahren, um seinen alten Drahtesel loszuwerden: Velo-Sammelstellen gibt es in der ganzen Schweiz.