Archiv der Kategorie 'Freenformation'

It’s Time to Say Goodbye

Montag, den 31. Dezember 2007

Gut drei Jahre habe ich hier gebloggt. Es waren drei gute Jahre: Ich habe viel gelernt, bin auf viele neue Ideen gekommen, hatte einige tausend Besucher pro Monat und insgesamt viel Freude an meinem Blog.

Andererseits: Ein Blog zu schreiben ist Arbeit, und davon habe ich eigentlich mehr als genug. Und gemäss meinem Vorsatz für 2008, die Zahl meiner Projekte drastisch zu reduzieren, werde ich dieses Blog per 1.1.2008 stillegen. Nicht löschen, nicht schliessen, aber stillegen. Mindestens einen Monat, vielleicht auch ein Jahr, möglicherweise für immer – but never say never again.

Happy New Year!

Brain TV

Dienstag, den 30. Oktober 2007

Wer gerne klugen Leuten zuschaut und zuhört, kommt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nur gelegentlich, im Privatfernsehen kaum auf seine Kosten. Auch Dokumentarfilme über Themen, die nicht zwingend dem Mainstream entsprechen, sehe ich auf meinem Fernseher selten. Im Internet stosse ich hingegen immer wieder auf Plattformen mit bemerkenswerten Videobeiträgen.

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Fora.tv zeichnet ̦ffentliche Auftritte von interessanten Perșnlichkeiten auf Рseien es nun Reden, Interviews oder Podiumsdiskussionen.

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Auch wenn Google YouTube gekauft hat: Es gibt (vorerst) auch weiterhin Google Video. Die Plattform ist für mein Empfinden ausgesprochen unübersichtlich, aber mit etwas Glück findet man dort immer wieder spannende Dokumentarfilme – nicht zuletzt die Google Tech Talks.

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Video Bomb, die Plattform der Participatory Culture Foundation, ist ein Fundgrube für Videos – im wahrsten Sinne des Wortes: Neben viel Ramsch gibt es hier immer wieder auch Trouvaillen.

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Die TED Talks sind etwas vom Spannendsten, was das Netz zu bieten hat: brilliante Redner, kompakte Referate, relevante Themen.

Wahlhelfer

Sonntag, den 21. Oktober 2007

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Sonntagmorgen, 08:24 Uhr. Da war doch noch was…

Shit: Wahlsonntag! Wo ist das Couvert? Ein Hauch von Hektik vermischt sich mit dem Duft von frischem Kaffee und aufgebackenen Croissants. Bald liegen 29 (neunundzwanzig!) Listen zwischen Sonntagszeitung und Käseplatte. Ein paar monothematische Irrläufer (“Hanf Ueli”, “Bürgerinitiative fordert, Bundesrat und Nationalrat Löhne zu kürzen, dafür die AHV für das Volk zu erhöhen”, “SVP Auto-Liste mit Auto Allianz”) sind rasch aussortiert. Aber dann?

Die Frage ist doch: Welche Partei (bzw. welcher Kandidat) denkt so wie ich? Gegenfrage: Wie denke ich?

www.smartvote.ch beantwortet beide Fragen gleichzeitig und hilft so den Mitgliedern der ältesten Demokratie der Welt, ihren Ãœberzeugungen und Interessen gemäss zu wählen. Wozu man früher langjährige politische Praxis brauchte, das kann man heute innert 15 Minuten online abklären lassen – wissenschaftlich untermauert, wohl verstanden. Man kann das bedeuern, weil es dazu verleitet, die politischen Diskussionen nicht langfristig zu verfolgen. Persönlich ist es mir aber lieber, kompetente Teilzeitdemokraten an den Urnen zu wissen als inkompotente Vollzeitdemokraten.

P.S. Wem sogar www.smartvote.ch zu anspruchsvoll ist, bekommt bei www.votez.ch eine knackig formuliere Wahlempfehlung (die allerdings selten zugunsten der Rechts-Konservativen ausfällt).

Alles im Griff

Freitag, den 17. August 2007

Welches ist die beste web-basierte Projektmanagement-Software? Ich wünschte, ich wüsste es. Zumindest in die engere Auswahl schaffen es aber die folgenden Kandidaten:

  • ACE Project – Sehr sauber strukturiert und sehr leistungsfähig, allerdings nicht ganz günstig. Für grössere Projekte ein ganz heisser Kandidat, insbesondere wenn Geld keine Rolle spielt.
    www.aceproject.com
  • activeCollab – Eine ziemlich offensichtliche Kopie von Basecamp (siehe unten), aber in PHP entwickelt und bisher Open Source (das nächste Release 1.0 soll aber ebenfalls kommerzialisiert werden). Vgl. ProjectPier.
    www.activecollab.com
  • Basecamp – Das pure Gegenteil von den meisten Applikationen: auf das Nötigste beschränkt, für jeden verständlich und viel mehr auf Kollaboration und Kommunikation ausgerichtet als auf Management. Wird derzeit ziemlich gehyped. Vgl. activeCollab, ProjectPier.
    www.basecamphq.com
  • dotProject – Unter den PHP-basierten Open-Source-Lösungen überzeugt dotProject am meisten, wenn es um “klassisches” Projektmanagement geht. Ein mittelgrosser Leistungsumfang paart sich hier mit einem guten Bedienungskonzept. PHProjekt, phpCollab, netOffice oder PMtool überzeugen da weniger. Wie intensiv dotProject weiterentwickelt wird ist allerdings schwer abzuschätzen.
    www.dotproject.net
  • eGroupWare – Das Konzept von eGroupWare besteht darin, möglichst viele bestehende Open-Source-Applikationen, die für die Projektarbeit Sinn machen könnten, zu integrieren. Das Resultat ist ein sehr leistungsfähiges, aber leider auch sehr heterogenes Paket. Ähnliches gilt auch für phpGroupWare, aus dem eGroupWare einst hervorgegangen ist.
    www.egroupware.org
  • TasksPro – Nur eine Task-List, aber eine schöne.
    www.taskspro.com
  • ProjectPier – Die Weiterführung von activeCollab (siehe oben) als Open-Source-Projekt.
    www.projectpier.org

Ist Google Earth ein Sicherheitsrisiko?

Samstag, den 13. Januar 2007

Wie Heise berichtet nutzen Terroristen im Irak Google Earth, um Angriffsziele zu erkunden. Soll man also Google Earth verbieten?

Sicher nicht. Denn mit Google Earth kann man allenfalls potentielle Ziele von Anschlägen ausmachen, aber nicht angreifen. Wer ernsthaft an der Verhinderung von Terrorismus interessiert ist, muss Waffen und Sprengstoff verbieten.

Ãœberhaupt überrascht es mich zu lesen, dass ausgerechnet die Google-Satellitenbilder – die bekanntlich alles andere als tagesaktuell sind – als Planungsgrundlage für solche Aktionen dienen sollen. Falls dem so wäre, dann würde das ja bedeuten, dass die Anschlagsziele schon seit Monaten (wenn nicht seit Jahren) an dieser Stelle stehen. Und dann braucht man wohl kaum noch Satellitenbilder, um solche Ziele beschiessen zu können.

Was uns verloren gehen würde, wenn die Bush-Regierung auf die Idee käme, Google Earth (in welcher Form auch immer) zu zensurieren, zeigt beispielsweise Google Sightseeing jeden Tag aufs Neue. Kennen Sie beispielsweise das Motorboot auf der Strasse? Oder die Insel von Michael Schumacher? Oder das afrikanische Dorf in Belgien? Dank Google Earth lernen wir unsere Welt mit neuen Augen zu sehen.

Das Motto von Google Sightseeing führt uns übrigens wieder zur Ursprungsfrage zurück:

“Why bother seeing the world for real?”

No Copy – The Movie

Dienstag, den 12. September 2006

No Copy – Die Welt der digitalen Raubkopie ist ein Buch über Raubkopierer und über den Kampf der Industrie gegen sie. Die Kurzfassung gibt es nun auch als handwerklich gut gemachtes und eingängiges Video:

no_copy.gif

Geht es nur mir so oder versucht das Video tatsächlich, den Hacker als eine Art Robin Hood des Informationszeitalters darzustellen? Das fände ich dann doch etwas gewagt. Das Urheberrecht ist an sich nichts Schlechtes – jeder, der sein Geld mit Kopfarbeit verdient, sollte den Schutz von Geistigem Eigentum zu schätzen wissen. Eine andere Sache ist es, wenn man bewusst auf sein Urheberrecht verzichtet oder zumindest ein Produkt seiner geistiger Arbeit zur kostenlosen Nutzung bereitstellt. Das nennt man dann Open Source oder Open Content – und hat mit Hacken und Raubkopieren rein gar nichts zu tun.

Freie Schriften

Samstag, den 8. Juli 2006

Googeln Sie mal nach “Free Fonts”. Ist es nicht erstaunlich, wieviele Unternehmen Ihnen Schriften schenken wollen? Leider bewahrheitet sich hier eine alte Weisheit: Was nichts kostet, ist auch nichts wert. Das merkt man spätestens, wenn man sich durch zig “Please visit our sponsors!” Seiten durchgeklickt und alle Popup-Fenster weggezappt hat.

Die Fülle ist zwar eindrücklich, und es hat auch immer wieder mal eine wirklich witzige Headline-Schrift dabei – aber 95 Prozent ist typografischer Schrott und für Standardaufgaben nicht zu gebrauchen. Hinzu kommt, dass die Schriftdateien meist nur einen elementaren Zeichensatz enthalten (also keine Umlaute oder Sonderzeichen). Und bei unterschiedlichen Schriftschnitten (z.B. fett, kursiv, condensed) ist eh Fehlanzeige.

Was also tun, wenn man der Times New Roman und der Arial müde geworden ist? Man beginnt zu recherchieren, ob es nebst Open Source Software nicht vielleicht auch Open Source Fonts gibt. Was man rasch rausfindet: Es gibt zumindest eine Lizenz für freie Schriften, nämlich die SIL Open Font License (OFL). Mit Gentium, Doulos und Charis publiziert das SIL auch gleich selbst drei Schriften unter der OFL. (Eine kritische Betrachtung über die Motive des SIL findet sich bei Heise.)

Das FreeFont Project hat je eine Serifenschrift, eine serifenlose und eine unproportionale Schrift entwickelt. Und es gibt die Linux Libertine des Linux Libertine Open Fonts Project. Alles keine umwerfenden, aber durchaus brauchbare freie Schriften. Etwas spezieller sieht Share aus, der freie Font der Typo3-Entwicklergemeinde.

Gerrit van Aaken verdanken wir eine in jeder Hinsicht überzeugende Beschreibung einiger freier Schriften. Hevorzuheben wäre insbesondere die Bitstream Vera (bzw. die darauf aufbauenden DejaVu und Arev) sowie Cardo. Allerdings versammeln sich hier Schriften mit sehr unterschiedlichen Lizenzen, und “frei” meint hier oft nur “kostenlos”. Aber immerhin.

Die Open Font Library sammelt Public Domain Fonts – derzeit sind es ein knappes Dutzend Schriften bescheidener Qualität. Auch noch nicht viel weiter scheint das Projekt Typeforge zu sein.

Ziemlich kompetent kommt der Unicode Font Guide For Free/Libre Open Source Operating Systems rüber – von besonders vielen freien Schriften weiss man aber auch hier nicht zu berichten. Am ergiebigsten ist letztlich die Seite Unicode fonts for Windows computers von Alan Wood: Auch wenn es ihm gar nicht primär um freie Schriften geht, sondern vielmehr um Unicode-Schriften, so finden sich hier doch viele interessante Referenzen. Und bei Unicode-Schriften darf man auch davon ausgehen, dass die deutschen Umlaute (und viele andere speziellere Zeichen) nicht fehlen.

Wenn ich mir nach ein paar Stunden Recherche ein vorläufiges Fazit erlauben darf: Das Angebot an freien Schriften ist – gelinde gesagt – überschaubar, und die zentrale Ressource, wo man solche freien Schriften findet, gibt es offenbar nicht. Wenn ich allerdings etwas übersehen haben sollte, dann lasse ich mich gerne eines besseren belehren.

Heise bringt Open Source Portal

Montag, den 3. April 2006

Wenn Heise ein neues Portal zu einem bestimmten Thema eröffnet, dann bedeutet dies, dass man dieses Thema ernst nehmen muss. So geschehen mit Open Source im Unternehmen. Der Content ist zwar noch überschaubar, aber die Artikeldichte hat in den letzten Wochen spürbar zugenommen. Ich bleibe dran.

Top 10 Firefox Extensions

Samstag, den 12. November 2005

Beitrag aktualisiert am 15. Dezember 2006 

Das Bessere ist bekanntlich der Feind des Guten, und so kann man auch den besten Browser der Welt noch etwas aufpeppen. Hier ist die ultimative Liste der besten Extensions für Firefox:

  1. Tabbrowser Preferences – Einer der wichtigsten Gründe, warum ich einst auf Firefox gewechselt habe, waren die Tabs. Mit den Tabbrowser Preferences kann man deren Verhalten wesentlich präziser steuern. Ein Must.
  2. GooglePreview – Diese Extension fügt auf einer Google-Trefferseite für jeden Treffer eine Miniaturansicht der Website ein. Unheimlich praktisch. Warum Google das nicht selbst anbietet?
  3. Bookmarks Synchronizer – Wer auf mehr als einem Computer surft und überall seine Bookmarks zur Verfügung haben will, findet hier eine gute Lösung: Die Bookmarks werden über ein FTP-Account automatisch oder manuell synchronisiert.
  4. Web Developer – Wie der Name sagt: Wer selbst Websites baut, kommt um diese Extension nicht herum. Dutzende von nützlichen Funktionen, um eine Website zu analysieren und zu testen.
  5. HTML Validator – Und gleich noch eine unverzichtbare Extension für Web-Programmer und Tester: Der HTML Validator zeigt blitzschnell Fehler im HTML-Code und gibt auf Wunsch auch noch wertvolle Hinweise für die Optimierung der Accessibility (barrierefreie Websites).
  6. Fasterfox – Diese Extension soll das Surfen subjektiv beschleunigen, in dem auf Vorrat diejenigen Seiten in den Cache geladen werden, die hinter einem Link der aktuellen Seite liegen. Wie sinnvoll dies ist, scheint mir fraglich – ich selbst nutze Fasterfox ausschliesslich dazu, um mir in der Statusleiste des Browsers anzeigen zu lassen, wie lange eine Seite lädt.
  7. ColorZilla – So simpel und doch so unverzichtbar: Diese Extension erlaubt es, eine Farbe aus einer Webseite abzulesen.
  8. Google Toolbar for Firefox – Auch wenn Firefox bereits eine fest eingebaute Google-Suche mitbringt: Bei intensiveren Recherchen möchte man die Funktionalität dieser Suchleiste nicht missen. Ausserdem ist die Anzeige des Page Rank unverzichtbar, wenn man eine Website für Suchmaschinen optimieren will.
  9. Copernic Desktop Search Toolbar – Weil Google eben doch nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist und eine Meta-Suche, wie sie Copernic bietet, manchmal mehr zu Tage fördert. (Diese Extension ist nicht separat verfügbar, sondern ein Teil der Copernic Desktop Search, aber ebenfalls kostenlos.)
  10. Install New Theme – Um in Firefox ein Theme zu installieren, braucht man normalerweise nur auf einen Link zu klicken – das Theme wird dann in einem Arbeitsgang heruntergeladen und installiert. Dies ist ungeheuer elegant, hat aber den Nachteil, dass man seine Themes bei einer allfälligen Neuinstallation wieder zusammensuchen muss. Diese Extension ergänzt deshalb den Themes-Dialog um einen simplen Install-Button, der es erlaubt, Themes in Form von JAR-Dateien auch von der Festplatte zu installieren und damit sein persönliches Themes-Archiv anzulegen.

En Guete!TM

Donnerstag, den 25. August 2005

Wenn die frühmorgendliche Energie noch nicht dazu reicht, eine Zeitung zu lesen, dann schweift der Blick während des Frühstücks gelegentlich über die Texte der verschiedenen Lebensmittelverpackungen. Meine Frühstücksflocken sind ja nicht einfach nur Frühstücksflocken, sondern enthalten als Beigabe immer noch irgend ein Kunststoffteil, das meist mit einem aktuellen Blockbuster in Zusammenhang steht. Im zugehörigen Text lese ich diesmal mit wachsendem Erstaunen:

Entdecke die spektakulären Spiel-Labyrinthe mit 3 Schwierigkeitsstufen in den fantastischen Star WarsTM LichtschwerternTM, die im Dunkeln leuchten. Jedes LichtschwertTM gehört zu einem anderen Star WarsTM Helden und bringt dich zurück an die Schauplätze der einzelnen Episoden. Star WarsTM Episode III, “Die Rache der SithTM“, zeigt Anakin SkywalkerTM wie er von der Dunklen Seite verführt wird. Um die Galaxie zu retten, kämpfen Obi-Wan KenobiTM und YodaTM am Schluss der Episode in einem atemberaubenden LichtschwertTM-Duell. Am Schluss – wo alles begann! Also, sei dabei und “Möge die Macht mit dir sein!TM

Haben Sie mitgezählt? Ich komme auf elf Trade-Mark-Zeichen. Der schlaue George Lucas hat sich offenbar so ziemlich alles, was man schützen kann, schützen lassen.

Der Text ist ein schönes Beispiel dafür, wohin es führt, wenn wir keine grundsätzlich neue Lösung beim Urheber- und Patentrecht finden: Irgendwann werden wir keinen Schritt mehr tun können, ohne über irgend ein Copyright bzw. Patent zu stolpern, das typischerweise einem grossen Konzern gehören dürfte. Wobei dieser Konzern nicht zwingend die Leistung erbracht hat, das jeweilige Dings zu erfinden, sondern nur das erforderliche Geld für die erforderlichen Anwälte bereitgestellt hat und nun die hohle Hand machen kann. Oder denken Sie wirklich, der Satz “Möge die Macht mit dir sein!” sei in der Menschheitsgeschichte erstmals in einem Star-Wars-Film gefallen?