Monatsarchiv für Oktober 2007

Brain TV

Dienstag, den 30. Oktober 2007

Wer gerne klugen Leuten zuschaut und zuhört, kommt im öffentlich-rechtlichen Fernsehen nur gelegentlich, im Privatfernsehen kaum auf seine Kosten. Auch Dokumentarfilme über Themen, die nicht zwingend dem Mainstream entsprechen, sehe ich auf meinem Fernseher selten. Im Internet stosse ich hingegen immer wieder auf Plattformen mit bemerkenswerten Videobeiträgen.

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Fora.tv zeichnet ̦ffentliche Auftritte von interessanten Perșnlichkeiten auf Рseien es nun Reden, Interviews oder Podiumsdiskussionen.

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Auch wenn Google YouTube gekauft hat: Es gibt (vorerst) auch weiterhin Google Video. Die Plattform ist für mein Empfinden ausgesprochen unübersichtlich, aber mit etwas Glück findet man dort immer wieder spannende Dokumentarfilme – nicht zuletzt die Google Tech Talks.

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Video Bomb, die Plattform der Participatory Culture Foundation, ist ein Fundgrube für Videos – im wahrsten Sinne des Wortes: Neben viel Ramsch gibt es hier immer wieder auch Trouvaillen.

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Die TED Talks sind etwas vom Spannendsten, was das Netz zu bieten hat: brilliante Redner, kompakte Referate, relevante Themen.

Satisfactor

Sonntag, den 21. Oktober 2007

V., ein Schulfreund aus Gymi-Zeiten, heute Musiker und Komponist, hat gestern bei sizilianischem Essen und Wein ein neues Wort komponiert:

Satisfactor (engl.): nicht-materielle Komponente der Entschädigung, die man für eine Tätigkeit erhält

Wahlhelfer

Sonntag, den 21. Oktober 2007

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Sonntagmorgen, 08:24 Uhr. Da war doch noch was…

Shit: Wahlsonntag! Wo ist das Couvert? Ein Hauch von Hektik vermischt sich mit dem Duft von frischem Kaffee und aufgebackenen Croissants. Bald liegen 29 (neunundzwanzig!) Listen zwischen Sonntagszeitung und Käseplatte. Ein paar monothematische Irrläufer (“Hanf Ueli”, “Bürgerinitiative fordert, Bundesrat und Nationalrat Löhne zu kürzen, dafür die AHV für das Volk zu erhöhen”, “SVP Auto-Liste mit Auto Allianz”) sind rasch aussortiert. Aber dann?

Die Frage ist doch: Welche Partei (bzw. welcher Kandidat) denkt so wie ich? Gegenfrage: Wie denke ich?

www.smartvote.ch beantwortet beide Fragen gleichzeitig und hilft so den Mitgliedern der ältesten Demokratie der Welt, ihren Ãœberzeugungen und Interessen gemäss zu wählen. Wozu man früher langjährige politische Praxis brauchte, das kann man heute innert 15 Minuten online abklären lassen – wissenschaftlich untermauert, wohl verstanden. Man kann das bedeuern, weil es dazu verleitet, die politischen Diskussionen nicht langfristig zu verfolgen. Persönlich ist es mir aber lieber, kompetente Teilzeitdemokraten an den Urnen zu wissen als inkompotente Vollzeitdemokraten.

P.S. Wem sogar www.smartvote.ch zu anspruchsvoll ist, bekommt bei www.votez.ch eine knackig formuliere Wahlempfehlung (die allerdings selten zugunsten der Rechts-Konservativen ausfällt).

Äxgüsi, Herr Köppel!

Freitag, den 19. Oktober 2007

Roger Köppel findet nicht, dass Blocher und die SVP die Berner Krawalle provoziert haben:

“Genau so wenig wie die jüdischen Gewerbler während der dreissiger Jahre in Deutschland die Verwüstung ihrer Läden ‘auslösten’, sind die SVPler schuld am Strassenkrieg von Bern. Es ist damals wie heute die Unfähigkeit oder der Unwille des Staates, seine Bürger zu beschützen.” (Weltwoche Nr. 42/2007, S. 82)

Äxgüsi, Herr Köppel, aber das ist (um mit den Worten des Philosophen Frankfurt zu sprechen) Bullshit! Halten wir fest: Die Verwüstung der jüdischen Geschäfte, die sich insbesondere in der Reichskristallnacht manifestierte, waren keine spontanen Krawalle von Anarchisten, sondern ganz im Gegenteil organisierte Aktionen von Kreisen, die mit dem Nazi-Regime (also dem Staat) eng verbunden waren. Die Judenverfolgung als ein Beispiel anzuführen für die Unfähigkeit des Staates, seine Bürger (vor anderen Bürgern) zu beschützen, ist schlicht falsch: Die Judenverfolgung (und generell das Dritte Reich) ist vielmehr ein Beispiel dafür, wie ein Staat seine eigenen Bürger aktiv verfolgt.

Abgesehen davon: Finden Sie nicht auch, dass der Vergleich der fremdenfeindlichen SVP mit den Juden des Dritten Reichs selbst in Zeiten des Wahlkampfs einen rhethorischen Tiefschlag darstellt, den sich der “leidenschaftlichste, unerschrockenste, fleissigste Journalist des Landes” (Schawinski über Köppel, Weltwoche 42/2007, S. 15) nicht leisten sollte? Interessant übrigens, dass ausgerechnet die Weltwoche als Organ derjenigen, die den Staat auf allen Ebenen zurückbinden wollen, hier nach einem potenteren Staat rufen.

Ein Tag im Leben von…

Sonntag, den 14. Oktober 2007

Ein Tag im Leben von - das Buch

Manchmal geht es ja wirklich fix: Vor etwa zwei Wochen dachte ich mir: Wäre es nicht schön, wenn die Rubrik “Ein Tag im Leben von…” aus dem Magazin auch als Buch veröffentlicht würde? Das gäbe ein wunderschönes Nachttisch-Lesebuch. Und schon ist es da!

Und wer einen Blick hinter die Kulissen werfen m̦chte: So entsteht die Rubrik Рund so schafft man es (vielleicht), selbst portraitiert zu werden.

Wie man einem Fixleintuch Herr wird

Sonntag, den 14. Oktober 2007

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Heute habe ich es offenbar mit gefalteten bzw. geknoteten Textilien. Gerade gefunden dank ihr: Die ultimative Anleitung, wie man ein Fixleintuch (für deutsche Leser: Spannbettlaken) zwecks Lagerung in eine halbwegs adrette Form bringt. Video ab!

Umgebunden

Sonntag, den 14. Oktober 2007

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Ohne dieses hübsche Büchlein hätte ich nie erfahren, dass ich mir einen doppelten Windsor um den Hals hänge, wenn Kundenbesuch ansteht. Für mich war’s bisher einfach ein Kravattenknoten – bzw. DER Kravattenknoten, da ich nur einen beherrsche und mir auch nicht wirklich bewusst war, wieviele Spielformen es davon gibt.

Wissen kann aber auch eine Bürde sein. Jetzt werde ich mich jeden Morgen fragen, ob es denn nun ein Four-in-hand, ein American, ein Kreuzknoten oder eben doch wieder ein Windsor sein soll. Wobei man als Mann von Welt diese Entscheidung ja nicht von der Lust und der Laune abhängig machen darf, sondern die gesellschaftliche Situation sowie die Form von Kravatte und Hemdkragen in Rechnung stellen muss.

Hätten Sie ausserdem gewusst, wie man eine Fliege bindet, oder wie man einen Kravattenschal stilgerecht trägt? Angesichts dieser Komplexität wird einem der Rollkragenpullover unglaublich sympathisch…

Sturm

Donnerstag, den 11. Oktober 2007

Was ist Sturm, BitzlerBrauser oder Paradise? Ganz einfach: der auch von Schweizern geschätzte Sauser (“Suuser“), wie er in Österreich, Deutschland bzw. Frankreich hiesst.

Nachzulesen im Rezepte-Wiki.