Reisevorbereitungen

15. Juli 2005 | Tim Springer

Eine Stechmücke dreht gerade die letzten Runden ihres Lebens über meinem Kopf, und ich gönne ihr noch zwei Extrarunden, denn schliesslich hat sie mich daran erinnert, dass ich mein jüngst erworbenes Wissen über einen Risikofaktor in meiner nächsten Urlaubsdestination bloggen wollte. Voilà!

  • Malaria wird durch einzellige Parasiten verursacht, die sich in der Leber einnisten und von dort weiter verbreiten – manchmal erst lange nach der Ansteckung.
  • Übertragen werden die Erreger durch weibliche Anopheles-Mücken, die primär in der Dämmerung und Nachts stechen.
  • Malaria ist nicht zuletzt deshalb so gefährlich, weil ihre Symptome leicht mit anderen Krankheiten (Grippe, Infekte) verwechselt werden.
  • Zu unterscheiden ist die einfache Malaria und die schwere Malaria. Einfache Malaria äussert sich durch Fieber, Kopfschmerzen und Übelkeit und kann durch ACT-Tabletten einfach und rasch behandelt werden. Schwere Malaria macht verschiedenste schwere Komplikationen und kann tödlich enden; sie muss mit injizierten Medikamenten (Artemisinin oder Quinin) behandelt werden.
  • Die Malaria-Erreger werden zunehmend resistent gegen die bisherigen Medikamente (z.B. Chloroquin, Fansidar®). Deshalb empfiehlt die WHO heute den Einsatz von ACT-Medikamenten (Artemisinin-Based Combination Therapy).
  • Alle 30 Sekunden stirbt in Afrika ein Kind an Malaria – das sind 120 pro Stunde oder 2’880 pro Tag oder 1’051’200 pro Jahr. Weltweit rechnet man mit 300 bis 500 Millionen Malariafällen pro Jahr – 2 Millionen davon enden tödlich.
  • Es gibt keine wirksame Impfung gegen Malaria. Die beste individuelle Prävention ist der Schutz gegen Moskito-Stiche (Kleidung, Moskito-Netze, Insektensprays, Räucherprodukte). Hilfreich ist auch die Trockenlegung von Wasserflächen, wo Mosiktos brüten. Die medikamentöse Prävention ist nur für beschränkte Zeit geeignet, also für Touristen.
  • Von den wirksamen ACT-Medikamenten gibt es weltweit viel zu wenig, weil die WHO exklusiv mit Novartis (Medikament: Coartem®) zusammenarbeitet, Novartis aber nur rund die Hälfte der benötigten (und eigentlich zugesicherten) Behandlungseinheiten liefert.

Mehr zum Thema: World Malaria Report 2005

P.S. Sie ist mir entwischt!

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