Nobelpreis für den Mikrokredit

14. Oktober 2006 | Tim Springer

Dass Mikrokredite (vgl. “Gute Vorsätze“) längst kein Nischenphänomen mehr sind, belegt der diesjährige Friedensnobelpreis für Mohammed Yunus und seine Grameen Bank. Das Nobel Comittee verleiht den Preis

“[…] for their efforts to create economic and social development from below. Lasting peace can not be achieved unless large population groups find ways in which to break out of poverty. Micro-credit is one such means. Development from below also serves to advance democracy and human rights.”

Der Tages-Anzeiger sieht darin auch eine “Ehrenmeldung für den Kapitalismus”:

“Es straft jene Lügen, die Kapitalismus und Entwicklungshilfe gerne als unvereinbar darstellen.”

Denn: Yunus verschenkt kein Geld (wie bei klassischen Entwicklungsprojekten), sondern agiert letztlich nach den Prinzipien des Kapitalismus, indem er Geld gegen Zinsen verleiht. Dadurch schafft er Anreize für Eigenverantwortlichkeit und Selbsthilfe.

“All dies zusammen ist auf der Basis kapitalistischer Mechanismen ein erheblicher Beitrag für eine bessere Welt, weil wirtschaftliche Not nachhaltig gelindert wird, statt in Verzweiflung und Fanatismus zu enden. Dies kontrastiert in wohltuender Weise mit den Schattenseiten, die der Kapitalismus bei seiner Entfesselung im Zuge der Globalisierung offenbart.”

1 Kommentar

  1. Pingback von Weitblick » Blog Archive » Microfinance yourself

    […] Spätestens seit dem Nobelpreis für Mohammed Yunus ist auch hierzulande der Mikrokredit als effizientes Mittel der Entwicklungshilfe ein Begriff. Und dank Kiva kann man nun auch als Einzelperson sehr direkt Mikrokredite unterstützen: So wie viele Web-2.0-Applikationen vermittelt diese Plattform zwischen Angebot und Nachfrage, konkret zwischen potentiellen Kleinkreditgebern (also uns) und Kleinunternehmern in der Dritten Welt, welche einen Kredit benötigen, um Ihr Geschäft aufzubauen oder zu betreiben. […]


Kommentar verfassen

Spam Karma 2