Pecunia non olet

22. April 2007 | Tim Springer

“Geld stinkt nicht” sagt der Lateiner, und BlogPay hofft, dass das viele Blogger genau so sehen. Doch schön der Reihe nach.

BlogPay vermittelt Werbetreibende an Blogger (und umgekehrt), damit die Blogger über ein Produkt oder eine Dienstleistung des Werbetreibenden schreiben. Die Blogger verdienen dafür ein bisschen Geld, sind aber in ihren Äusserungen frei und werden zudem explizit dazu aufgefordert, den bezahlten Beitrag als solchen zu kennzeichnen. Bei DonsTag sieht dieser Disclaimer beispielsweise so aus:

“Dieser Beitrag wird von BlogPay gesponsored. Ich bekomme also Geld (80 €) dafür, hier einen Produkttest zu veröffentlichen. Es handelt sich bei dem Beitrag um meine eigene persönliche Meinung. Finde ich ein Produkt schlecht, werde ich das auch so schreiben.”

Gut oder böse? Die offene Deklaration, dass es sich um einen bezahlten Beitrag handelt, schafft Transparenz, und ein solcher Beitrag ist mir wesentlich lieber als verdeckte Marketing-Aktionen in der Blogger-Szene. Falls der Blogger auch tatsächlich den Mut zur Kritik aufbringt (was nicht so schwierig ist, da nur bescheidene Geldbeträge auf dem Spiel stehen), dann sehe ich darin nichts Böses. Da finde ich sogenannte Publireportagen in Printmedien schon viel fragwürdiger, weil das reine Werbung ist, die sich optisch als redaktioneller Beitrag tarnt.

Ob bezahlte Beiträge tatsächlich die Zukunft des Bloggens darstellen, muss sich aber erst noch weisen. BlogPay wirkt jedenfalls noch ziemlich handgestrickt, und von den “bekanntesten Werbetreibenden”, die als Referenz angegeben werden, kenne ich keinen einzigen. Aber nebst BlogPay gibt es noch andere solche Services, die schon wesentlich professioneller auftreten (z.B. Trigami, PayPerPost, ReviewMe, SponsoredReviews). Trotzdem darf man aber nie vergessen, dass Blogs vor allem deshalb gelesen werden, weil sie unabhängige Medien sind. Ein Blog, der nur noch mit bezahlten Beiträgen bestückt ist, wird seine Leserschaft ganz schnell verlieren.

Lesenswert ist in diesem Zusammenhang auch der Post bei styropor.digitial: Blog-Marketing falsch oder richtig gemacht…

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