Echt, Mann!

26. Februar 2005 | Tim Springer

Kurt Rosenwinkel ist Musiker, ein ziemlich berühmter sogar, und zudem Lehrer an der Jazzschule Luzern. Allein damit hätte er es allerdings nicht in mein Blog geschafft. Das verdankt er einzig und allein dem Artikel im heutigen Magazin („Ein Tag im Leben von…“), wo der gebürtige Amerikaner so herrlich über die USA herzieht. Zugleich macht er Good Old Europe eine eigentliche Liebeserklärung, und die ist – im Gegensatz zu den Liebensdiensten, die wir uns derzeit von George W. Bush gefallen lassen – erfrischend echt.

Echtheit ist auch das Thema von Rosenwinkel, wenn er die USA mit der Schweiz vergleicht:

„Nichts ist mehr echt. Schlimmer noch, die Werbung hat sogar diese Kultur der echten Gefühle aufgenommen, um dir damit irgendwas zu verkaufen. […] An der Schweiz dagegen mag ich, dass die Leute hier wirklich das sind, was sie zu sein scheinen. Ich spreche mit einem Tankwart und merke, der Mann ist wirklich ein Tankwart, er versteht sein Handwerk. In den USA tun die Leute nur so, als wären sie Tankwart oder Parkgärtner oder Portier. Das kommt von dem ewigen ‚hire and fire‘, die Leute werden nicht mehr ausgebildet, du musst nichts mehr richtig können. Also spielen sie ihr Leben. Wir haben sogar einen Präsidenten, der nur so tut, als wäre er Präsident.“

Und das lassen wir jetzt einmal genau so stehen.

Kommentar verfassen

Spam Karma 2