Bier auf Wein auf Bier

16. April 2005 | Tim Springer

Ich liebe es, mich von einschlägigen Lexika über Irrtümer aufklären zu lassen. Und offensichtlich bin ich nicht der einzige, denn nach dem erfolgreichen Lexikon der populären Irrtümer publiziert der Eichborn-Verlag weitere solche Titel im Akkord – vom Lexikon der populären Ernährungsirrtümer über das Lexikon der populären Sprachirrtümer und das Lexikon der Öko-Irrtümer bis zum Lexikon der Sexirrtümer.

Ein nicht ganz so überzeugender Vertreter dieses Genres ist das “Kleine Lexikon der unsinnigen Regeln und Ermahnungen”, wie das Buch von Jürgen Brater im Untertitel heisst:

Buchcover \"Bier auf Wein, das lass sein!\"

Zum einen ist der Erkenntnisgewinn oft nicht spektakulär – dass Senf nicht dumm und Selbstbefriedigung nicht krank machen, dürfte niemanden überraschen. Zum zweiten betreffen die unsinnigen Regeln oft nicht Fakten, sondern Benimmregeln und Lebensphilosophien, wo sich die Sinnfrage nicht abschliessend beantworten lässt – betreffe dies nun den Gebrauch von Besteck oder die Haltung gegenüber unseren Mitmenschen (“Der Klügere gibt nach!”). Zum dritten bleibt der Autor den sauberen Nachweis, wo man seine Behauptungen nachprüfen kann, im Detail schuldig – was damit zusammenhängen mag, dass er doch einiges von anderen Irrtümer-Lexika abgeschrieben hat.

Trotzdem bleibt unter dem Strich genügend Material, um daraus noch eine Liste der 10 unsinnigsten Regeln und Ermahnungen zu erstellen:

  1. Mutwilliges Schielen führt zu bleibenden Schäden
  2. Auskuppeln spart Benzin
  3. Auf Metall geriebene Münzen nimmt ein Automat besser an
  4. Bier auf Wein, das lass sein. Wein auf Bier das rat’ ich Dir
  5. Warmes Brot macht Bauchweh
  6. Warme Kleider schützen vor Erkältung
  7. Fleisch muss man anbraten, damit sich die Poren schliessen und der Saft drin bleibt
  8. Eichen sollst Du weichen, Buchen sollst Du suchen
  9. Rasieren fördert das Haarwachstum
  10. Zitrusfrüchte gehören nicht auf den Kompost

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