Medienlandschaftsmaler

14. November 2004 | Tim Springer

Weniger um die Informationen in den Medien als um Informationen über Medien geht es Martin Hitz in seinem Medienspiegel. Pflichtlektüre für alle, die sich nicht nur von Persönlich, Werbewoche und Klein Report über die Schweizer Medienwelt informieren wollen.

Nochmals: Journalismus vs. Weblogging

13. November 2004 | Tim Springer

Ich seh‘ schon: Das Thema beschäftigt sowohl die Journalisten als auch die Blogger intensiv und immer wieder. „Neuer Journalismus?“ fragt „Die Gegenwart“, das Online-Magazin für Medienjournalismus, und widmet seine 40. Ausgabe dem Phänomen des Webloggings.

Dieses Magazin ist übrigens selbst ein Phänomen. Ein redaktionelles Konzept auf höchstem Niveau, Texte und Bilder vom feinsten, ein Cover zum anbeissen – und es gibt das Ding weder am Kiosk noch im Abonnement, nur online. Manchmal ist es echt ein Jammer, dass man Bildschirme so schlecht mit ins Bett nehmen kann…

Papier druckt alles

13. November 2004 | Tim Springer

Ein Leckerbissen unter den medienkritischen „Watchblogs“: BILDblog. „BILDblog‘ Dir Deine Meinung!“, möchte man da fast kalauern.

Toleranz

13. November 2004 | Tim Springer

Verstörend und entmutigend, wenn sogar in einer so toleranten Gesellschaft wie in den Niederlanden der Konflikt zwischen Westen und Orient in Mord und Brandstiftung eskaliert.

Nur ganz elementare Einsichten haben da noch Bestand: Keine Toleranz gegenüber Intoleranz!

Open Blog

13. November 2004 | Tim Springer

Journalisten und Blogger sind keine Konkurrenz“ titelt Jeff Jarvis in der Netzeitung. Denn: Blogger können Journalisten bei der Wahrheitsfindung unterstützen.

Die interessante Überlegung von Jarvis ist in diesem Zusammenhang die folgende:

„Ich glaube diese Entwicklung ist ein Nebenprodukt der Open-Source Revolution in der Computertechnik. Die Grundidee der Open-Source Bewegung besagt, wenn man das eigene Wissen uneingeschränkt mit Anderen teilt, kann man ein Produkt gemeinsam verbessern. Egal ob es sich um ein Computerprogramm, Nachrichten oder Demokratie handelt.“

Überflüssig zu erwähnen, dass Jarvis Journalist und Blogger ist.

Initialzündung

13. November 2004 | Tim Springer

In der Weltwoche berichtet Katharina Borchert dem staunenden Papierzeitungsleser über eine journalistische Parallelwelt im Internet: Blogs. 1000 Schweizer, so schreibt sie, seien Blogger. 1000 Schweizerinnen müsste man genauer sagen, denn 56 Prozent aller Blogger seien Bloggerinnen.

Ein Blog nur als Internet-Tagebuch zu sehen hiesse dabei, dieses Medium krass zu unterschätzen. Das eigentliche Potential der Blogs sei mit der spontanten, privaten Berichterstattung über den 11. September 2001 offensichtlich geworden und habe sich danach in der Kriegsberichterstattung aus Afghanistan und Irak („Warbloggers“) fortgesetzt. Insbesondere in autoritären Staaten seien die Blogs zu einer wichtigen Stimme der Opposition geworden, aber auch in Demokratien hätten Blogger schon Skandale aufgedeckt, welche die etablierten Medien nicht beachtet hatten. Bereits gebe es deshalb die Kategorie der „Watchblogs“, welche Zeitungen, Radio und Fernsehen auf die Finger schauen (und notfalls auch klopfen).

Borchert schliesst:

„Weblogs werden nicht die herkömmlichen Medien in die Knie zwingen, sondern diese ergänzen sowie sich eigene Nischen schaffen. […] aber sie können sehr wohl eine ganz persönliche Revolution sein. Und die sollten Sie auf keinen Fall verpassen.“

Überzeugt, Frau Borchert, überzeugt. Und so gibt es in der Schweiz nun also 1001 BloggerInnen. Übrigens: Haben Sie tatsächlich so hässliche Füsse?

Schreibwerkzeug

13. November 2004 | Tim Springer

Am Anfang eines Weblogs steht die Frage nach dem richtigen Schreibwerkzeug. Soll es ein Dienstleister sein (z.B. TypePad, Twoday, Blogger) oder doch lieber eine Software auf dem eigenen Server?

Der Wunsch nach etwas „Eigenem“, das sich notfalls auch umbauen und erweitern lässt (und das einen unabhängig von konkursiten oder geldgierigen Dot-Com-Unternehmen macht), lenkte meine Suche rasch in die Richtung von PHP-Skripts für den eigenen Webspace. Dass schliesslich nur noch Open-Source-Lösungen in die engere Wahl kamen, versteht sich fast von selbst.

Nach kurzer Recherche (bei der mir insbesondere Gerhard Schoolmann und OpenSourceCMS.com sehr nützlich waren, blieben noch Nucleus, pLog, Serendipity und WordPress übrig. Dass schliesslich WordPress das Rennen machte, war dann teils ein Bauchentscheid, teils der Lemmingeffekt. Die problemlose Installation und der Funktionsumfang entsprechen jedenfalls bis jetzt meinen Erwartungen.

Linsengericht

12. November 2004 | Tim Springer

Caroline Davidson war einst Design-Studentin an der Portland State University, an der auch Philipp Knight zeitweise unterrichtete. Für Knight und sein Sportartikelgeschäft Blue Ribbon Sports entwarf sie 1971 ein Logo, das heute unter dem Namen „Swoosh“ bekannt ist und den Flügel der griechischen Göttin Nike darstellen soll, welche der Sportartikel-Marke ihren Namen gab. Das Logo kostete Knight damals ganze 35 Dollar (woraus Nike auch kein Geheimnis macht), sein Sportgeschäft ist inzwischen zu einem 8-Milliarden-Konzern gewachsen.

Knight sei übrigens mit dem Logo nicht wirklich zufrieden gewesen. Das dürfte sich inzwischen geändert haben.

P.S. Wer Philipp Knight einmal im Interview sehen und dabei viel über gute und schlechte PR lernen möchte, dem sei Michael Moore’s Film „The Big One“ empfohlen.

Sag mir was Du fährst…

12. November 2004 | Tim Springer

Audi sei die Automarke der hochleistungsorientierten Nonkonformisten. Hochleistungsorientierte Konformisten dagegen würden Mercedes und BMW bevorzugen, Neureiche eher letzteres, Altreiche dagegen ersteres.

Der dies sagt ist Rainer Baginski, heute Schriftsteller, früher Werbetexter, noch früher Philosophiestudent. Citroën sei die Marke der Künstler, Alfa Romeo diejenige der bindungsunwilligen Frauenfreunde. Jaguar-Fahrer sein häufig überschuldet, Volvo-Fahrer verkappte Raser im vordergründig sicherheitsoptimierten Familienauto. Wirklich kinderliebende Familien würden dagegen Peugeuot bevorzugen, während Porsche-Fahrer nicht nur auf Familie, sondern sogar auf einen Beifahrersitz ganz gut verzichten könnten. Saab schliesslich sei die Marke der Intellektuellen und Selbständigen mit eigenen Ansichten und Lebensgewohnheiten. Baginski selbst fährt – wer hätte das gedacht – einen Saab.

Was die Markenpsychologie wohl über französische Kleinwagen weiss?

Mehr dazu im NZZ Folio 11/2004, S. 62-68

Moblogging

11. November 2004 | Tim Springer

Kaywa verbindet konsequent Blogging und Mobile Services. Vom Foto-Handy aus kann man ein Bild direkt auf das eigene Weblog publizieren. Moblogging nennt sich das Ganze (und hat nichts mit Mobbing zu tun). Nicht kostenlos, aber zahlbar – gerade wenn man die MMS-Gebühren der Mobilnetzbetreiber zum Vergleich nimmt. Kaywa ist im Zürcher Technopark zuhause, der Service ist im Moment nur für die Schweiz verfügbar. Ätsch!