Im Gleichgewicht

25. Dezember 2004 | Tim Springer

Ueli Grass verblüfft Passanten damit, dass er am Ufer des Zürichsees Steinskulpturen baut, die unser Verständnis von Schwerkraft in Frage stellen. Sein Atelier im See war für mich lange Zeit einzigartig, doch nun habe ich entdeckt, dass Bill Dan im fernen San Francisco genau das gleiche tut: „Balanced Rock Art“ heisst das in seiner Sprache. Eigentlich ist das auch nicht verwunderlich, denn beide machen aus ihrer Kunst kein Geheimnis, sondern vermitteln sie in Workshops. Dort kann sich dann jeder selbst ein Bild davon machen, ob wirklich kein Leim im Spiel ist…

Privates und Öffentlichkeit

24. Dezember 2004 | Tim Springer

„Ich verrate Dir etwas, aber Du darfst es unter gar keinen Umständen weitererzählen, und Du weisst es auch nicht von mir!“ Viele Blogger erliegen dem Reiz, online Privates zu veröffentlichen, das sie ihren Partnern, Familien, Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen oder Vorgesetzten nie im Leben erzählen würden.

Unter dem Schutz einer vermeintlichen Anonymität und im naiven Glauben, ein Blog werde automatisch nur von den „richtigen“ Leuten gelesen, finden so Erlebnisse und Gedanken den Weg in die Öffentlichkeit, die man auf gar keinen Fall in der lokalen Zeitung gedruckt sehen möchte. Solche Blogger vergessen, dass ein Blog sehr viel mit einer Kolumne und sehr wenig mit einem Tagebuch zu tun hat. Wer bloggt, publiziert – egal wie unscheinbar die Besucherstatistik im Moment aussehen mag. Und was einmal veröffentlicht ist, kann nicht mehr ungeschehen gemacht werden – dafür sorgen einerseits die Mund-zu-Mund-Propaganda in der Blogger-Szene und andererseits Dienste wie Way Back Machine, wo Websites über Jahre hinweg archiviert bleiben.

Es gibt einige prominente Beispiele von Blogs, die deutlich mehr Öffentlichkeit bekommen haben, als ihnen recht sein dürfte. Eines ist das Diary of a Flight Attendant, deren Autorin Ellen Simonetti ihren Job verlor, weil sie einige Fotos veröffentlichte, die sie in eher privaten (aber herzlich harmlosen) Posen im beruflichen Umfeld zeigten. Immerhin hat sie es damit bis in den Spiegel gebracht. Ebenfalls ihre Stelle gekostet hat das Bloggen Jessica Cutler, die ihrem Blog ihre (parallelen und teilweise bezahlten) Erlebnisse mit diversen Männern aus dem politischen Washington anvertraute. Die New York Times hat diesen Fall aufgegriffen und beschreibt in einem längeren Artikel die Gratwanderung zwischen Privatem und Öffentlichkeit, die viele Blogger bewusst oder unbewusst vollziehen.

In diesem Sinn ist zu hoffen, dass die anstehenden Festtage möglichst wenig Kollateralschäden durch exzessives Bloggen anrichten mögen. Frohe Weihnachten!

Vox populi

23. Dezember 2004 | Tim Springer

Ein älterer, aber noch immer spannend zu lesender Artikel von Peter Glaser im NZZ Folio 2/2000 zur Frage, wie das Internet dem Begriff „Die Stimme des Volkes“ eine ganz neue Bedeutung verleiht: David gegen Goliath.

Gerade für Konsumgüterhersteller kann die Dynamik des Internets je nach dem eine Chance oder eine Bedrohung sein. Was unter dem Stichwort Consumer Opinion bei Yahoo zu finden ist, reicht von vergleichsweise neutralen Produktetest-Websites bis hin zu Boykott-Aktionen gegen nahmhafte Unternehmen. Auch im Open Directory gibt es eine Kategorie mit Websites, die Brand- und Product-Managern schlaflose Nächte bereiten: Consumer Information: Complaints (deutsch: Verbraucherinformationen: Beschwerden).

To think about [2]

23. Dezember 2004 | Tim Springer

Information ist schnell – Wahrheit braucht Zeit.

HörBuchNetz

18. Dezember 2004 | Tim Springer

Noch eine Leidenschaft: Hörbücher. Am liebsten vor dem Einschlafen. Phantastisch, wenn jemand einen guten Text auch noch gut liest. (Und furchtbar, wenn ein begnadeter Autor ein fürchterlicher Vorleser ist, wie etwa Urs Widmer.)

Unter Vorleser.net gibt es Hörbücher kostenlos. So ähnlich wie es bei Projekt Gutenberg kostenlose Bücher gibt. Und aus demselben Grund: Weil das Copyright 70 Jahre nach dem Tod des Autors erlischt.

Die Welt ist eine Scheibe [Part 2]

18. Dezember 2004 | Tim Springer

Nebst TheOpenCD gibt es noch eine zweite Kollektion mit empfehlenswerter Open Source Software in Form einer (herunterladbaren) CD: Opensource CD.

Kaffeesatz [Part 2]

18. Dezember 2004 | Tim Springer

Also das mit dem Kaffeepreiszerfall ist offenbar doch nicht ganz so simpel, wie ich es kürzlich in der NZZ gelesen hatte: „Das Problem der teueren Rohstoffe“ titelt heute der Tages-Anzeiger und zeigt auf, dass der Kaffeepreis seit Anfang dieses Jahres um mehr als 60 Prozent gestiegen ist.

„‚Die Preise waren seit mehreren Jahren nicht mehr so hoch‘, schreibt die Internationale Kaffeeorganisation ICO in ihrem November-Marktbericht. Und da die Nachfrage das Angebot auch in Zukunft übersteigen werde, rechnet die ICO auch für 2005 und 2006 mit steigenden Preisen.“

Na watt denn nu? Steigt der Kaffeepreis oder sinkt er? Da hilft nur recherchieren – und zwar an der Quelle bei der International Coffee Organization ICO, wo statistische Daten der letzten 20 Jahre frei verfügbar sind. Was man aus diesem Zahlenmaterial mit Hilfe einer Tabellenkalkulation herausdestillieren kann, ist folgendes:

Kaffeepreise 1985-2004

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Chez Marie

18. Dezember 2004 | Tim Springer

Zustände wie im Paris des Jahres 1789: Kein Brot im Haus. Wir beherzigen den Ratschlag der damaligen Königin von Frankreich Marie Antoinette („Wenn sie kein Brot haben, dann sollen sie eben Kuchen essen!“) und machen uns über den Panettone her.

Homestories

18. Dezember 2004 | Tim Springer

Ich finde es immer wieder spannend zu sehen, wie die irdischen Niederlassungen der virtuellen Giganten aussehen. Gerade bin ich auf einige Fotos aus dem Google-Hauptquartier gestossen. Besonders schön finde ich den Apple Icon Garden (QuickTime VR). Einen ersten Eindruck erhält man auch über die Bildersuche von Google, wenn man etwa nach Apple Campus oder Microsoft Campus sucht.

The 3rd generation

17. Dezember 2004 | Tim Springer

Bloggen ist nicht nur etwas für Kids: Das Weblog Generationen richtet sich – trotz des neutralen Namens – an Menschen im sogenannten dritten Lebensalter.