Bücherflugforschung

4. Dezember 2004 | Tim Springer

BookCrossing ist das Produkt einer jener verrückten Ideen, die auf den ersten Blick so total sinnlos sind und auf den zweiten Blick so viel interessante Aspekte haben, dass man sich vornimmt, einen dritten Blick darauf zu werfen.

Im wesentlichen geht es darum, dass man für ein beliebiges Buch, das man selbst besitzt, auf der Website eine BookCrossing ID (BCID) ziehen und diese dann im Buch vermerken kann, bevor man es jemandem anderen weitergibt. Dieser Jemand soll das Buch ebenfalls wieder weitergeben usw. Jeder Leser des Buchs soll zudem auf BookCrossing einen Journal Entry machen, so dass man später den Weg nachvollziehen kann, den ein Buch genommen hat.

Wer seine Bücher nicht einfach so ohne Gegenleistung hergeben mag, sie aber ausleihen würde, wird bei Buchticket fündig. Wegen der hohen Portokosten funktioniert dieser Büchertausch allerdings derzeit nur innerhalb von Deutschland.

Bill bloggt

2. Dezember 2004 | Tim Springer

Es musste ja so weit kommen: Microsoft will sich nun auch noch als Blog-Service-Anbieter etablieren. Der Dienst MSN Spaces (Leerzeichen?) befindet sich derzeit im Beta-Stadium.

Die gute Nachricht: Wenn ein Trend von Microsoft aufgegriffen wird, dann ist es mit grosser Wahrscheinlichkeit bereits ein Mega-Trend. Bloggen dürfte also in absehbarer Zeit zu einer durchaus gesellschaftsfähigen Tätigkeit werden.

Und die schlechte Nachricht: Die Absichten des mächtigsten Software-Unternehmens der Welt dürften sich kaum mit den Idealen der Weblog-Pioniere vereinbaren lassen, die sich für die Dezentralisierung der Information und für die Redefreiheit stark machen. Holzauge sei wachsam!

  
Nachlese: Obiger Verdacht hat sich nur allzu rasch erhärtet. Wie aus der Provinz verlautet, erwirbt Microsoft per Nutzungsbedingungen automatisch das Recht, die Beiträge in MSN Spaces in so ziemlich jeder erdenklichen Art und Weise weiterzuverwerten – ohne Entschädigung des Urhebers, versteht sich.

DMZ

2. Dezember 2004 | Tim Springer

Spiele, die ohne Schusswaffen auskommen und erst noch pädagogisch wertvoll sind, gibt es auf der Website der Nobel-Stiftung. (Dass diese Stiftung ihre Existenz der Erfindung eines durchaus gewalttätigen Stoffs verdankt, sei an diese Stelle nicht verschwiegen, aber auch nicht weiter diskutiert.) Dort kann man beispielsweise die Blutgruppe von Transfusionsempfängern bestimmen oder den Pavlov’schen Hund dressieren.

Ähnliches gibt es auch von Interpharma, dem Verband der Schweizer Pharmaindustrie: Strategames, Exploratorium und OrganiSUMS laden zum spielerischen Erkunden ein.

Der Stein fällt nicht weit vom Turm

2. Dezember 2004 | Tim Springer

Wenn wir nach Aristoteles davon ausgehen, dass ein schwerer Stein schneller fällt als ein leichter: Wie schnell fallen dann zwei unterschiedlich schwere, zusammengebundene Steine?

a) Noch schneller als der schwere Stein allein, weil das Gesamtgewicht der zusammengebundenen Steine höher ist als das Gewicht des schweren Steins allein.

b) Schneller als der leichte, aber weniger schnell als der schwere Stein, weil der schwere Stein den leichten beschleunigt, während der leichte den schweren bremst.

Die Antwort lautet: weder noch. Weil beide Antworten logisch überzeugen, sich aber gegenseitig widersprechen, muss man daraus schliessen, dass bereits die Fragestellung bzw. deren Voraussetzung falsch ist. So folgerte Galileo Galilei und widerlegte damit Aristoteles. Seither gilt: Unter idealen Bedingungen (sprich im Vakuum) fallen alle Körper gleich schnell – egal welches Gewicht und welche Form sie haben.

Diese Beweisführung per Gedankenexperiment beschreibt Reto U. Schneider in seinem Buch der verrückten Experimente. Oder hat Galileo vielleicht doch zu experimentellen Zwecke Steine vom Schiefen Turm zu Pisa geschmissen? Mehr dazu beim Galileo Project.

Hacker gehackt

29. November 2004 | Tim Springer

Peinlich, peinlich: Ausgerechnet das „Forum der Hackerszene“, dem ich kürzlich einige wohlwollende Zeilen gewidmet habe, ist nun selbst gehackt worden. Spanische Kollegen haben sich den Server des Hamburger Chaos Computer Clubs vorgenommen und das Länderspiel mit einem klaren 1:0 für sich entschieden. Der CCC ist jedoch ein guter Verlierer, bleibt seinen Prinzipien treu und veröffentlich die Details des Hacks gleich auf der eigenen Website. (Die Kurzfassung gibt’s bei Heise.)

Wir sind gespannt auf die Rückrunde!

Hors saison

29. November 2004 | Tim Springer

Das Romantik Hotel Schweizerhof ist einerseits ein Bijou aus der grossen Zeit der Schweizer Hotellerie, als man noch nicht in die Ferien, sondern in die Sommerfrische fuhr. Es ist andererseits aber auch das Elternhaus des Schweizer Filmregisseurs Daniel Schmid, der es zum Vorbild für das Hotel in „Hors saison“ nahm.

Some rights reserved

29. November 2004 | Tim Springer

Beide Konzepte haben etwas für sich: Copyright und Open Source. Das Copyright garantiert jemandem, der eine kreative Leistung erbringt, die Kontrolle über sein geistiges Eigentum (inklusive dessen kommerzielle Verwertung). Das empfinden wir als gerecht und erlaubt es, von kreativer Leistung zu leben – was Kreativität tendenziell fördert und letzlich wieder allen zu gute kommt. Open Source wiederum ermöglicht es allen, die das wollen, die freie Nutzung der kreativen Leistung (inklusive der Weiterentwicklung). Dies bringt uns kollektiv weiter, bietet allen gleiche Chancen und verhindert Monopole.

Wer zwischen Eigennutz und Idealismus hin und her gerissen ist und sich einen Zwischenweg wünscht, dem kann geholfen werden: Creative Commons heisst das Lizenzierungsmodell, das zwischen Copyright und Copyleft steht (Copymiddle, gewissermassen). Wer sein Werk unter eine Creative Commons Licence stellt, der gibt es so weit zur Nutzung frei, wie er das möchte, und behält so viel Kontrolle darüber, wie er möchte. Einfach zusammengefasst bedeutet das:

„Creative Commons defines the spectrum of possibilities between full copyright — all rights reserved — and the public domain — no rights reserved. Our licenses help you keep your copyright while inviting certain uses of your work — a some rights reserved copyright.“

More time to blog

28. November 2004 | Tim Springer

Le bouchon

\Device\Harddisk2\DR12

28. November 2004 | Tim Springer

Er hat mich über Monate fast zur Weissglut getrieben. Heute morgen habe ich ihn gekillt.

  
Problem
Bei jedem Systemstart werden kurz vor Ende des Boot-Prozesses (Benutzer hat sich eingelogged, Desktop ist bereits sichtbar) diverse Fehlermeldungen nach folgendem Schema angezeigt:

„Es befindet sich kein Datenträger im Laufwerk. Legen Sie einen Datenträger in Laufwerk DeviceHarddisk1DR13 ein.“

Der Absender der Fehlermeldung (im Titelbalken der Fehlermeldung einsehbar: „xyz.exe – Kein Datenträger“) sind verschiedenste Programme, denen aber gemeinsam ist, dass sie beim Systemstart automatisch gestartet werden. Die Nummern nach „Harddisk“ und „DR“ variieren ebenfalls, während hinter „Device“ keine Nummer steht (wie dies eigentlich normal wäre).

Als Reaktionsmöglichkeit werden die Buttons „Abbrechen“, „Wiederholen“ und „Weiter“ angeboten. Welche Button angeklickt wird scheint allerdings keinen Unterschied zu machen, und das System läuft anschliessend problemlos. Der Fehler wird in der „Computerverwaltung“ unter Ereignisanzeige > System mit der Quelle „Application Popup“ gelogged; dort ist auch der exakte Text und die auslösende Applikation nachvollziehbar.

Der betroffene Rechner ist ein HP Pavilion K351.CH unter Windows XP Professional mit Service Pack 2 und allen „Wichtigen Updates“ von Microsoft.

  
Lösung
Das Problem dürfte mit dem Kartenleser (Medion Flash XL) für Compact Flash, Memory Stick, MultiMedia und SmartMedia zusammenhängen, der im HP Pavilion installiert ist. Es tritt offenbar in dem Moment auf, wo diese Kartenleser als Laufwerke gemountet werden. Folgende Prozedur hat das Problem gelöst, wobei ich nicht mit Sicherheit sagen kann, ob alle Schritte erforderlich sind.

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Bitte keine Werbung in dieses Weblog

25. November 2004 | Tim Springer

Die Freude über den allerersten Kommentar im eigenen Weblog währt meist nur kurz: Mit grösster Wahrscheinlichkeit handelt es sich nicht um einen mehr oder minder ernst gemeinten Kommentar eines menschlichen Lesers, sondern um maschinell erzeugten Kommentar-Spam (Comment Spam), der primär eines soll: die Anzahl der Links auf die Website des Spam-Verursachers erhöhen und damit ein besseres Ranking in den Suchmaschinen erzielen. Gegenmassnahmen sind dann unvermeidlich.

Wer WordPress benutzt, findet im WordPress Documentation Wiki WordPressCodex eine umassende Sammlung von Lösungen, wie man sich des Spams erweren kann.