A hard day’s night
23. November 2004 | Tim Springer


Ich geb’s ja zu: Noch verstehe ich nicht im Detail, was die genauen Vorteile der Laszlo-Plattform sind. Aber die Demos sind ausgesprochen überzeugend, die Website absolut professionell, die Einfachheit der XML-basierten Programmierung bestechend und die kürzliche Lancierung der gesamten Plattform unter der Common Public License CPL vielversprechend. Dass es auch eine Open Source IDE für Laszlo in Form von Eclipse-Plugins gibt, macht die Sache zusätzlich spannend.
Erhellend in diesem Zusammenhang ist auch das Blog von David Temkin, dem Gründer und Chief Technology Officer von Laszlo Systems.
Genf dürfte in ein paar Jahren zu jenen Kommunen gehören, die ihre IT auf Open Source Software umgestellt haben. Dies jedenfalls berichten Le Matin und der Netzwoche Ticker.
Damit spielt Genf in der Schweiz wohl eine Vorreiterrolle. In Deutschland haben bereits Städte wie Schwäbisch Hall oder München entsprechende Schritte angekündigt. Unter dem Namen Linux Kommunale gibt es auch bereits eine Initiative, welche die Umstellung der IT in den kommunalen Verwaltungen von Windows auf Linux fördern will. Diese Initiative wurde allerdings nicht aus purem Idealismus in die Welt gerufen, um die Gemeinden aus der Abhängigkeit von Microsoft zu befreien. Vielmehr reflektiert sie die Interessen von zwei anderen grossen Playern im IT-Business: Hewlett-Packard und Novell.
Als das Internet dem breiten Publikum ein Begriff wurde, publizierten praktisch alle Printmedien ihre Inhalte auch online – koste es, was es wolle, bringe es auch nix ein. (Vgl. etwa: „Dabeisein ist alles“ in der NZZ vom 8.12.1995).
Dann kam die Phase der marktwirtschaftlichen Aufklärung, und die meisten Printmedien begannen, ihre Online-Archive zahlungspflichtig zu machen. (The End of Free protokolliert diese Entwicklung im Detail.)
Diese zwei Phasen machte auch das Wirtschaftsmagazin brand eins durch – und geht nun noch einen Schritt weiter:
„Zwei Wege gibt es, die ganz sicher ins Abseits führen: nichts probieren. Und: nicht korrigieren, wenn sich ein Experiment als falsch herausgestellt hat.
Deshalb werden wir ab sofort unseren online-Auftritt wieder ohne Login für alle Besucher öffnen: Die Zugangsbeschränkung z B. für das Archiv war eine Idee, die zeitgemäß schien – letztlich aber nicht zu der Offenheit von brand eins passt.
Seien Sie also willkommen in der bunten Welt von brand eins – allein die jeweils aktuelle Ausgabe gibt es künftig in voller Länge erst einmal nur am Kiosk oder, für Abonnenten, mit der Post. Sie geht erst zum Erscheinungstermin der nächsten Ausgabe als komplette Volltextausgabe ins Archiv.“
Ein interessanter Ansatz – und genau der umgekehrte, den viele grosse Tageszeitungen (z.B. NZZ, Tages-Anzeiger) und Magazine (z.B. Spiegel) gewählt haben, wo tagesaktuelle Informationen gratis zu haben sind, ältere Artikel jedoch nur noch gegen Bares. Ein Ausreisser oder der Beginn einer Trendwende?
Um eine Blog-Software oder einen Blog-Service seriös zu evaluieren, bieten sich Feature-Vergleichstabellen an. Das schönste Exemplar (was aber nicht notwendigerweise etwas über die Qualität und Vollständigkeit der gebotenen Information aussagt) gibt es bei BlogHaus.
Weitere Vergleiche (die aber ergonomisch nicht ganz so gelungen sind):
Der Name Chaos Computer Club war mir schon ein Begriff, als ich selbst noch kaum wusste, was ein Computer ist. Allerdings stellte ich mir darunter eher eine böse Hacker-Gang vor, zumal der Name ja nicht gerade dazu angelegt ist, Vertrauen zu schaffen. Wie auch immer: Den Chaos Computer Club gibt es nach wie vor, und inzwischen muss ich sagen: Das ist auch gut so, denn das mit den Bösen und den Guten ist in der Computer-Welt so eine Sache. Auszug aus der CCC-FAQ zur Frage, was der CCC sei:
„Der Chaos Computer Club […] setzt sich grenzüberschreitend für Informationsfreiheit ein. Er beschäftigt sich mit den Auswirkungen von Technologie auf die Gesellschaft sowie das einzelne Lebewesen und fördert das Wissen um diese Entwicklung. Der CCC setzt sich für ein Menschenrecht auf zumindest weltweite, ungehinderte Kommunikation ein. […] Der Chaos Computer Club versteht sich als ein Forum der Hackerszene, eine Instanz zwischen Hackern, Systembetreibern und der Öffentlichkeit.“
Damit wissenschaftliche Erkenntnisse produktiv werden können, müssen sie allgemein verfügbar sein. Die Budgetknappheit von Hochschulen und Bibliotheken hat jedoch genau den gegenteiligen Effekt: Die teuren Abonnemente für Fachzeitschriften werden aus Spargründen zunehmend gekündigt.
Die Open-Access-Bewegung fordert deshalb den freien, uneingeschränkten Zugang zu wissenschaftlichen Zeitschriftenartikeln. Die NZZ berichtet über ein entsprechendes Symposium in Zürich. Eine Kategorie zum Thema „Open Access“ gibt es auch im Netbib Weblog.
„Man muss nicht alles wissen. Man muss nur wissen, wo nachschlagen.“ Eine meiner Leidenschaften gilt dem Sammeln und Kategorisieren von Online-Informationsquellen, welche das Wissen dieser Welt erschliessen. Zum Glück gibt es noch andere Menschen, welche diese Leidenschaft mit mir teilen – zum Beispiel die Autoren des Netbib Weblogs.
Wie findet man Informationen, die nicht auf einer „normalen“ Website publiziert wurden, sondern in einem Weblog? Google & Co. helfen natürlich auch hier weiter, allerdings können sie mit dem Update-Rhythmus von Weblogs nicht annähernd Schritt halten, weil sie eine Website nur im Abstand von Tagen, Wochen oder gar Monaten neu indizieren.
Lediglich ein paar Stunden alt sind dagegen die Suchresultate von Technorati (nicht: Technoqrati, obwohl das Logo diesen Lesefehler förmlich aufdrängt). Diese Suchmaschine indiziert lediglich Weblogs, allerdings in rauhen Mengen. Zusätzlich werden hier die Top 100 Blogs gelistet, gemessen an der Anzahl Links auf ein Blog.
Eine ähnliche Verbindung von Blog-Suchmaschine und statistischer Analyse bietet BlogPulse. Hier werden laufend die am häufigsten verlinkten URLs, die am häufigsten erwähnten Personen und die am häufigsten benutzten Wortkombinationen ausgewiesen. Ein Mekka für Trendforscher.
Ebenfalls den Blogsphere durchsuchbar machen wollen: