Teambox: Gute Basecamp-Alternative mit Open-Source-Lizenz

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Die Zahl der web-basierten Projektmanagement-Tools, die sich mehr oder weniger stark von Basecamp haben inspirieren lassen, nimmt laufend zu. Manche versuchen, das Konzept einer übersichtlichen, gefälligen Arbeitsumgebung zu perfektionieren und zu erweitern, andere halten sich sehr eng an das Vorbild.

Teambox gehört in die zweite Kategorie. Wer Basecamp kennt, wird sich hier auf Anhieb zurechtfinden, auch wenn gewisse Dinge anders benannt sind und im Detail anders funktionieren. Teambox kann eine beliebige Anzahl von Projekten von unterschiedlichen Kunden verwalten und stellt hierfür Konversationen (bei Basecamp: Messages), Aufgabenlisten (bei Basecamp: To-Dos), Seiten (bei Basecamp: Writeboards) und Dateien (bei Basecamp: Files) zur Verfügung. Optional kann auf den Projekten eine Zeiterfassung (bei Basecamp: Time) aktiviert werden. Was fehlt sind einzig die Milestones – dafür bietet Teambox nebst der Kalenderdarstellung von Aufgaben auch ein einfaches Gantt-Chart.

Auch in technischer Hinsicht bleibt Teambox nahe beim Original: Die Software basiert auf Ruby on Rails. Obwohl Teambox unter einer Open-Source-Lizenz frei verfügbar ist, dürfte dies für viele Anwender ein Hindernis darstellen, denn während man bei praktisch jedem Billig-Hosting PHP-Unterstützung bekommt, sind Hosting-Angebote mit Ruby on Rails deutlich dünner gesäht. Alternativ kann man Teambox auch als Software as a Service (SaaS) nutzen – aber dann stellt sich sofort die Frage, ob man nicht gleich Basecamp einsetzen will, zumal die Preise vergleichbar sind.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Teambox eine reife Projektmanagement-Plattform darstellt, die es durchaus mit Basecamp aufnehmen kann. Die Unterschiede zwischen den beiden betreffen Details, Vor- und Nachteile halten sich die Waage. Bemerkenswert bei Teambox ist u.a. die spezielle Ansicht für Smartphones (Mobile Version) sowie die Möglichkeit, sich mit einem Facebock-, Twitter-, LinkedIn- oder Github-Konto einzuloggen, wogegen das Gantt-Chart nur einen bescheidenen Nutzen bringt und die Zeiterfassung nur beschränkt praxistauglich ist.

Ähnlich wie bei Basecamp zeigt sich auch bei Teambox das Phänomen, dass die einfache, grosszügige Benutzeroberfläche zum Nachteil werden kann, wenn man viele Kunden, viele Projekte, viele Aufgaben, viele Nachrichten und viele Dateien verwalten muss. Bevor man sich also für Teambox entscheidet sollte man die Plattform unbedingt mit einem realen Projekt testen und nicht nur mit einigen wenigen Demo-Tasks.

OpenGoo 1.2: Konsequente Weiterentwicklung

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Eines muss man den Entwicklern von OpenGoo lassen: Sie ruhen sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. Nach der (aus meiner Sicht etwas verfrühten) Veröffentlichung von OpenGoo 1.0 im letzten November wurde bereits anfangs Jahr die deutlich gereifte Version 1.1 freigegeben, und nach weniger als zwei Monaten liegt nun die Version 1.2 mit vielen substantiellen Verbesserungen vor. Details sind dem OpenGoo Blog sowie den Relase Notes zu entnehmen – hier nur die wichtigsten Highlights in Stenogramm-Form:

  • Der Dateimanager kann nun ZIP-Archive direkt auf dem Server erstellen und entpacken. Auf diese Weise kann man eine grössere Anzahl von Dateien in einem einzigen Arbeitsgang hoch- bzw. herunterladen. Zudem wurde eine Kopierfunktion für Dateien eingebaut.
  • Kontakte und Kalenderdaten können nun im CSV- bzw. im iCalendar-Format importiert und exportiert werden.
  • Die Anzahl der frei definierbaren Felder (sog. Custom Properties) ist nun unbeschränkt, und bereits erfasste Einträge in diesen Feldern werden in der Detailansicht besser dargestellt.
  • Tags können endlich sortiert werden (alphabetisch oder nach Anzahl der Objekte pro Tag).
  • Das E-Mail-Modul wurde wesentlich weiterentwickelt. So werden nun SSL-Verbindungen und IMAP-Server unterstützt, E-Mail-Nachrichten können mehreren Workspaces zugewiesen werden, und es sind Kommentare zu Nachrichten möglich.
  • Eine OpenGoo-Installation kann in Zukunft per Knopfdruck aktualisiert werden (so wie man dies beispielsweise von WordPress 2.7 kennt). Natürlich steht diese Funktion nur Administratoren zur Verfügung.
  • Falls man nicht alle Funktionen braucht, so kann man nun alle Module einzeln ein- oder ausblenden. Insbesondere für einfachere Projekte oder für weniger geübte Benutzer macht dies den Umgang mit OpenGoo deutlich einfacher. Zu beachten ist allerdings, dass diese Einstellung global (für alle Workspaces und alle Benutzer) gilt.
  • Der einzelne Benutzer kann nun seine persönlichen Präferenzen wesentlich detaillierter einstellen. Dazu gehört unter anderem auch die Sprache, wobei derzeit ein Dutzend Sprachen zur Auswahl stehen (u.a. auch Deutsch).

Das Update geht übrigens ausgesprochen komfortabel vor sich: Man kopiert ganz einfach alle Files der Version 1.2 über die bestehende Installation und ruft anschliessend /public/upgrade auf, um die Ursprungs- und die Zielversion festzulegen – der Rest geht vollautomatisch.

Fazit: Auch mit diesem Update haben die Entwickler wieder ein gutes Gespür für wirklich wesentliche Features bewiesen. Die Version 1.2 ist ein wichtiger Meilenstein und macht eine bereits sehr gute Software nochmals deutlich besser.

Disclosure: Der Autor dieses Blogs ist Mitglied des OpenGoo-Teams.

ClockingIT: Projekt-Management-Tool nicht nur für IT-Projekte

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Das Angebot an web-basierten Projekt-Management-Tools ist inzwischen unüberschaubar – gute Tools mit Open-Source-Lizenz sind jedoch dünn gesäht. ClockingIT gehört zu den positiven Ausnahmen: Die unter Ruby on Rails laufende Software bietet einen grossen Funktionsumfang, eine aufgeräumte Benutzeroberfläche und eine gute Performance. Absolut aussergewöhnlich ist, dass kann man ClockingIT nicht nur als Sourcecode herunterladen und auf dem eigenen Server installieren, sondern auch völlig kostenlos als Hosted Service auf dem Server der Entwickler betreiben kann.

Die Subline im Logo von ClockingIT lautet “TimeTracking 2.0”. Mag sein, dass die Zeiterfassung ursprünglich die Motivation war, die Software zu entwickeln – inzwischen wäre es aber völlig verkehrt, ClockingIT nur als Timesheet-Software zu betrachten. Es handelt sich vielmehr um eine gesunde Mischung aus klassischer Projektmanagement-Software (wo ein Projektleiter mit einem Gantt-Chart Ressourcen und Termine plant) und Web-2.0-Collaboration-Plattform im Stil von Basecamp (welche das sogenannte Social Project Management fördern).

Das zentrale Element eines jeden Projektmanagement-Tools sind Projekte, die sich aus einzelnen Aufgaben zusammensetzen, welche wiederum einzelnen Projektmitarbeitern zugewiesen werden, einen bestimmten Arbeitsaufwand erzeugen und zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt sein müssen. Das ist bei ClockingIT nicht anders. Nicht zum Standard gehört allerdings die Darstellung dieser Tasks in einem Gantt-Diagramm, das sogar eine direkte Manipulation per Drag and Drop erlaubt und dabei verhindert, dass Projektmitarbeiter überbucht werden.

Die Dateiablage sowie das Forum entsprechen mehr oder weniger dem Standard – punkten kann ClockingIT hingegen durch das integrierte Wiki, über das die Projektmitglieder gemeinsam Dokumentationen erstellen können. Auch der Chat ist eher ungewöhnlich und eine einfache Alternative zu einer Web-Conferencing-Lösung. Dass man während der Erledigung eines Tasks einen Timer mitlaufen lassen und so ein sehr präzises Timesheet führen kann, ist ebenfalls eine Funktion, die man nicht überall findet.

Im Vergleich zu anderen Tools würde ich ClockingIT irgendwo zwischen ProjectPier (einer der vielen Basecamp-Kopien) und RedMine (einer Plattform für die Software-Entwicklung mit Fokus auf dem Issue Tracking) positionieren. Auch wenn mein Langzeit-Test erst anläuft: Diese Software macht einen sehr guten Eindruck!