Ubuntu 8.04 Hardy Heron: Nie war es einfacher, Linux zu installieren

image

Ubuntu ist auf dem besten Weg, das Linux zu werden: Die einfache Installation, der übersichtliche GNOME-Desktop, das praxis-orientierte Software-Bundle und das freundliche “Wir helfen einander”-Image haben dazu beigetragen, dass Ubuntu in der breiten Öffentlichkeit mindestens so bekannt ist wie SuSE, Fedora (RedHat), Debian (auf dem Ubuntu übrigens basiert) oder Mandriva. Positiv fällt an Ubuntu auch der Release-Zyklus auf: Normalerweise im April und im Oktober eines Jahres erscheint jeweils eine neue Version, die praktischerweise nach dem Erscheinungsmonat benannt ist: Das nächste Release im April 2008 etwa heisst Ubuntu 8.04 (Codename: Hardy Heron = engl. kühner Reiher).

Von diesem Release ist inzwischen eine Beta-Version verfügbar, und wem die Installation von Linux bisher zu kompliziert, zu mühsam oder zu riskant war, der muss spätestens jetzt umdenken. Denn Ubuntu 8.04 lässt sich dank dem Installer Wubi wie ein ganz normales Programm per Assistent unter Windows installieren – ohne Partitionierung der Festplatte und ähnliche Massnahmen, die der Windows-Installation gefährlich werden könnten. Anschliessend hat man ein Dual-Boot-System mit Windows und Linux zur Verfügung, auf dem Linux so performant läuft, dass man es unter realen Bedingungen testen kann (auch wenn für einen langfristigen Einsatz weiterhin eine reguläre Installation auf einer eigenen Partition empfohlen wird). Und falls man sich irgendwann gegen Linux entscheidet, ist es per Uninstaller innert Minuten von der Festplatte entfernt. Einfacher geht’s nicht!

Schritt 1: Ubuntu downloaden

Alles, was man für eine Ubuntu-Installation unter Windows braucht, ist auf einem CD-Image im ISO-Format zusammengefasst. Die Datei kann hier herunterladen werden, wobei man die Wahl zwischen Ubuntu, Kubuntu, Edubuntu und einigen anderen Varianten hat. (Falls Sie den Unterschied nicht kennen und sich nicht einlesen möchte: Nehmen Sie das Standard-Paket Ubuntu.) Der Download umfasst mehrere hundert MByte, dauert also ein bisschen.

Schritt 2: Image auf CD brennen

Ein ISO-Image auf einen CD-Rohling brennen kann jedes CD-Brennprogramm. Falls Sie keines besitzen: InfraRecorder ist Open Source und erledigt diese Aufgabe klaglos. Den entsprechenden Befehl finden Sie im Menü “Aktionen” (bzw. “Actions”).

Schritt 3: Ubuntu installieren

image

Auf der gerade gebrannten CD finden Sie nun das Programm “Ubuntu CD Menü” (umenu.exe). das normalerweise automatisch gestartet wird, sobald Sie die CD einlegen. Es bietet die Wahl, Ubuntu entweder ohne Installation ab CD zu booten (und später allenfalls regulär zu installieren) oder aber eine Installation innerhalb von Windows vorzunehmen. Wählen Sie letzteres, so rufen Sie Wubi auf.

Schritt 4: Installationsparameter setzen

image

Die Konfiguration von Wubi beschränkt sich auf einen einzigen Dialog. Zentral ist die Entscheidung, auf welchem Laufwerk Ubuntu installiert werden soll, da im Minimum 2 GByte erforderlich sind. Der Button “Installieren” startet anschliessend den Installationsprozess, der nicht länger dauert als bei einem normalen Programm.

Schritt 5: Rechner neu starten

image

Auch wenn Ubuntu nun wie ein Windows-Programm auf der Festplatte liegt – gestartet wird es nicht aus Windows heraus, sondern indem man es beim Systemstart bootet. Deshalb muss der Rechner an dieser Stelle neu gestartet werden. Künftig sieht man unmittelbar nach dem Einschalten des Rechners jeweils den Windows-Bootloader, der die Auswahl zwischen Windows und Ubuntu bietet. Wählen Sie hier Ubuntu, und Sie sind drin!

Warnung

Ubuntu 8.04 ist noch im Beta-Stadium. Sie sollten es deshalb nur als Test-System nutzen, nicht für den produktiven Betrieb. Ausserdem ist es eine hervorragende Idee, das Backup – das Sie ja sowieso jede Woche machen – unmittelbar vor der Installation von Ubuntu durchzuführen, denn auch Wubi könnte natürlich noch einen Bug enthalten.

iPodLinux: Linux auf dem iPod

image 

Etwas salopp formuliert könnte man sagen: Es gibt kein Gerät, das vor Linux-Entwicklern nicht sicher ist. Obiger Screenshot beispielsweise zeigt das Grafikprogramm PodPaint, das auf einem mit Linux ausgestatteten iPod läuft. Wie sinnvoll es ist, auf einem Miniaturbildschirm mit einem Clickwheel zu zeichnen, bleibe dahingestellt – faszinierend ist es allemal, was das iPodLinux Project hier zustande bringt.

andLinux: Linux-Programme transparent unter Windows nutzen

image

Wer Windows auf einem Mac nicht als Dual-Boot-System (mit Boot Camp), sondern über eine Virtualisierungssoftware betreibt, kennt den Effekt, dass Windows-Programme innerhalb von Mac OS X laufen, als ob es Mac-Programme wären. Bei Parallels Desktop heisst das Coherence Mode, bei VMware Fusion nennt man es Unity Mode.

andLinux macht dasselbe, allerdings für Ubuntu unter Windows 2000, XP oder Vista (32 Bit). Es kann als Service oder als Applikation laufen und kann mit oder ohne KDE installiert werden. Sobald es läuft, können Linux-Programme Seite an Seite mit Windows-Programmen genutzt werden, wobei die Linux-Programme den Fensterrahmen von Windows übernehmen (weshalb obiger Screenshot etwas unspektakulär aussieht).

Wie gut dies funktioniert muss sich in der Praxis sicher noch weisen. Wenn allerdings Lifehaker die Story aufgreift, dann muss etwas dran sein (dort gibt es übrigens auch eine gute Anleitung für die Installation). Im Moment ist andLinux Beta 1 RC6 verfügbar, die Entwickler schätzen die Lösung somit als ziemlich stabil ein.

Multi-Touch-Linux dank MPX

MPX multi-touch support

Datenschutz-Hinweis: Wenn Sie dieses Video abspielen, können Sie von YouTube getrackt werden.

Wenn es um Benutzeroberflächen und Mensch-Maschinen-Interaktion geht, dann sind Touch-Screens nicht weit. Und spätestens seit dem iPhone weiss man auch, was man unter einem Multi-Touch-Screen zu verstehen hat. Dabei ist Apple nicht das einzige Unternehmen, das sich mit dieser Technologie beschäftigt -- Microsoft (Projekt Surface), Perceptive Pixel (Jeff Han) oder Natural Interaction haben die Faszination (und das kommerzielle Potential) dieses Konzepts ebenfalls erkannt.

Dank dem Multi-Point X Server (MPX) von Peter Hutterer greift das Multi-Touch-Konzept nun auch auf die Open-Source-Szene über. MPX ist zwar nur eine Software, nämlich eine modifizierte Variante des X Window Systems. (Oder wie Hutterer selbst formuliert: “I did not build some kind of touchscreen or tracking system. I did not build some kind of gesture recognition system. I built the stuff in between.”) MPX erlaubt es aber, mit einem Multi-Touch-Screen auch freie Betriebssysteme wie Linux anzusteuern. Bereits gibt es zu Testzwecken eine modifzierte Version von Ubuntu Linux mit MPX.

(via Stefon’s Blog)

OpenMoko: Open Source goes Mobile

image

Mit OpenMoko soll sich das Open-Source-Konzept auch auf Mobile Devices durchsetzen. Bisher basierten Mobiltelefone, SmartPhones und PDAs auf proprietären Betriebssystemen wie z.B. Windows Mobile, Palm OS oder Symbian – das Linux-basierte OpenMoko ist dagegen Open Source.

Das erste SmartPhone, das unter OpenMoko läuft, wird das Neo 1973 von First International Computer (FIC) sein. Dieses taiwanesische Unternehmen kennt man als Endkonsument nicht, er steht aber als OEM-Hersteller hinter namhaften Markenprodukten. In diesen Tagen wird eine Entwicklerversion des Geräts ausgeliefert, das Modell für die Endkonsumenten ist ab Oktober verfügbar.

Mehr zum Thema:

Ubuntu 7.04 Feisty Fawn unter Mac OS X installieren

Ubuntu ist eine Linux-Distribution, die besonders einfach bedienbar ist und sich deshalb gut für erste Erfahrungen mit dem freien Betriebssystem eignet. Möchte man die aktuelle Version 7.04 mit dem Codenamen Feisty Fawn unter der Virtualisierungs-Software Parallels (Build 3188) auf einem Mac installieren, muss man allerdings einen kleinen Kniff anwenden.

Nachfolgend eine knappe Anleitung zur Installation der Ubuntu Desktop Edition 7.04 auf einem MacBook Pro mit Mac OS X 10.4.9.

  1. Ubuntu Desktop Edition als ISO-Image herunterladen (knapp 700 MByte, bedingt auch bei einer Breitband-Anbindung eine längere Wartezeit)
  2. Parallels Desktop starten und neue Virual Machine anlegen (Custom Installation Mode, OS Type = Linux, OS Version = Other Linux Kernel 2.6).
  3. Einstellungen für Arbeitsspeicher und Festplattenspeicher gemäss der persönlichen Präferenz festlegen (meine Einstellung: 256 MByte RAM, 8’000 MByte Expanding Virtual Harddisk).
  4. Beim letzten Schritt unter “More Options” das ISO-Image auswählen und gleichzeitig die Checkbox “Start Linux Kernel 2.6 Installation” deaktivieren. Dieser Schritt ist entscheidend, damit wir unseren kleinen Kniff anwenden können.
  5. Eigenschaften der neu angelegten Virtual Machine aufrufen und das Betriebssystem auf Solaris 10 ändern.
  6. Virtual Machine starten. Dadurch wird die Ubuntu Live-CD gebootet. Nach Abschluss des Bootvorgangs den Installer starten, der auf dem Ubunto Desktop bereitliegt.
  7. Nach Abschluss der Installation keinen Neustart ausführen, sondern das System manuell herunterfahren. (Sollte die Virtual Machine mit einem schwarzen Screen hängen bleiben: einfach per Stop-Button beenden.)
  8. Nun die Betriebssystem-Einstellung auf “Other Linux Kernel 2.6” zurücksetzen und die Virtual Machine wieder starten. Damit ist Ubuntu installiert.

Dell: PCs und Notebooks mit vorinstalliertem Ubuntu Linux

Wer Linux nutzen will, kämpft oft mit dem Problem, dass lange nicht jede Distribution auch jede Hardware unterstützt. Die Suche nach einer kompatiblen Hardware (insbesondere wenn es ein Laptop sein soll) ist deshalb eine der grossen Herausforderungen beim Einsatz von Linux.

Aus dieser Perspektive ist es ein grosser Schritt vorwärts für die Verbreitung des freien Betriebssystems, dass mit Dell einer der grössten PC-Verkäufer neuerdings Rechner mit vorinstalliertem Ubuntu Linux verkauft (momentan allerdings erst in den USA). Nebst zwei Desktop-Modellen gehört auch ein Notebook zum Angebot.

polishlinux.org: Welches Linux passt zu mir?

polishlinux.gif

Linux zu bedienen ist heute nicht mehr schwieriger als Windows oder Mac OS X zu beherrschen. Die Schwierigkeit liegt vielmehr darin, die optimale Linux-Distribution zu finden und diese dann erfolgreich auf seinem Rechner zu installieren, zumal nur sehr wenige Rechner mit vorinstalliertem Linux verkauft werden.

Genau hier hilft polishlinux.org weiter: Kern der Website ist eine Datenbank, welche die Eigenschaften der verschiedenen Linux-Distributionen beschreibt und so die Auswahl massiv erleichtert. Dabei gibt es zwei verschiedene Wege, dieses Wissen zu nutzen: Entweder man beantwortet im Distro Chooser 10 Fragen betreffend seine Ansprüche an Linux und erhält dann eine Rangliste der geeignetsten Distributionen. Oder man nutzt Compare Distros, um zwei konkrete Distributionen bezüglich verschiedenster Aspekte zu vergleichen. Eine Installationsanleitung rundet das Angebot der Website ab.

Weitere ähnliche Angebote:

KDiff3, die Alternative zu WinMerge für Linux und Mac OS X

kdiff3.jpg

Natürlich gibt es auch für Linux und Mac OS X Open Source Tools, welche die Aufgabe von WinMerge (vgl. Open Source Essentials: WinMerge) erledigen. Unbedingt anschauen sollte man KDiff3 von Joachim Eibl, das nicht nur zwei, sondern bis zu drei Files vergleichen und zusammenführen kann und auch aus anderen Gründen eine prüfenswerte Alternative zur Compare-Funktion in Apples Xcode darstellt.
KDiff3 läuft unter Linux (mit KDE3), jedem anderen Unix-Betriebssystem (soweit es die Qt-Library von Trolltech unterstützt), Apple Mac OS X (Universal Binary für PowerPC und Intel verfügbar) und Windows. Es untersteht der GNU General Public Licence (GPL).