phpShop: Geld verdienen ohne Geld auszugeben

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Artikel überarbeitet am 20.06.2008

Für ein Non-Profit-Projekt bin ich derzeit auf der Suche nach einer Online-Shop-Software. Natürlich darf sie keine Lizenzkosten verursachen, soll möglichst einfach aufzusetzen und anzupassen sein, muss aber trotzdem flexibel genug sein, um eine Reihe von nicht ganz trivialen Detailanforderungen zu erfüllen.

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Ein erster Kandidat, der sich aufgrund des Namens geradezu aufdrängt, ist phpShop. Das PHP-Skript bietet die grundlegenden Shop-Funktionalitäten, ist in verschiedener Hinsicht konfigurierbar und aus Sicht eines Shop-Administrators einfach zu beherrschen. Das Backend (Screenshot oben) ist nicht besonders fancy, aber funktional. Und auch vom wenig zeitgemässen Demo-Shop (Screenshot unten) sollte man sich nicht allzu stark beeindrucken lassen. Andererseits muss man für einen attraktiven Shop schon bereit sein, selbst Hand anzulegen: Es werden keine Themes mitgeliefert, und man muss sich ein bisschen eindenken bis man versteht, wo was angepasst werden kann (und was ohne PHP-Programmierung nicht zu ändern ist).

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Die Installation geht rasch vonstatten, auch wenn es keinen Installationsassistenten gibt, der beim ersten Aufruf des Shops automatisch ablaufen würde. Man muss also nicht nur die PHP-Skripts per FTP auf den Server spielen und eine Datenbank anlegen, sondern auch die Datenbank-Struktur per SQL-Import selbst erzeugen und die Datenbank-Parameter in der Datei config.php manuell setzen. Wenn man allerdings die Anleitung sauber abarbeitet, kann kaum etwas schief gehen.

Die Website von phpShop vermittelt ein etwas gemischtes Bild. Die Dokumentation ist mässig, und die neuste Version 0.8.1 wurde bereits vor einem Dreivierteljahr veröffentlicht. Andererseits sind die Foren anständig besucht, und es ist eine Version 2 in Entwicklung, die auf dem modernen Cake-Framework basiert.

Was man sich bewusst sein muss: phpShop ermöglicht Bestellungen, wickelt aber keine Zahlungen ab. Will heissen: Auch wenn Kunden die Zahlungsmethode «Kreditkarte» wählen, so werden nicht automatisch die Karten belastet, sondern lediglich die Kartendaten an Sie übermittelt.

Insgesamt ist phpShop ein solide Lösung, um rasch einen einfachen Shop hochzuziehen, der in erster Linie funktionieren muss. Sobald man allerdings spezifische Wünsche hat, kann es leicht passieren, dass phpShop diese Wünsche nicht erfüllen kann. Zudem ist spürbar, dass die Software in die Jahre gekommen ist; für einen Shop mit längerer Lebensdauer sollte man besser die Veröffentlichung der Version 2 abwarten. Gemessen an der aktuellen Version von phpShop gibt es heute deutlich attraktivere Lösungen, um einen eigenen Online-Shop aufzubauen – auch im Bereich der Open Source Software.

penguins4africa: Computer-Recycling im Dienste der Entwicklungszusammenarbeit

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«Free software is a matter of liberty, not price. To understand the concept, you should think of free as in free speech, not as in free beer.»

Mit dem berühmte Zitat von Richard Stallmann weisen Befürworter von freier Software regelmässig darauf hin, dass es bei Open Source nicht einfach nur darum geht, Geld zu sparen. Trotzdem ist freie Software natürlich nicht zuletzt eine Chance für Personen und Organisationen mit knappen Mitteln, um ebenfalls an der Informationsgesellschaft teilzuhaben.

Aber auch kostenlose Software braucht Hardware, um darauf zu laufen, und diese kostet nach wie vor Geld – auch wenn Computer immer billiger werden und mit Projekten wie One Laptop per Child (OLPC) Anstrengungen unternommen werden, speziell günstige Hardware für Schulen in Entwicklungsländern zu bauen. Eine weitere potentielle Quelle für billige Computer wäre das Recycling, zumal in der ersten Welt Unmengen von funktionstüchtigen Rechnern entsorgt werden, nur weil sie nicht mehr dem neusten Stand der Technik entsprechen.

imageGenau hier setzt das Projekt penguins4africa an: Eine Gruppe von Studierenden der Universität Bern sammelt ausgediente Rechner, stellt sie wo nötig in Stand, rüstet sie auf Linux um und vermittelt sie über die Partnerorganisationen Linuxola und World Links nach Afrika. Die Rechner werden in einem Client-Server-Verbund genutzt, bei dem ein einzelner leistungsfähiger Rechner mit Linux Terminal Server (LTS) ausgestattet wird, der dann bis zu zwanzig Clients bedient, welche nur noch minimale Hardware-Anforderungen erfüllen müssen.

Das Projekt penguins4africa wurde von der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit DEZA und dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO im Rahmen der Aktion «Youth Too» mit einem Förderpreis ausgezeichnet.

TYPOlight Extensions: Liste der letzten Änderungen

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Für regelmässige Besucher einer Website ist es hilfreich, wenn der Webmaster eine Liste mit den jüngsten Änderungen führt – auf diese Weise kann man sich rasch über Updates informieren und erhält auch einen Eindruck davon, wie intensiv eine Website gepflegt wird. Nun ist es aber ziemlich mühsam, eine solche Liste manuell zu bewirtschaften, und das CMS TYPOlight bietet von Haus aus keinen entsprechenden Automatismus. Abhilfe soll die Extension RecentChanges von Christian Barkowsky schaffen.

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Installation und Nutzung der Extension ist absolut trival: Die Dateien werden in das Verzeichnis /system/modules/recentchanges des Webservers transferiert, und ab sofort steht im Backend-Modul «Module» der Modultyp «Letzte Änderungen» zur Verfügung (zumindest würde er orthografisch korrekt so heissen, vgl. Screenshot). Die einzige Option – nebst dem Titel – ist die Anzahl der Einträge, welche die Liste der letzten Änderungen umfassen soll. Und das Resultat sieht ohne viel Aufwand ansprechend aus.

Im Detail zeigt die Extension allerdings Schwächen. Zunächst werden sämtliche Updates ungeachtet der Zugriffsrechte aufgelistet – anonyme Besucher der Website sehen somit auch, wenn passwortgeschützte Seiten aktualisiert werden (die Seiten selbst sind aber weiterhin geschützt). Unschön ist auch, dass die üblichen Formatierungsoption eines Moduls (Ausrichtung, Abstände, Styles) nicht zur Verfügung stehen. Wenig zweckmässig scheint mir ferner, dass für die Liste der interne Artikeltitel (der auf der Seite selbst nicht sichtbar ist) genutzt wird. Und schliesslich frage ich mich, aufgrund welcher Kriterien eine Seite als geändert gilt: Offenbar wird nur das Erstellungsdatum eines Artikels berücksichtigt, nicht aber das Änderungsdatum – das möchte man zumindest im Backend einstellen können.

Kurz: RecentUpdates ist ein guter Anfang, aber es gibt noch viel zu tun. Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die aktuelle Version erst als 0.2 deklariert wird.

TYPO3 Forge: Die neue Entwickler-Plattform für TYPO3

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Mit der neuen Plattform forge.typo3.org sollen die zahlreichen Projekte rund um das Open Source CMS TYPO3 besser koordiniert werden. Basierend auf der Projekt-Management-Plattform Redmine bietet TYPO3 Forge alle Module, die man sich für ein Software-Projekt wünschen kann – vom Subversion-Repository über einen Issue-Tracker bis hin zu Dateiablage und Wiki für die Dokumentation.

image Es ist zu vermuten, dass damit einige der älteren Tools – beispielsweise der auf Mantis basierende alte Issue-Tracker – gelegentlich überflüssig werden. In einer Übergangszeit dürfte allerdings die Verwirrung durch die Vielfalt der Plattformen noch etwas zunehmen. Trotzdem ist der Schritt zu TYPO3 Forge eindeutig zu begrüssen, und die Mehrheit der Entwickler dürfte sich rasch von den Vorteilen von Redmine überzeugen lassen. Für Unentschlossene bietet übrigens der Video-Podcast von Jochen Rau und Sebastian Kurfürst einen guten Einstieg.

Gobby: Gemeinsam Textdateien bearbeiten

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Es gibt ganz unterschiedliche Lösungen, wenn mehrere, räumlich getrennte Personen gemeinsam einen Text bearbeiten wollen.

Da wäre beispielsweise der Überarbeitungsmodus von Textverarbeitungen zu nennen, der jede Änderung in einem Dokument protokolliert. Auf diese Weise lassen sich die Beiträge der einzelnen Autoren auseinanderhalten, akzeptieren oder verwerfen und (falls mehrere Versionen eines Dokuments existieren) zusammenführen. Dieses Prinzip eignet sich insbesondere dann, wenn es nicht nur um rohen Text, sondern um formatierte Dokumente geht und wenn die Autoren bei der Arbeit nicht immer online sein wollen. Zumindest diejenige Person, welche das Dokument am Schluss bereinigt, muss allerdings fortgeschrittene Anwenderkenntnisse besitzen.

Ein anderer Ansatz sind Wikis, welche ebenfalls jede Änderung festhalten. Im Unterschied zu Textverarbeitungen braucht es allerdings niemanden, der am Schluss den Text redigiert: Es gilt ganz einfach immer die letzte Version, und das Änderungsprotokoll dient lediglich dazu, alle Änderungen inkl. ihre Urheber anzuzeigen und im schlimmsten Fall rückgängig zu machen. Wikis sind Server-Applikationen, somit ist die aktuellste Version des Texts immer für alle Autoren verfügbar; dafür muss man immer online sein, und nicht alle Wikis bieten den Komfort von WYSIWYG-Editoren.

Ein drittes Konzept sind Programme, welche das kollaborative Schreiben in Echtzeit über LAN- oder Internet-Verbindungen erlauben. Nebst den kommerziellen Vertretern dieser Gattung wie MoonEdit oder SubEthaEdit gibt es auch eine entsprechende Open Source Software: Gobby. Hauptanwendungsgebiet solcher Texteditoren ist die gemeinsame Arbeit an Programmcode, aber natürlich kann man damit auch normale Texte schreiben – einfach ohne Formatierung.

Das Prinzip ist rasch erklärt (vgl. Screenshot): Nehmen wir an, ich arbeite an einem PHP-Skript und brauche dabei Unterstützung. Ich starte Gobby und eröffne eine Sitzung, wobei ich ein Passwort vergeben kann, falls ich den Zugang für andere Personen beschränken will. Nun fungiert mein Rechner als Host, und andere Personen können an der Sitzung teilnehmen.

Ich öffne die PHP-Datei, die ich bearbeiten möchte, und lade (z.B. über E-Mail oder Telefon) Max Muster ein, wobei dieser nur die IP-Adresse meines Rechners und allenfalls das Passwort wissen muss. Max startet ebenfalls Gobby, wählt die Funktion «Sitzung beitreten» und kann dann ebenfalls auf die PHP-Datei zugreifen. Wir können nun gleichzeitig Änderungen vornehmen, wobei über Farbmarkierung jederzeit klar ist, wer was eingegeben hat. Sofern man nicht sowieso per Telefon oder Chat in Verbindung steht, bietet Gobby eine integrierte Chat-Applikation, über die man miteinander diskutieren kann.

Wie gesagt: Das Prinzip ist rasch erklärt, und es ist bestechend. In der Praxis gibt es allerdings noch die eine oder andere Hürde zu meistern. So ist Gobby spürbar eine Linux-Applikation – unter Windows muss man GTK+ installieren, für den Mac muss man auf MacPorts zurückgreifen. In der Anwendung sind insbesondere die Angabe der korrekten IP und die Freischaltung der von Gobby benutzten Ports in der Firewall kritische Punkte. Wenn die Verbindung aber einmal steht, ist die Zusammenarbeit sehr einfach und ausgesprochen effizient.

(via T3N)

Lotus Symphony: Die OpenOffice-Variante von IBM

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Man weiss nicht recht, was man davon halten soll: IBM hat – basierend auf OpenOffice.org – eine neue, kostenlose Office-Suite namens Lotus Symphony veröffentlicht. Da der Download-Server momentan hoffnungslos überlastet ist, beruht dieser Artikel lediglich auf denjenigen Informationen, die man von IBM selbst sowie auf einschlägigen Websites erhält. Trägt man diese zusammen, so ergibt sich folgendes Bild:

  • Lotus Symphony bietet eine Textverarbeitung (IBM Symphony Lotus Documents), eine Tabellenkalkulation (IBM Lotus Symphony Spreadsheets) und ein Präsentationsprogramm (IBM Lotus Symphony Presentations).
  • Derzeit ist Lotus Symphony für Windows und Linux verfügbar; eine Mac-Version ist angekündigt.
  • Lotus Symphony basiert auf demselben Code wie die Productivity Tools in IBMs Groupware Lotus Notes 8.
  • Gegenüber OpenOffice.org besitzt Lotus Symphony unter anderem eine überarbeitete Benutzeroberfläche. Diese wirkt übersichtlich und modern, ist allerdings eher auf Anwender mit durchschnittlichen Ansprüchen zugeschnitten.
  • Lotus Symphony basiert nicht auf der aktuellen OpenOffice.org-Version 2.x (oder gar auf der Version 3.x, welche derzeit als Beta-Version vorliegt), sondern auf der alten Version 1.x.
  • Obwohl es sich um eine angepasste Version von OpenOffice.org handelt, ist Lotus Symphony keine Open Source Software. Dies liegt daran, dass OpenOffice.org 1.x damals nicht nur unter der LGPL-Lizenz, sondern auch unter der (heute nicht mehr benutzten) Sun Industry Standards Source License SISSL veröffentlicht wurde. Diese Lizenz erlaubt es, Modifikationen einer Software zu erstellen und zu verbreiten, ohne den Quellcode der Modifikationen offenlegen zu müssen.

Insgesamt scheint es, dass Lotus Symphony vor allem für IBM wichtig ist, um sich im Bereich der Groupware- und Office-Lösungen besser zu positionieren. Die Software mag technisch und konzeptionell überzeugen, und wenn es nur um den finanziellen Aspekt geht, scheint das Angebot attraktiv. Für die Open Source Community ist Symphony allerdings nur bedingt ein Gewinn, weil IBM zwar von OpenOffice.org profitiert, die Modifikationen aber zurückbehält.

TYPO3 Anwendertag, Frankfurt am Main

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Die dritte Ausgabe des TYPO3 Anwendertags findet am 11. November 2008 in Frankfurt am Main statt. Der Kongress richtet sich an Anwender und Neueinsteiger. Er bietet vor allem praxisorientierte Erfahrungsberichte aus Industrie und Mittelstand. Der Eintritt zur Veranstaltung kostet 238 Euro (Studenten: 50 Euro), Frühbucher zahlen gut 200 Euro.

Microsoft stellt Live Search Books ein

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Eines der prominenteren Digitalisierungsprojekte wird eingestellt: Im Live Search Blog hat Microsoft das Ende von Live Search Books angekündigt. Was bleibt sind 750’000 digitalisierte Bücher und 80 Millionen digitalisierte Zeitschriftenartikel, die über die normale Live Search weiterhin gefunden werden können.

Microsoft sieht die Zukunft der Digitalisierung darin, dass Bibliotheken und Verlage diese selbst übernehmen und Suchmaschinen wie Live Search anschliessend nur noch die bereits digitalisierten Werke indexieren. Wenn man den Text genau liest, dann ist die Entscheidung letztlich wirtschaftlich begründet: Microsoft scheint in Live Search Books kein echtes Businessmodell zu sehen, und angesichts des geringen Marktanteils von Live Search hat man wohl andere Sorgen als den Bibliotheken und Verlagen unter die Arme zu greifen.

Wer in der Vergangenheit Live Search Books genutzt hat, mag diesen Schritt bedauern. Andererseits gibt es nach wie vor genügend Digitalisierungsprojekte (vgl. Open Content Alliance: Alternative zur Google Buchsuche), und im Zweifelsfall sind mir Initiativen der öffentlichen Hand sympathischer als solche von privatwirtschaftlichen Unternehmen, welche in der Regel gewisse exklusiven Rechte an den digitalisierten Werken beanspruchen.

Open Source Expo, Karlsruhe

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Auch in Deutschland etabliert sich eine Messe zum Thema Open Source: Die Open Source Expo findet erstmals am 25. und 26. Mai 2008 im Kongresszentrum Karlsruhe statt. Im Rahmen des Konferenzprogramms Open Stage sind unter anderem Mike Milinkovich (Executive Director der Eclipse Foundation) und Clint Oram (Mitbegründer von SugarCRM) zu hören.

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