TYPO3 4.2: Erste Eindrücke der finalen Version

Damit keine Missverständnisse aufkommen: Dies ist keine systematische oder gar vollständige Beschreibung der Neuerungen in TYPO3 4.2, dessen finale Version heute veröffentlicht worden ist. Mit der offiziellen Medienmitteilung, dem Überblick von Thomas Esders sowie dem Changelog im TYPO3 Wiki hat das TYPO3-Entwickler-Team bereits ausreichend Informationen bereitgestellt. Dieser Artikel ist vielmehr ein subjektiver erster Eindruck eines TYPO3-Administrators, der insbesondere bezüglich der Usability einige Hoffnungen in das neue Release setzt.

imageDen ersten Kontakt mit TYPO3 hat man bekanntlich über den Installer. Dieser ist bei TYPO3 4.2 weitgehend unverändert geblieben – das neue Install Tool 2.0 hat es also nicht in das aktuelle Release geschafft. Das ist etwas überraschend, war es doch in der zweiten Alpha-Version enthalten (vgl. TYPO3 4.2 ante portas – Verbesserungen im Backend). Andererseits wurde die Wiki-Seite des Install Tool 2.0 seit letzten September nicht mehr aktualisiert – offenbar scheint hier die Entwicklung in letzter Zeit nicht mehr ganz so rasch voranzugehen wie auch schon. Sehr schade!

image Das Backend-Login ist – bis auf ein neues Foto – ebenfalls das alte geblieben. Hier hätte ich mir gewünscht, dass man zumindest die heute zum Standard gehörende Funktion «Passwort vergessen» integriert hätte. Glücklicherweise gibt es dafür Extensions (vgl. TYPO3 Tuning: Backend-Login wiederherstellen).

Aber genug kritisiert: Ist mal einmal im Backend eingeloggt, wird man nicht nur von einer optisch sanft überarbeiteten Oberfläche empfangen, sondern findet an vielen Stellen Verbesserungen, welche die tägliche Arbeit spürbar erleichtern. In zufälliger Reihenfolge wäre dabei zu nennen:

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Die Filterfunktion oberhalb des Seitenbaums erlaubt es, rasch eine bestimmte Seite in einer grösseren Website zu finden.

Kurze Hilfetexte können nun direkt per Mouseover über das Fragezeichen-Symbol abgerufen werden. Nur wenn man vertiefte Informationen wünscht, wird das Popup mit dem Online-Manual geöffnet (das leider immer noch Screenshots von TYPO3 3.x zeigt).

imageDie zentralen Eingabemasken wurden gleich in drei Punkten entscheidend verbessert:

  • Erstens wurden Register (Tabs) eingeführt, so dass man kaum noch zu scrollen braucht.
  • Zweitens werden selbst dann, wenn man scrollen muss, die zentralen Buttons (Speichern, Schliessen etc.) nicht mehr weggescrollt, weil sie neu in einer separaten Button-Leiste oberhalb des Formulars stehen.
  • Und drittens können die erweiterten Parameter (Secondary Options) bereichsweise auf- und zugeklappt werden.

image Die Bearbeitung von TypoScript im Backend wird mit TYPO3 4.2 endlich komfortabler: Der neue Editor beherrscht Syntax-Highlighting und hilft so, den Code lesbarer zu machen sowie Vertipper zu vermeiden. Allerdings ist der Editor nicht standardmässig aktiviert, sondern wird nur als nicht aktivierte Extension (Key = t3editor) mitgeliefert. Eine der ersten Handlung bei der Installation von TYPO3 4.2 sollte deshalb darin bestehen, den Editor im Extension Manager zu aktivieren. Praktisch ist auch die ins Backend integrierte TypoScript-Online-Hilfe, die sich in einem Popup-Fenster öffnet.

image Wer Constants in den Templates mit dem Constant Editor bearbeitet, wird sich darüber freuen, dass man die Werte nun direkt verändern kann, statt die Felder zuerst über eine Checkbox einzeln freischalten zu müssen.

Der Extension-Manager verfügt neu standardmässig über eine Option, um Updates der installierten Extensions im TER anzuzeigen und ggf. zu installieren. Bisher musste man dafür eine separate Extension installieren (vgl. TYPO3 Tuning: Versions-Check für installierte Extensions).

imageEinige bereits bekannte Funktionen haben Ihren Platz gewechselt und sind nun gut zugänglich rechts oben positioniert, namentlich der Logout-Button, der Umschalter für die Workspaces und die Funktion zum Löschen des Cache. Letztere ist endlich vernünftig beschriftet und bietet nun auch die Möglichkeit, sämtliche Caches mit einem einzigen Mausklick zu löschen.

Um ein erstes Fazit zu wagen: Die neuste Version von TYPO3 ist auf jeden Fall ein Schritt in die richtige Richtung. Dieses CMS ist in den letzten Jahren enorm leistungsfähig geworden – jetzt geht es weniger um neue Features als darum, die Bedienung zu vereinheitlichen und zu vereinfachen. TYPO3 4.2 ist diesbezüglich keine Revolution, und für Usability-Spezialisten gäbe es weiterhin viel Arbeit; andererseits bringt das Update aber viele Verbesserungen, die ich keinesfalls missen möchte. Dass wir weiterhin auf ein übersichtliches Install-Tool verzichten müssen, ist bedauerlich, aber man darf sich auch so über ein absolut gelungenes Release freuen.

TikiWiki: Definitiv mehr als «nur» ein Wiki

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TikiWiki gehört zu den häufig genannten Wiki-Produkten im Open-Source-Umfeld. Es lässt sich auf einem klassischen LAMP-Hosting-Account problemlos installieren, läuft aber auch in einer Microsoft-Umgebung mit IIS und SQL-Server, solange PHP verfügbar ist.

Bereits die Grösse des Downloads (entpackt rund 35 MByte) lässt erahnen, dass TikiWiki ein mächtiges System ist, und der Eindruck bestätigt sich, sobald man sich in den Admin-Bereich einloggt: Die Fülle an Features und ihre Konfigurationsmöglichkeiten ist – je nach dem, was man sucht – beeindruckend bis erschlagend. TikiWiki ist deshalb nur dem Namen nach ein Wiki:

«TikiWiki CMS/Groupware is one of the most feature-rich CMS software packages in the World. Unlike other open source projects that ship only a small set of features and encourage 3rd party Add-ons, the Tiki community has chosen to include a very large number of features in the main code base, which helps to ensures that – unlike other projects – when you upgrade, your features will not get broken. It also permits tight integration of the various features and makes it easier for content re-use.»

Betrachtet man TikiWiki unter dem Aspekt einer Groupware, so ist es sicher gut geeignet, um ein Portal, Intranet oder Extranet für ein Unternehmen, eine Organisation, ein Projekt-Team oder eine Community aufzubauen. Wiki, Blog, Forum, Bugtracker, Bildergalerie, FAQ, Chat, Newsletter, Polls, Web-Mail, Kalender, Aufgabenliste – es gibt kaum eine Funktionalität, die TikiWiki nicht abdecken könnte, und dank einer ausgefeilten Rechtesteuerung kann man den Zugriff auf die einzelnen Bereiche und Funktionen gut regulieren.

Allerdings wirkt die Benutzeroberfläche trotz vieler attraktiver Themes (realisiert über austauschbare CSS Style Sheets und die Smarty Template Engine) ziemlich traditionell und technisch. Wer also eine einfache Lösung sucht, die sich den Benutzern (und den Administratoren) ohne lange Einarbeitung erschliesst, sollte eher nicht zu TikiWiki greifen, das bezüglich Komplexität in der Liga von Drupal, TYPO3 oder eGroupware spielt. Wer den Aufwand nicht scheut erhält mit TikiWiki hingegen ein leistungsfähiges, flexibles und performantes System, hinter dem eine aktive Community steht.

tyClipse: TYPO3-Entwicklungsumgebung auf Basis von Eclipse

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Das Projekt tyClipse hat zum Ziel, eine umfassende, betriebssystem-unabhängige Entwicklungsumgebung mit Open-Source-Lizenz für TYPO3 zu schaffen. Dabei sollen die Konzepte von SweeTS (vgl. TypoScript editieren mit SweeTS) auf die Eclipse-Plattform portiert werden. Da es für Eclipse auch ein PHP Development Tool gibt, könnten TYPO3-Entwickler damit sowohl TypoScript- als auch PHP-Code auf einer einzigen Plattform schreiben.

Im Moment ist tyClipse erst ein Projekt im frühen Planungsstadium. Die Idee, ein Entwicklungs-Tool für TYPO3 auf der bestens eingeführten Eclipse-Plattform zu schaffen erscheint aber auf jeden Fall vielversprechend. tyClipse sucht derzeit noch Entwickler und Sponsoren – hoffen wir, dass schon bald erste Alpha-Versionen für die TYPO3-Community zur Verfügung stehen.

Redmine: Project Management Tool für die Software-Entwicklung

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Grundsätzlich kann man Redmine für unterschiedliche Projekttypen nutzen: Diskussionsforum, Wiki, Dokumentenablage oder Ticket-Verwaltung (Issue Tracker) sind elementare Konzepte einer jeden Projektmanagement-Lösung. Trotzdem spürt man, dass die Software in erster Linie für ein Entwickler-Team konzipiert wurde, das eine Anzahl von Tickets abarbeiten muss, um ein neues Software-Release fertigzustellen – nicht zuletzt am integrierten Codebrowser, der ein Subversion-Repository erschliesst.

Redmine ist damit nicht unähnlich zu Trac; während Trac allerdings in Python geschrieben ist, basiert Redmine auf Ruby on Rails. Da das Rails-Framework bei gängigen Hosting-Paketen meist nicht enthalten ist, ist es nicht ganz einfach, Redmine produktiv zu betreiben. Über einen BitName-Stack kann man es aber immerhin problemlos lokal testen.

Insgesamt wirkt Redmine sehr durchdacht, übersichtlich und sauber umgesetzt. Dass das Entwickler-Team von TYPO3 Version 5 ebenfalls mit Redmine arbeitet, dürfte dessen Popularität weiter Vorschub leisten. Das Tool gehört auf jede Shortlist wenn es darum geht, einen Issue Tracker mit integrierter Projektmanagement-Funktionalität zu evaluieren. Redmine unterliegt der GNU General Public Licence (GPL) und setzt nebst Ruby on Rails eine MySQL-Datenbank voraus.

TYPOlight: Das Volks-CMS

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Ein knappes Jahr ist es her, seit ich das Web-CMS TYPOlight in diesem Blog erstmals vorgestellt habe. Inzwischen hat der Entwickler Leo Feyer einige weitere Releases veröffentlicht und ist heute bei der Version 2.5 angekommen. Allerdings geht es mir hier nicht um die seither implementierten Features (hierzu gibt es ein übersichtliches Changelog), sondern um eine Würdigung eines CMS, das in seiner Übersichtlichkeit, Konsequenz und Ästhetik seinesgleichen sucht – insbesondere in der Open-Source-Welt, wo Funktionalität leider oft wichtiger ist als Benutzerfreundlichkeit.

Vorausschicken muss ich, dass ich in den letzten Jahren von phpWCMS über Mambo/Joomla!, PostNuke, XOOPS und Drupal bis hin zu TYPO3 schon eine ganze Reihe von PHP/MySQL-basierten CMS getestet habe. Dass inzwischen TYPO3 mein bevorzugtes CMS ist, liegt an dessen Leistungsfähigkeit – bei einfachen Projekten (und bei ungeübten Content Managern) wäre allerdings ein schlankeres CMS oft sinnvoller. TYPOlight ist genau das – und es ist dermassen konsequent durchkonzipiert und durchgestylt, dass man nur staunen kann, wie ein einziger Entwickler so etwas zustande bringt. Architektur, Funktionalität, Usability, Design und Dokumentation – hier stimmt einfach alles.

Wohl verstanden: Wenn es um den Leistungsumfang und die Konfigurierbarkeit geht, dann kann TYPOlight in keiner Weise mit TYPO3 mithalten. Wer aber eine kleine bis mittlere Website baut und diejenigen Funktionalitäten sucht, die in der Praxis bei 80 Prozent aller Websites benötigt werden, ist bei TYPOlight genau richtig: Ob Formulargenerator, Bildgalerie, Gästebuch, Event-Kalender, Download-Sektion, Newsletter oder Volltextsuche – all dies gehört zum Standard-Umfang von TYPOlight, der zudem über Extensions noch erweitert werden kann. Der Raum für Sonderwünsche ist zwar begrenzt, dafür ist die Website in kürzester Zeit aufgesetzt und kann selbst von ungeübten Content Managers problemlos bewirtschaftet werden.

10 populäre Open Source CMS im Überblick

imageContentmanager.de ist eine der führenden Websites im deutschsprachigen Raum, wenn es um Evaluation und Einsatz von Contentmanagement-Systemen geht. Die Plattform hat kürzlich ein E-Book herausgegeben, das eine Auswahl der wichtigsten Open Source CMS vorstellt (auch wenn der Zusatz «Open Source» im Titel irgendwie vergessen gegangen ist). Folgende Produkte werden auf jeweils einem halben Dutzend Seiten beschrieben: Drupal, Joomla!, TYPO3, TYPOlight, OpenCMS, Basecamp, CMS Made Simple, PostNuke, AxCMS.net und eZ Publish. Das E-Book kann gegen Angabe einer E-Mail-Adresse auf www.contentmanager.de kostenlos heruntergeladen werden.

Die TYPO3-Linkliste ist umgezogen

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UPDATE: Die TYPO3-Linkliste ist nochmals umgezogen und wird jetzt vom TYPO3 Blogger Tim Lochmüller gepflegt.

Wer die TYPO3-Linkliste von Dieter Mayer auf dessen Blog Die ContentSchmiede vermisst, braucht sich keine Sorgen zu machen: Obwohl Mayer aus Ärger über die TYPO3 Association die Pflege der Liste aufgegeben hat, ist das wohl umfassendste Linkverzeichnis zum Open Source CMS TYPO3 nicht eingestellt worden, sondern nur umgezogen – auf die Website der Zeitschrift T3N, die sich auf TYPO3 und andere Open Source Software spezialisiert hat.

TYPO3 Tuning: Light Extension Manager

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Wer intensiven Gebrauch von Extensions macht und sich gerne die gesamte Auswahl aus dem TYPO3 Online Repository (TER) auflisten lässt, stösst unter Umständen an Grenzen bezüglich Speicherbedarf und Performance. Der Light Extension Manager (ch_lightem) schafft hier Abhilfe: Die Seite «Import Extensions» des Extension Managers wird mit einem Kategorien-Filter ausgestattet und bietet bei einer grösseren Anzahl Treffer ein Paging. Nicht spektakulär, aber praktisch – insbesondere dann, wenn man auf einem Shared Hosting Account Fehlermeldungen wegen Überschreitung der Arbeitsspeichergrenze erhält.

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